Konkurs
90 Arbeitsplätze weg: Corona gibt Fahrwanger Logistik-Firma den Rest

Wie dem Amtsblatt vom Freitag zu entnehmen ist, wurde über die Firmen Ansorix Holding AG und Ansorix Systems AG der Konkurs eröffnet. Betroffen sind etwa 90 Angestellte, die Anfang Woche von einer Stunde auf den anderen ihren Arbeitsplatz verloren haben.

Urs Helbling
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Die Firma Ansorix steht in Fahrwangen.

Die Firma Ansorix steht in Fahrwangen.

Anja Suter

Es sieht danach aus, dass Corona dem Logistik-Experten den Rest gegeben hat. Ab Anfang Jahr kamen im weltweit tätigen Unternehmen plötzlich keine Aufträge mehr herein – insbesondere nicht aus Asien.
Laut Homepage stellte die Ansorix-Gruppe «massgeschneiderte und hochwertige Lösungen im Bereich Produktions- und Warenfluss» her. Das Unternehmen hat neben dem Hauptsitz in Fahrwangen einen Standort in Stuttgart. Ein Ableger in Rotkreuz ZG ist letztes Jahr aufgegeben worden, die Mitarbeiter wurden ins Seetal verlegt.

Die Wurzeln der Ansorix gehen auf die späten 60er-Jahre zurück. Der letzte Besitzer Josef Stadelmann (er ist noch Verwaltungsrat) hat das Unternehmen 2006 übernommen. Er habe es als Geschäftsleiter «kontinuierlich und erfolgreich weiterentwickelt», hiess es im letzten Herbst in einer Mitteilung, in welcher der Rückzug von Josef Stadelmann bekannt gegeben worden ist. Er übergab die Geschäftsleitung an seine Kinder Beat Stadelmann (war über 15 Jahre im Betrieb) und Karin Stadelmann (war über 5 Jahre im Betrieb).

Vater Stadelmann arbeitete 43 Jahre in der Firma. «Mit dem Kauf der Ansorix Automation als Steuerungspartner und der Ansorix Engineering als Entwicklungspartner ist es Josef Stadelmann gelungen, ein kompetentes und dynamisches Generalunternehmen zu formen», hiess es im letzten Herbst beim Generationenwechsel. Mit einem umfassenden Produkte- und Dienstleistungsangebot in der Intralogistik, der Automation und im Sondermaschinenbau habe sich Ansorix zu einem führenden Unternehmen der Branche entwickelt.

Für Fahrwangen ist der Ansorix-Konkurs der zweite Tiefschlag innert kurzer Zeit. Ende Juni hatte Fretz Men die Aufgabe der Schuhproduktion bekannt gegeben, was den Verlust von 30 Arbeitsplätzen bedeuten wird.