Steuererklärung
Aargauer Finanzdirektor Markus Dieth sieht neue Steuersoftware als «Meilenstein»

Auf den Tischen der Aargauerinnen und Aargauer liegt die Steuererklärung für 2020. Die wenigsten dürften sie schon ausgefüllt haben, zumal sich oft schwierige Fragen stellen. Die können Privatpersonen morgen Donnerstag unserer Steuer-Hotline stellen.

Mathias Küng
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Profitieren können Firmen von Vereinfachungen dank einer neuen Software. Ihnen steht laut Mitteilung des Kantons ab dem Steuerjahr 2020 die neue Software eTAX AARGAU zur Verfügung. Damit werde das Deklarieren der Steuern einfacher, schneller und noch sicherer. Der Kanton digitalisiert den Deklarations- und Veranlagungsprozess und macht ihn vom Ausfüllen der Steuererklärung bis zur Veranlagung medienbruchfrei. Die rund 33'000 Unternehmen, Vereine und Stiftungen im Aargau können ihre Steuerdeklaration ab dem Steuerjahr 2020 also erstmals digital einreichen. Notwendige Beilagen können hochgeladen werden.

Zeitgleich hat das Kantonale Steueramt das Informatiksystem zur Veranlagung der juristischen Personen erneuert. Die beiden Systeme «Veranlagung» und «Deklaration» wurden technisch miteinander verknüpft. Einzig die Freigabequittung müsse aus rechtlichen Gründen noch postalisch und mit Unterschrift nachgereicht werden. «Für den Aargau ist die neue Steuersoftware ein weiterer und bedeutender Meilenstein zur Digitalisierung der Verwaltungsleistungen», sagt Finanzdirektor Markus Dieth.

Diese Folgen hat Corona für die Steuererklärung

Die Menschen haben mit Blick auf die Steuererklärung natürlich auch viele Fragen, die mit Corona in Zusammenhang stehen. Etwa, ob man das Bahn-Jahresabo in Abzug bringen kann, auch wenn man zwischendurch im Homeoffice war, oder wie es mit der auswärtigen ­Verpflegung aussieht. Die Kantonsregierung hat dazu bereits mehrere Beschlüsse gefasst. Demnach können Unselbstständigerwerbende in der Steuererklärung 2020 und 2021 ihre Berufskosten (Fahrkosten zwischen Wohn- und Arbeitsstätte sowie Mehrkosten der auswärtigen Verpflegung) geltend machen, wie sie ohne Massnahmen zur Bekämpfung der Covid-19- Pandemie angefallen wären. Wer 2020 und 2021 mehrheitlich im Homeoffice arbeitete, kann also trotzdem Fahrtkosten abziehen, so als ob die Person täglich ins Büro gefahren wäre.

Dazu gibt es ein Informationsblatt des Kantons, es ist zu finden unter www.ag.ch/steuern > Coronapandemie: Steuerliche Massnahmen.

058 200 50 80: Steuertelefon-Hotline am 25. Februar von 10 bis 12 Uhr

Laut Roland Hofer, Sprecher des Departements Finanzen und Ressourcen (DFR), wurden rund 400'000 Steuererklärungsformulare verschickt. Rund 90 Prozent gingen als Umschlagsbogen für den Einsatz von EasyTax oder andere raus.

Davon werden laut Hofer erfahrungsgemäss rund 8 Prozent inklusive Beilagen elektronisch eingereicht. Natürliche Personen haben bis 31. März Zeit, sie ausgefüllt zu retournieren. Wer jetzt schon weiss, dass er/sie diesen Termin nicht einhalten kann, kann ein Gesuch für eine Fristerstreckung einreichen. Dies ist weiterhin gratis. Doch immer wieder stellen sich schwierige Fragen. Etwa: Welche Berufsnebenkosten werden akzeptiert? Welchen Einfluss hat Corona, hat die coronabedingte Kurzarbeit darauf? Oder: Welche Krankheitskosten kann ich abziehen?

Ihre Fragen direkt am Telefon beantworten werden die beiden Steuerspezialisten Lukas Kretz (BDO) und Silas Rohner (VZ). Und zwar morgen Donnerstag von 10 bis 12 Uhr unter der Telefonnummer 058 200 50 80.