Zofingen
Stiller Has, Fankhauser, Toto: alte Helden hoch im Kurs am Heitere Open Air

6500 Musikfans feierten Stiller Has, Philipp Fankhauser, Roger Hodgson und Toto am Mittwoch an der Magic Night – zum Teil auch im Regen.

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Heitere Open Air 2017
32 Bilder
Bei der Ankündigung der Schwyzerin buhten einige Zuschauer.
Bei den meisten Fans löste sie jedoch helle Begeisterung aus.
Die Headlinerin des Volksschlager-Abends: Beatrice Egli.
Moderierte die Schlagerparty: SRF-Sport-Mann Sascha Ruefer.
Beendeten den Abend fulminant: die Schürzenjäger.
Laaa...
... Olaaa!
Auch die Dorfrocker machten mächtig Stimmung.
Spontan: Sänger Tobias tanzt mit einer Dame aus dem Publikum.
Die Dorfrocker: deutscher Besuch am Heitere in Zofingen.
Die Calimeros zeigten Altbewährtes.
Schluneggers Heimweh.
Dr. Eidgenoss war dank seines markanten Bartes ein Hingucker.
Er heizte nicht nur mit seinem Schwyzerörgeli ein.
Hannah zeigte sich patriotisch...
... und präsentierte ihre extravaganten Schuhe.
Mitch Keller.
Schlechtes Wetter? Macht diesen Fans nichts aus.
Der Heiternplatz wurde einmal mehr zur Open-Air-Festhütte.
Tags zuvor: Stiller Has, eine Klasse für sich – Endo gut, alles gut.
Roger Hodgson ist nicht nur ein grossartiger Musiker, sondern auch eine Frohnatur.
Philipp Fankhauser, der «Regenmacher»: Bei seinem Auftritt am Mittwoch regnet es in Strömen.
 Begeisterte Zuschauer am «Super Tuesday» mit dem kanadischen Rockstar Bryan Adams auf der Bühne des Zofinger Heitere.
 Bryan Adams heizte den Zuschauern mächtig ein.
 Spätestens bei «Summer Of ’69» singt jeder mit.
 Das Aufwärmprogramm für Bryan Adams bestritt der Soulsänger Seven.
Er und seine Band sind gut gelaunt.
 Das Publikum grundsätzlich auch, doch sind die meisten klar wegen Bryan Adams da.
 Der soulige Funk von Seven ist ein guter Soundteppich für einen lauen Sommerabend am See, viele seiner Lieder jedenfalls.
 Somit kommt nur selten echt Stimmung auf.
 Soulsänger Seven.

Heitere Open Air 2017

Andre Albrecht

Die Zeit des Chaos ist vorbei. Stiller Has sind heute nicht mehr «diese komische Band», die bewusst ein sperriges Image pflegt und vor allem von Insidern heiss geliebt wird. Der erste Act der diesjährigen «Magic Night» präsentiert sich zugänglicher als früher, was sicher mit der neuen Bandkonstellation zusammenhängt. Galionsfigur ist aber nach wie vor Endo Anaconda, der es sich nicht nehmen lässt, zumindest bei seinen Texten ein bisschen verschroben zu sein. Wer genauer hinhört, entdeckt aber manche Wahrheit und auch den einen oder anderen feinen Witz. Doch der grosse Publikumsmagnet ist die Mundartband nicht. Jedenfalls sind noch nicht so viele Gäste vor der Bühne. Viele sind erst gerade angekommen und essen zuerst einmal gemütlich etwas oder stossen mit dem ersten Bier an.

Wussten Sie, dass …

- … der Song «Geischterbahn» von Stiller Has 2007 von der Liederbestenliste (eine Hitparade für deutschsprachige Songs abseits der Mainstreams) zum Song des Jahres gewählt wurde?

- … Philipp Fankhauser an einem Novemberabend 1989 in Berlin spielte und sich wunderte, weshalb kaum ein Zuschauer kam? Es lag jedoch nicht an ihm – viel mehr daran, dass an diesem Tag die Mauer fiel.

- … 1969 die Band Argosy ihre einzige Single aufnahm? Mit Sänger Roger Hodgson – und Pianist Reginald Dwight, heute bekannt als Elton John

- … einige Musiker von Toto massgeblich an «Thriller» von Michael Jackson beteiligt waren? Das Album ist der meistverkaufte Tonträger der Geschichte. (lej)

Petrus scheint kein Fan von Philipp Fankhauser zu sein. Oder er zeigt seine Bewunderung mit Regentropfen. Der Blueser reagiert jedenfalls prompt auf die Wettersituation: Das zweite Lied heisst «It’s Gonna Rain». Und Petrus zieht mit, öffnet die Schleusen noch weiter. Die Musiker auf der Bühne stört das wenig, sie sind gut gelaunt und bringen einen schönen Mix quer durch ihr Schaffen. Die Menschen vor der Bühne sind es, die das ganze Wasser abbekommen. Doch sie sind gut ausgerüstet und lassen sich die Freude am Konzert nicht nehmen. Auch Endo Anaconda ist vom Auftritt seines Kollegen begeistert (siehe «Heitere-Stärne»). Der Blues und der Regen haben den Heiternplatz fest im Griff – und gerade als Philipp Fankhauser von der Bühne geht, hört auch der Regen auf.

Die Sonne erscheint in Form von Roger Hodgson. Der mittlerweile 67-jährige Sänger hat stets ein Lächeln auf den Lippen. Einst mit Supertramp bekannt geworden, ist er seit vielen Jahren solo unterwegs. Doch die Songs aus der Supertramp-Ära begleiten ihn bis heute und das Publikum liebt ihn dafür. Kein Wunder, «Breakfast In America» oder The Logical Song» sind ja auch Klassiker der Popgeschichte. Vor der Bühne tanzen und schunkeln die Menschen, viele singen mit. Hodgson sagt, er freue sich sehr, mit Toto auf der gleichen Bühne zu stehen. «Wir lieben einander sehr und Zofingen hat uns heute wieder vereint».

Toto beschliessen dann die zehnte Ausgabe der «Magic Night». (lej)

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