Weihnachten
Spendenaktion für Ruanda: Eine bessere Zukunft dank der Hilfe der «Swissis»

Heute startet die 27. Weihnachtsaktion für das Hilfswerk Margrit Fuchs Ruanda. Mit ihrer Spende helfen Sie Menschen in Afrika, denen es nicht so geht wie uns.

Regula Gloor *
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Der ursprüngliche Anstoss für das Hilfswerk war, Waisenkinder von der Strasse zu holen. Das Waisenhaus gibt es noch immer – hier erhielt ein Teil der Kinder neue Schuhe – , aber der Stiftungszweck wurde ausgeweitet.

Der ursprüngliche Anstoss für das Hilfswerk war, Waisenkinder von der Strasse zu holen. Das Waisenhaus gibt es noch immer – hier erhielt ein Teil der Kinder neue Schuhe – , aber der Stiftungszweck wurde ausgeweitet.

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Es ist 13 Jahre her, dass Margrit Fuchs 90-jährig bei einem Autounfall in Ruanda ums Leben gekommen ist. Und es sind somit auch 13 Jahre, seit die Stiftung Hilfswerk Margrit Fuchs das Werk der Windischerin in Ruanda weiterführt. Mit grossem Respekt hat der Stiftungsrat diese Aufgabe übernommen, aber auch mit der bangen Frage: Werden die Unterstützer von Margrit Fuchs auch uns ihr Vertrauen schenken, sodass wir Margrits Werk fortführen können? Heute dürfen wir voll Dankbarkeit sagen: Ja, die Unterstützer von Margrit haben auch uns ihr Vertrauen geschenkt und dank der grossartigen Weihnachtsaktion der AZ Medien, die den wichtigsten Anteil der Spenden für die Arbeit in Ruanda beisteuert, konnten wir das Werk von Margrit nicht nur fortsetzen, sondern zudem noch stark ausbauen.

Margrit Fuchs (1917-2007) gründete das Hilfswerk in Ruanda im Jahr 1993.

Margrit Fuchs (1917-2007) gründete das Hilfswerk in Ruanda im Jahr 1993.

zvg

Es ist das erste Mal seit Bestehen der Stiftung, dass der traditionelle Besuch in Ruanda dieses Jahr wegen Corona nicht stattfinden konnte. Dank unseren beiden Geschäftsführern vor Ort, die sich dem Vorbild von Margrit Fuchs sehr verpflichtet fühlen, gehen die Aktivitäten vor Ort weiter und dank des fast täglichen Austausches per Mail wissen wir auch, dass sie in unserem Sinne und dem der Spenderinnen und Spender in der Schweiz erfolgen.

Lebensmittel für über 3000 Notleidende in Corona-Zeiten

Corona hat auch die Menschen in Ruanda hart getroffen. Zwar gibt es sehr viel weniger Infizierte als bei uns in der Schweiz, was sicher auch durch den rigorosen Lockdown, den die Regierung angeordnet hat, begründet ist. Die Auswirkungen des Lockdowns für die arme Bevölkerung waren aber dramatisch. Eine Ausgangssperre über Wochen, wenn keine Vorräte im Haus sind und die bescheidenen Einkünfte als Tagelöhner, als Taxifahrer, Lastenträger, Hilfe in der Landwirtschaft wegfallen, bedeuten vor allem Hunger. Dank dem Einsehen der Behörden durfte die Stiftung trotz der Ausgangssperre und unter strengen Auflagen wie dem Tragen von Masken und dem Einhalten der Abstandsregeln in mehreren Bezirken Lebensmittelverteilungen für die ärmste Bevölkerung durchführen.

So konnte über 3000 Menschen über die schlimmste Zeit hinweggeholfen werden, wofür sich die Betroffenen äusserst dankbar zeigten. Im Moment kehrt in Ruanda wieder langsam Normalität ein. Die Aktivitäten der Stiftung können nach und nach wieder aufgenommen werden und die Schulen öffnen nach sechs langen Monaten wieder ihre Türen.

