Wir setzen Fuss vor Fuss, nehmen Rank um Rank, steigen Höhenmeter für Höhenmeter. Schwitzend. Manchmal keuchend. Bis wir den Gipfel erreichen. Und die Aussicht sehen. Diese Aussicht! Die Mühen des Aufstiegs: alle vergessen.

«Ahs» und «Ohs» inbegriffen

165 Leserwanderinnen und Leserwanderer suchen auf der gestrigen 3. Etappe genau dieses Erlebnis: Aufsteigen – und dann geniessen. Über 1000 Höhenmeter sind auf der schwersten der drei angebotenen Routen zu bezwingen. Mit 105 entschieden sich die meisten der Teilnehmer für den anstrengendsten Weg, der bei der Holzerhütte in Grenchen losging. Um schliesslich, nach rund 10 Kilometern Strecke, von der 1399 Meter hohen Wandflue aus mit dem Blick in die Ferne schweifen zu können: über das gesamte Mittelland, die Berner Alpen sowie den Bieler und sogar den Neuenburgersee. «Ahs», «Ohs» und ausgestreckte Zeigefinger inbegriffen.

Leserwandern 2017: Die 3. Etappe führte auf 3 Routen zur SAC-Hütte auf dem Grenchenberg – mit wunderbarer Aussicht auch aus der Luft!

Aussicht ist Lebensqualität

Der Blick in die Ferne befreit. Die Weite, das Unbeschränkte – wer in die Höhe steigt, der sucht den Kontrast zum Leben in der Stadt. Zu einem Alltag, in dem der Blick oft nur wenige Zentimeter weit auf Bildschirme von Computern oder Handys reicht.

Hoch oben, da seien Probleme ganz weit weg, sagt eine Leserwanderin. Überhaupt sei es «wie Ferien», wenn man in die Höhe steige. Und: Wer den Ausblick hat, hat auch den Überblick, gewinne Distanz zur Existenz «da unten». Hier, auf der sonnigen Terrasse der Hütte des SAC Grenchen , unserem gemeinsamen Ziel am heutigen Tag, ist man sich einig: Aussicht ist Lebensqualität.

Das bedeutet Ausblick den Leserwanderern der 3. Etappe


50 Mal gesehen, 50 Mal verliebt: Jeder, der seinen Lieblingsberg schon zig Mal bestieg, der die Aussicht und alles, was ihn erwartet, schon auswendig kennt, kann bestätigen: Der Blick in die Ferne fasziniert – immer aufs Neue. 

Schon vor 250 Jahren bauten die Menschen Türme, einzig ihrer Aussicht wegen. Ab Ende des 19. Jahrhunderts setzte auch in der Schweiz der «Lueginsland»-Trend ein: Bis 50 Meter hohe Aussichtstürme sollten der Flachland-Bevölkerung grossartige Ausblicke bieten. Über 50 Stück stehen heute zwischen Genfersee, Alpen und Schaffhausen. Noch heute sind sie gut besuchte Touristenattraktionen. Ewig lockt das Panorama.