Social-Media-Redaktorin Maria Brehmer ist eine der Wagemutigen: Sie hat in diesen Tagen bereits einen Schwumm in der Aare gewagt. «Normalerweise gehe ich schon früher, dieses Jahr hat es eher lange gedauert, bis das Wasser die nötige Temperatur erreicht hat», erzählt sie. So um die 16 Grad müssten es schon sein, damit sie sich getraue. «Dann ist die Abkühlung an so einem heissen Tag aber etwas Wunderbares.»

Auch andere Mutige haben den Gang ins Wasser dieses Jahr schon gewagt – aber ist es empfehlenswert, sich an einem heissen Sommertag mit einem Sprung in den Fluss abzukühlen? Nathalie Zulauf, Presseverantwortliche der Schweizerischen Lebensrettungs-Gessellschaft (SLRG) Baden-Brugg, rät davon ab: «Auch wenn ein Sprung verlockend ist, für den Körper ist der grosse Temperaunterschied ungesund und kann schlimmstenfalls zum Schock führen.» 

Wer jetzt schon baden gehen möchte, sollte einige Regeln beachten. Zuerst die Füsse ins Wasser halten, dann Arme, Gesicht und Oberkörper benetzen, dann langsam ins Wasser steigen. Wer danach doch an einer geeigneten Stelle in den Fluss springen möchte, sollte immer mit den Füssen voran springen. Und wieder raus gehen, bevor man völlig erschöpft ist und der Kreislauf schlappmacht: Unterkühlung kann zu Muskelkrämpfen führen – je kälter das Wasser, umso kürzer der Aufenthalt.

«In fliessende Gewässer sollte man sich nur mit Schwimmweste begeben, weil sie grundsätzlich gewisse Risiken bergen. Es ist keine Aufsicht da, und wenn jemand von der Strömung mitgerissen wird, ist es schwierig, die Person zu finden», erklärt Zulauf.  Nebst Schwimmweste seien geeignete Schuhe ratsam. Ganz unabhängig von den Temperaturen ist es sehr gefährlich, sich alkoholisiert oder unter Drogeneinfluss ins Wasser zu begeben. Lange Strecken sollte man nie alleine schwimmen. 

Die SLRG Baden-Brugg hat sich bereits am 1. Juni ins Wasser getraut. In der 14 Grad kalten Aare fand die erste Übung statt. Die Bedingungen dafür waren optimal, wie die Gruppe auf Facebook schreibt: «Der Wasserstand ist aufgrund des Regens in den letzten Wochen höher, auch Schwemmholz treibt die Aare herunter. Gefahren lauern überall, so können wir uns auf den Ernstfall vorbereiten. Die Rettungsgruppe wird Wurfsack-Übungen durchführen, so können Menschen im Fluss gerettet werden.»

Allerdings warnen die Profis davor, die Übungen nachzumachen. Die erfahrenen Flussschwimmer haben eine entsprechende Ausrüstung und tragen Neopren, Schwimmweste, Helm sowie Wurfsack.

Der Fall ins Eiswasser

Und wenn doch jemand in Not gerät? Die Rettung aus kaltem Wasser unterscheidet sich grundsätzlich nicht von einer aus warmem Wasser, wie Zulauf erklärt: «Es gilt zuerst zu alarmieren, damit Hilfe kommt. Dann der Person zurufen, allenfalls kann sie selber ans Ufer schwimmen. Wenn das nicht geht, ein Holzstück hinhalten, oder einen Wurfsack mit Seil werfen und so die Person an Land ziehen. Als letzte Möglichkeit geht man selber ins Wasser, dies nur, wenn man sich nicht selber in Gefahr bringt.»

Spezielle Regeln gilt es zu beachten, sollte man sich einmal in sehr kaltes Wasser begeben oder gar im Winter ausrutschen und in eisiges Wasser fallen. Bei Wassertemperaturen unter 15 Grad ist die maximale Aufenthaltsdauer gleich der Wassertemperatur (z.B. 4 Minuten bei 4 Grad Wassertemperatur), schreiben die Rettungsschwimmer auf ihrer Internetseite zu dem Thema. Bei einem Sturz gelte es, die Atmung zu normalisieren, denn oft beginnen Verunglückte in der Panik zu hyperventilieren. Man solle versuchen, die Situation zu überblicken und auf sich aufmerksam zu machen. Falls möglich ist es ratsam, sich irgendwo festzuhalten. Je mehr man sich bewegt, desto schneller geht Körperwärme verloren.