So können Sie spenden

Direktspenden

Unter 058 200 50 25 nimmt die Spendenzentrale gerne Ihre Spenden entgegen. Sie ist besetzt werktags von 8 bis 12 Uhr und von 13.30 bis 17 Uhr.

Direktzahlen können Sie machen an Stiftung Hilfswerk Margrit Fuchs Ruanda, 5210 Windisch. IBAN CH42 8069 0000 0022 2228 0, Raiffeisenbank Wasserschloss, 5412 Gebenstorf. BLZ 80690, PC-Bank 50-4158-4.

Das Bureau Social mit über 20 Angestellten

Die Stiftung ist in Ruanda vor allem über das Bureau Social aktiv. Das Bureau Social ist eine von der Regierung anerkannte NGO, d. h. nicht profit-orientierte Institution, bei welcher neben unseren beiden Geschäftsführern rund 25 Personen angestellt sind, deren Löhne vollumfänglich aus der Schweiz finanziert werden.

Die Berufe der Angestellten sind so unterschiedlich wie die Aufgaben, die sie zu erfüllen haben: Neben den Betreuungspersonen für die diversen Projekte gibt es einen Buchhalter, einen Baumeister, einen Ökonomen, einen Koch, die Verantwortlichen für die Kleinkredite sowie die verschiedenen Verantwortlichen für die beruflichen Ausbildungen.

Ihre Löhne sind für unsere Begriffe sehr bescheiden, aber sie erlauben den Menschen vor Ort ein Auskommen und sie werden regelmässig bezahlt – was in Ruanda ganz und gar nicht selbstverständlich ist und dementsprechend geschätzt wird.

Ruanda liegt im Osten Zentralafrikas:

Gemeinschaftskantinen und Viehverteilungen

In den vergangenen Jahren konnte die Stiftung in drei Bezirken zehn Gemeinschaftskantinen aufbauen. Dort erhalten rund 1500 Kinder, die zum Teil Waisen sind oder aus ärmsten Familien stammen, dreimal pro Woche ein Mittagessen und werden mit Kleidern, Hygieneartikel, Schuluniform und -material unterstützt. Nicht nur die Kinder profitieren von dieser Hilfe, sondern die ganzen Familien und insbesondere die Mütter, die angeleitet werden, wie sie ihre bescheidenen Felder besser mit dem Anbau von Gemüse und Früchten nutzen können und wie sie sich mit Hilfe eines Kleinkredites aus eigener Kraft aus der Armut und Hoffnungslosigkeit lösen können.

Die Stiftung stellt bedürftigen Familien Nutztiere zur Verfügung: Geissen, Schafe und Kühe. Jungtiere müssen weiter verschenkt werden.

Die Stiftung stellt bedürftigen Familien Nutztiere zur Verfügung: Geissen, Schafe und Kühe. Jungtiere müssen weiter verschenkt werden.

zvg

Die bereits in der Zeit von Margrit vorgenommenen Viehverteilungen wurden weitergeführt und vielen hunderten von Familien konnte mit einer Kuh oder einer Ziege eine Grundlage für ein besseres Leben geschaffen werden. Interessant dabei ist, dass Kühe und Ziegen nicht wie bei uns vor allem als Milch- und Fleischlieferanten geschätzt werden, sondern auch als Düngerlieferant für die Verbesserung der Bodenqualität. Neben den Kühen und Ziegen wurden in den letzten Jahren auch Schweine und Hühner in grosser Anzahl verteilt, da sie einfacher zu halten sind und auch schnelleren Ertrag bringen.

Auf Initiative unserer Ökonomen wurde vor drei Jahren eine grosse Baumschule angelegt, welche nun jedes Jahr mehrere tausend Setzlinge von Fruchtbäumen wie Papayas, Bananen, Mangos etc. an die bedürftigen Familien verteilt, um einen abwechslungsreicheren und gesünderen Menüplan insbesondere für die Kinder zu ermöglichen.

