Wie Roth das Regierungsamt - nun ohne helfende Partei - weiterführen will, sei der SVP schleierhaft, schrieb die Partei am Dienstag in einer Stellungnahme. Ohne massive Erhöhung ihres persönlichen Einsatzes und ohne die Annahme von Hilfe sei dies nicht möglich.

Mit dem Parteiaustritt ist laut SVP kein einziges Problem gelöst. Ein Rücktritt vom Amt wäre für den Kanton Aargau das Beste. Die SVP Aargau müsse anerkennen, dass sie das Leistungsvermögen von Franziska Roth falsch eingeschätzt habe.

SVP hat sich getäuscht

Die Partei bittet die Aargauerinnen und Aargauer in aller Form um Entschuldigung für die 2016 beschlossene Nomination zur Regierungsratskandidatin. Zweieinhalb Jahre später sehe die SVP ein, dass sie sich damals getäuscht habe. Franziska Roth mangle es an Willen, Interesse und Talent, das Regierungsamt auszufüllen.

Die Vorwürfe von Seiten der Parteispitze seien spätestens im Februar 2018 sehr konkret formuliert worden, konterte die SVP Aargau entsprechende Vorwürfe von Roth. Als Beispiele nennt die Partei die angekündigte, aber nie vorgelegte Strategie für das Departement.

Weiter wirft die SVP Roth vor, jeweils am Montagmorgen nicht vor 10 Uhr zur Arbeit zu erscheinen. Weitere Kritik übt die Partei bezüglich fehlender Leadership, fehlendem Bezug zur Gesundheitsdirektorenkonferenz, Desinteresse für das Gesundheitswesen und die wichtigen Geschäfte sowie fehlender Präsenz an Sitzungen und Veranstaltungen.

«Dieser Schritt fällt mir ganz und gar nicht leicht, da die SVP schon immer meine politische Heimat war»

«Dieser Schritt fällt mir ganz und gar nicht leicht, da die SVP schon immer meine politische Heimat war»

Am Dienstag, 23. April, gab die Regierungsrätin Franziska Roth den Austritt aus der Aargauer SVP bekannt. Der wichtigste Ausschnitt aus ihrer vor den Medien verlesenen Erklärung.

Keine weitere Zusammenarbeit möglich

In den vergangenen Monaten sei ihre Arbeit und ihr Departement Gesundheit und Soziales (DGS) einer Dauerkritik ausgesetzt gewesen, hatte Roth am Dienstag vor den Medien in Aarau erklärt. Die diffusen Vorwürfe seien mehrheitlich von Seiten der Parteileitung der SVP Aargau gekommen.

Trotz mehrmaligem Nachfragen bei den Kritikern seien diese Vorwürfe bis heute nicht konkretisiert, geschweige denn mit Fakten belegt worden. Sie habe erkennen müssen, dass eine weitere Zusammenarbeit mit der Fraktionsspitze und der Geschäftsleitung der SVP Aargau nicht mehr möglich sei.

Sie habe sich deshalb entschlossen, die SVP des Kantons Aargau zu verlassen und als parteilose Regierungsrätin ihr Amt weiterzuführen, sagte sie. Das Parteipräsidium der SVP Aargau und der Aargauer Landammann Urs Hofmann (SP) wurden am Dienstagmorgen über ihren Entscheid informiert.

Franziska Roth tritt aus der SVP aus – die Sondersendung vom 23. April 2019

Franziska Roth tritt aus der SVP aus – die Sondersendung von der Medienkonferenz vom 23. April 2019 in voller Länge

«Hoffnungslos» – so titelt die SVP Aargau in ihrer Medienmitteilung: