Coronakrise

WC-Papier und Sex-Spielzeug ist gefragt – wie sich der «Lockdown» im Kanton Aargau auswirkt

Aus welchem Grund auch immer: WC-Papier ist zum Verkaufsschlager geworden.

Aus welchem Grund auch immer: WC-Papier ist zum Verkaufsschlager geworden.

Seit gut einer Woche ist das öffentliche Leben in der Schweiz durch die Massnahmen des Bundesrates eingeschränkt. Einige Zahlen zur ersten Woche «Lockdown» im Kanton Aargau.

Etwas mehr als eine Woche ist es her, dass Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga verkündete: «Jetzt muss ein Ruck durch unser Land gehen.» Das öffentliche Leben steht seither mehr oder weniger still. Einige Zahlen, wie sich der «Lockdown» im Kanton Aargau auswirkt:

Stromverbrauch

Bars zu. Restaurants zu. Viele Läden zu. Das hat Folgen für den Stromverbrauch: Der Stromabsatz der Regionalwerke Baden ging letzte Woche um rund zehn Prozent zurück. «Dies kann sicherlich damit begründet werden, dass viele Gewerbebetriebe und Dienstleister ihre Arbeit teilweise eingestellt oder reduziert haben», meint Geschäftsleitungsmitglied Gilles Tornare.

WC-Papier

Aus welchem Grund auch immer: WC-Papier ist zum Verkaufsschlager geworden. Genau Zahlen nennt die Migros zwar keine, doch vergangene Woche wurden im Aargau drei- bis viermal so viele WC-Rollen verkauft wie normal.

143 – Dargebotene Hand

«Die Pandemie verunsichert zutiefst», hiess es am Freitag in einer Mitteilung der «Dargebotenen Hand». Fragen zu Gesundheit oder Einsamkeit, zu beruflichen Unsicherheiten und persönlicher Überforderung: Die Drähte bei 143 laufen derzeit heiss. Bei der Sektion Aargau/Solothurn gingen vergangene Woche 325 Anrufe ein; rund 20 Prozent mehr als in einer normalen Woche.

Sexspielzeuge

Für Singles sind es harte Zeiten. Dafür boomen die Onlineshops von Erotik-Läden. So ist der Umsatz von Amorana letzte Woche um 53 Prozent gestiegen. Insbesondere Vibratoren und Dildos sind im Aufschwung, aber auch Sex-Toys mit Fernbedienung. Davon verkauft Amorana derzeit viermal mehr als sonst.

Eat.ch

Da die Restaurants keine Gäste mehr empfangen dürfen, haben viele einen Lieferdienst eingerichtet. Eat.ch berichtet, dass die Anfragen von Restaurants, die mit ihnen zusammenarbeiten möchten, um die Hälfte zugenommen haben. Die Aargauer lassen sich mittlerweile zudem deutlich mehr Essen nach Hause liefern: Rund 15 Prozent mehr Bestellungen als sonst gingen bei eat.ch ein.

Recycling

Gibt es etwas, das typischer für den Schweizer wäre? Ein Virus sucht die Welt heim, und das Erste, was Herr und Frau Schweizer tun: bei sich zu Hause aufräumen. In den ersten beiden Märzwochen wurden im Recycling-Paradies in Hunzenschwil rund 30 Prozent mehr PET und rund 25 Prozent mehr Karton als sonst entsorgt. Vielleicht musste auch einfach Platz für das WC-Papier geschaffen werden… Seit der Bundesrat die ausserordentliche Lage ausgerufen hat und den Menschen empfohlen wird, zu Hause zu bleiben, haben sich die Besucherzahlen in den Recycling-Höfen halbiert.

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