Kindern aus ärmeren Familien den Schulbesuch ermöglichen

Ein ganz zentrales Thema, um sich längerfristig aus der Armut zu befreien, ist Bildung. Obwohl der Schulbesuch eigentlich obligatorisch ist, kann kein Kind aus einer armen Familie eine weiterführende Schule besuchen, wenn es nicht jemanden findet, der die Finanzierung des Schulgeldes übernimmt.

Kinder aus ärmeren Familien können sich Schulgeld und Schuluniform nicht leisten. Die Stiftung hilft und ermöglicht Bildung.

Kinder aus ärmeren Familien können sich Schulgeld und Schuluniform nicht leisten. Die Stiftung hilft und ermöglicht Bildung.

zvg

Die meisten Sekundarschulen in Ruanda sind Internate, wo nicht nur das Schulgeld bezahlt werden muss, sondern auch für Kost und Logis. Dass wir dank unseren grosszügigen Spenderinnen und Spendern über 2000 Kindern den Schulbesuch ermöglichen können, macht uns sehr stolz und dankbar.

Neben der Ermöglichung des Schulbesuchs bieten wir einfache handwerkliche Ausbildungen in unserer eigenen kleinen Berufsschule an, und zwar für Schreiner, Automechaniker, Köchinnen und Schneiderinnen. Die Ausbildungen sind zwar nicht mit einer Berufslehre in der Schweiz zu vergleichen. Trotzdem ermöglichen sie unseren Lernenden in den meisten Fällen nach Abschluss der Lehre ein bescheidenes Auskommen zu finden.

Dank Legaten und grosszügigen Einzelspenden durften wir in den letzten zehn Jahren auch jährlich mindestens ein Schulhaus bauen. Die Schulhäuser befinden sich meist in abgelegenen Gebieten, wo die Kinder ansonsten Schulwege von mehreren Kilometern auf sich nehmen müssen, was vor allem bei kleineren Kindern dazu führt, dass sie gar nicht in die Schule gehen.

Die Schulhäuser umfassen sechs Schulzimmer, ein Lehrerzimmer und sanitäre Anlagen und werden in den meisten Fällen in einer Rekordzeit von drei bis vier Monaten von unserem eigenen Baumeister unter Mithilfe der lokalen Bevölkerung gebaut. Da Schulklassen von bis zu 50 Schülern normal sind und häufig in Doppelschichten unterrichtet wird, profitieren von einem solchen Schulhaus bis zu 500 Kinder.

Hilfe zur Selbsthilfe mit Kleinkrediten

Ein wichtiges Projekt, eines, das wohl unser Ziel «Hilfe zur Selbsthilfe» am besten widerspiegelt, ist die Gewährung von Kleinkrediten. Nach dem Durchlaufen einer Basisausbildung in «Unternehmertum» können insbesondere Frauen ein Projekt für einen Kleinkredit einreichen. Die Projekte werden von einem Kreditausschuss geprüft und die Kreditnehmerinnen werden bei der Realisierung ihres Projektes eng begleitet und beraten. Nicht jedes Projekt ist erfolgreich, aber der Stolz und die Befriedigung der erfolgreichen Kreditnehmerinnen, es aus eigener Kraft geschafft zu haben, ist jedes Mal sehr berührend.

Weitere Projekte wie die Betreuung von Strassenkindern, die finanzielle Unterstützung für die medizinische Behandlung von kranken und behinderten Kindern, die Unterstützung der lokalen Mütterstation und des Spitals laufen dank der Unterstützung aus der Schweiz seit vielen Jahren und werden von den Betroffenen sowie den lokalen Behörden sehr geschätzt.

So konnte mit Ihren Spenden mehreren tausend Menschen in Ruanda zu einem besseren Leben und zu einer besseren Zukunft verholfen werden. Die Menschen sind sehr dankbar und können es manchmal fast nicht fassen, dass die «Swissis» aus der fernen Schweiz an ihrem Schicksal Anteil nehmen. Wir können uns diesem Dank nur anschliessen und ganz fest hoffen, dass Sie uns und den Menschen in Ruanda mit einer Spende an die Weihnachtsaktion auch weiterhin die Treue halten.

* Regula Gloor ist die Präsidentin des Stiftungsrates der Margrit-Fuchs-Stiftung.