Bisher ist unklar, weshalb die Ju-52 am vorvergangenen Samstag in Flims abgestürzt ist. Experten gehen davon aus, dass etwas Unerwartetes vorgefallen sein muss, das die Piloten veranlasste, kurz vor dem Absturz eine scharfe Linkskurve einzuleiten.

Der Aargauer Aviatik-Experte Sepp Moser äussert in der «NZZ am Sonntag» nun eine eigene Theorie: Demnach könnte verdampfendes Benzin die Motoren zum Stottern gebracht haben.

«Der Flieger ist am Vortag nach Locarno geflogen und erst am nächsten Tag um vier Uhr nachmittags wieder gestartet. In der Zwischenzeit stand er in der gleissenden Sonnenhitze. Und wurde heiss», führt Moser seine Überlegungen gegenüber «TeleM1» aus.

Das pralle Sonnenlicht habe nicht nur das schwarz bemalte Flugzeug stark erhitzt, sondern in geringerem Ausmass auch das Benzin in den Tanks. Für Benzin gilt der gleiche Grundsatz wie für Wasser: Je geringer der Luftdruck ist, desto tiefer ist auch der Siedepunkt. Heisst: Auf 2600 Metern könnte das Benzin langsam zu verdampfen begonnen haben.

«Ist das der Fall, hat die Pumpe Mühe, dem Motor Benzin zuzuführen und der Motor erhält zwischendurch auch Dampf statt Benzin, wodurch er zu stottern beginnt.» Dies sei ein Schreckmoment für Piloten und könnte der Grund für die scharfe Linkskurve gewesen sein, die Augenzeugen beobachtet haben, so der Aviatik-Experte. «Dabei kam es zum Strömungsabriss, und der Absturz war nicht mehr zu vermeiden.»

Ein offizielles Untersuchungsergebnis liegt noch nicht vor.

(sam)