Millionen-Schäden
Zwei Monate nach Aargauer Jahrhundert-Unwetter: Was sich in der Region Zofingen getan hat

Die Region Zofingen und das Uerkental haben sich optisch schnell erholt vom Jahrhundertunwetter vom 8. Juli. Ein Rundgang zeigt aber: die Betroffenen haben immer noch alle Hände voll zu tun.

Raphael Nadler
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Vorher-Nachher-Vergleich: So sieht es zwei Monate nach dem Unwetter in Zofingen aus.
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Der Lebensmittelladen von Elsbeth Byland wurde total überflutet. Sie musste fast alles entsorgen.
Und so sieht es im Laden Mitte September aus.
Ein Haus direkt nach dem Unwetter am 8. Juli.
Mitte September wurde ein Teil der Schäden behoben.
Die Textilveredelungs-Firma nach dem Unwetter am 8. Juli...
...und Mitte September. Die Schäden sind zum Teil noch sichtbar.
Direkt nach dem Unwetter am 8. Juli.
Mitte September wurde ein Teil der Schäden behoben.
Direkt nach dem Unwetter am 8. Juli.
Mitte September wurde ein Teil der Schäden behoben.
Direkt nach dem Unwetter am 8. Juli.
Mitte September wurde ein Teil der Schäden behoben.
Eine Garage direkt nach dem Unwetter am 8. Juli.
Mitte September wurde ein Teil der Schäden behoben.
Direkt nach dem Unwetter am 8. Juli.
Mitte September wurde ein Teil der Schäden behoben.

Vorher-Nachher-Vergleich: So sieht es zwei Monate nach dem Unwetter in Zofingen aus.

Zofinger Tagblatt

"Es ist die grösste Regenmenge die nach einem einzigen Gewitter in den letzten 135 Jahren gemessen wurde", sagt Martin Tschannen von der Abteilung Landschaft und Gewässer des Kantons Aargau gegenüber dem "Zofinger Tagblatt".

In Zofingen fielen am Vorabend des 8. Juli so viel Wasser, wie normalerweise im ganzen Monat Juli. Auch die Hochwasserspitze der Abflüsse der Uerke lagen klar über dem heutigen Wert für ein 100-jährliches Hochwasserereignis. «Dieses Ereignis ist sehr aussergewöhnlich. Das kommt nicht einmal alle 100 Jahre so vor», sagt Tschannen.

In seiner Analyse stellt Martin Tschannen den Gemeinden ein gutes Zeugnis aus: «Das Hochwasser-Management hat funktioniert und die Behörden haben vorbildlich reagiert.» Er betont aber auch, dass die Gefahrenkarten Hochwasser zwar einen grossen Teil des Unwetters «vohergesehen» hätten, nun aber zum Teil nachgebessert werden müssen. Was Uerkheim betrifft, so nimmt Tschannen kein Blatt vor den Mund: «Das Hochwasserschutz-Projekt in Uerkheim muss neu überdenkt werden.»

Unterführung Henzmannstrasse am Samstag, 8. Juli.
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Unterführung Strengelbacherstrasse Zofingen
Unterführung Henzmannstrasse
Unterführung Strengelbacherstrasse
Küngoldingerstrasse
Spital Zofingen
Parkhaus Forstacker Zofingen
Lösch- und Rettungszug SBB
Unterführung Henzmannstrasse am Sonntagmorgen
Küngoldingerstrasse am Sonntagmorgen
Fw Aarau Unterführung Strengelbacherstrasse
Impression vom Bahnhofplatz Zofingen
Impression vom Bahnhofplatz Zofingen
Die Einsatzleitstelle im Feuerwehrlokal Zofingen
Einsatzleitstelle
Bahnhofplatz Zofingen
Einsatzleitstelle 2
Autobahn A1 Ausfahrt Oftringen
Bahnhof-Parkhaus
Einsatzleitstelle bei der Arbeit

Unterführung Henzmannstrasse am Samstag, 8. Juli.

Feuerwehr Zofingen

Die Kommission für Umwelt, Bau, Verkehr, Energie und Raumordnung (UBV) stimmte einem Kredit für Hochwasserschutz-Massnahmen zu. Damit sollen in Zukunft Schäden vermieden werden. Die Massnahmen werden entlang der Wigger realisiert, indem das Ufer erhöht und das Gewässer erweitert wird.

Näher zusammengerückt

Der Alltag ist in Uerkheim wieder eingekehrt. Die Bäckerei, das Dorflädeli und auch die Metzgerei – alle drei vom Unwetter schwer getroffen – sind wieder offen. Überall werden aber noch Schäden behoben, es wird neu gebaut, Strassen werden geflickt und wieder befahrbar gemacht. Gemeindeammann Markus Gabriel: «Das Unwetter hat die Bevölkerung wieder näher zusammengebracht».

Er zeigte sich erfreut, dass man im Tal weiterhin auf die Hilfe der Zivilschutzorganisation, des Regionalen Führungsorgans und der Armee zählen kann. Letztere wird in den kommenden Wochen die Sicherung der verschiedenen Hänge in Angriff nehmen. «Viele Schäden sind behoben, aber es gibt noch viel zu tun», sagt auch der Bottenwiler Gemeindeammann Heinz Gerber. Noch funktionieren zum Beispiel viele Heizungen nicht. Offene Fragen gibt es auch betreffend der Finanzierung der ganzen Schäden.

Mit Stand vom 08. August beträgt der Sachschaden rund 85 Millionen Franken. Bei der Aargauischen Gebäudeversicherung gingen über 1500 Meldungen ein. Verursacht wurden die Schäden durch Überschwemmungen, Hagel, Erdrutsche und Rückstaus aus der Kanalisation.

"Hilfe kommt, wenn man sie braucht"

Stadträtin Christiane Guyer ist auch zwei Monate nach dem Unwetter noch tief beeindruckt von der grossen Solidarität der Bevölkerung, aber auch der Hilfsorganisationen über die Kantonsgrenzen hinaus. «Es ist sehr beruhigend zu sehen, dass Hilfe kommt, wenn man sie braucht», sagt Guyer. Zwar laufe an verschiedenen Orten in der Stadt noch nicht alles wie vor dem Hochwasser. «Die Liftproduzenten sind mit Hochdruck an der Arbeit», sagt Guyer und spricht dabei die noch defekten Lifte in die Bahnhof-Tiefgarage und im Polizeigebäude an. «Auch wenn optisch vieles auf Normalität hinweist, bis der Alltag wieder einkehrt, dauert es noch Monate», sagt Stadträtin Guyer.

Sehen Sie in der Bildergalerie einen Vorher-Nachher-Vergleich der beschädigten Häuser, Strassen und Tiefgaragen in der Region Zofingen.

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