Pensionskassengeld

Sparvorschlag: Pensionäre sollen nur noch monatliche Rente erhalten

Pensionskassengeld nur noch monatlich?

Pensionskassengeld nur noch monatlich?

Wer in den Ruhestand geht, soll das Pensionskassengeld nicht mehr auf einmal auszahlen lassen können. Dieser Vorschlag sorgt für Kopfschütteln.

Wer in Penson geht, der soll sich nicht mehr all sein Pensionskassengeld auf einmal beziehen können – sondern nur noch eine monatliche Rente bekommen. Bundesrat Alain Berset möchte so verhindern, dass Rentner das Geld zu schnell aufbrauchen. Das sind die Reaktionen auf den Vorschlag.

Mit der Reform der Ergänzungsleistungen möchte der Bundesrat den Kapitalbezug aus der beruflichen Vorsorge ausschliessen. Grosse Freude an diesem Kurswechsel hat die CVP-Nationalrätin Ruth Humbel. Vor vier Jahren hat der Bundesrat den gleichen Vorschlag von ihr abgelehnt.

«Das Leute Kapital beziehen, wenn sie ins Rentenalter kommen und dann dieses Geld, etwa für Ferien, aufbrauchen und danach von den Steuerzahlern finanzierte Ergänzungsleistungen beziehen, ist einfach nicht richtig», sagt sie zu «TeleM1».

Dass Rentner auf Ergänzungsleistungen angewiesen sind, nachdem sie quasi Hunderttausende von Franken zum Fenster herausgeschmissen haben, das findet wohl niemand in Ordnung. Trotzdem findet FDP-Nationalrat Thierry Burkart, dass die Wahl zwischen Kapitalbezug oder einer Rente bestehen bleiben soll: «Das ist eine weitere Einschränkung der Selbstverantwortung. Im Sinne der Eigenverantwortung sollte es möglich sein, dass man zwischen Renten und Kapitalbezug wählen kann. Es ist schliesslich Geld, das man selbst angespart hat.»

Extreme Fälle verhindern

Der Bundesrat erwartet, dass man mit der Reform bei den Ergänzungsleistungen jährlich rund 300 Millionen Franken sparen kann. Für SVP-Nationalrat Maximilian Reimann gehen die Pläne daher in die richtige Richtung – es sollten aber nur extreme Fälle verhindert werden – so wie jener, den das Bundesgericht kürzlich behandeln musste:

Eine Anlegerin hatte 940'000 Franken Alterskapital. Davon bezog sie 85'000 Franken. Doch als sie Bilanz zog, hatte sie noch 40'000 Franken. Der Rest hat sich durch Misswirtschaft oder falsche Anlageentscheide seitens ihres Vermögensverwalters in Luft aufgelöst.

Die heisse Diskussion rund um das heikle Thema hat in Bundesbern erst angefangen. Nicht anfassen möchte der Bundesrat den Pensionskassenbezug für Wohneigentum – diese Idee hatte er nach heftiger Kritik gleich wieder verworfen. (hug)

Meistgesehen

Artboard 1