Schwimmen
Wie viele Lehrpersonen braucht es beim Schwimmunterricht? Grosser Rat sagt mit 61 zu 60 Stimmen knapp Nein zu mehr Geld für höhere Pensen

Der Grosse Rat hat einen Vorstoss ganz knapp abgelehnt, der mehr finanzielle Mittel vom Kanton forderte, damit der Schwimmunterricht künftig in Halbklassen durchgeführt werden kann. Bildungsdirektor Alex Hürzeler argumentierte, die Schulen könnten heute schon Mittel für mehr Pensen beim Schwimmunterricht einsetzen.

Fabian Hägler
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Schwimmunterricht im Tägi Wettingen nach den ersten Corona-Lockerungen.

Schwimmunterricht im Tägi Wettingen nach den ersten Corona-Lockerungen.

zVg

SVP-Grossrätin Tonja Kaufmann aus Hausen ist ehemalige Rettungsschwimmerin und sagt: «Ich würde mich nicht trauen, allein mit 14 Kindern Schwimmunterricht durchzuführen.» Dies sehe der neue Lehrplan aber vor, die Betreuung von so vielen Schülerinnen und Schülern durch eine Lehrperson sei ein Sicherheitsrisiko, kritisierte Kaufmann.

Tonja Kaufmann (SVP) hatte den Vorstoss zum Schwimmunterricht eingereicht.

Tonja Kaufmann (SVP) hatte den Vorstoss zum Schwimmunterricht eingereicht.

zVg

In einem Vorstoss, den auch Ratsmitglieder von FDP, EVP, SP und Grünen unterschrieben haben, verlangte sie Mittel vom Kanton, um den Schwimmunterricht in Halbklassen zu erteilen. Luzia Capanni (SP) sagte, alle Kinder im Aargau sollten Schwimmunterricht erhalten. Mit 3,3 Millionen vom Kanton liesse sich dies flächendeckend mit genügend Lehrpersonen finanzieren.

Ruth Müri (Grüne) fand, es sei schwer zu verstehen, warum beim Werken Mittel für Halbklassen zur Verfügung gestellt würden, beim Schwimmen aber nicht. Edith Saner (Mitte) sagte, Schwimmunterricht sei ein Pflichtangebot, es brauche mehr Ressourcen und ausgebildete Lehrpersonen.

SVP, FDP, GLP und Bildungsdirektor gegen kantonale Regelung

Mehrheitlich gegen den Vorstoss stellten sich SVP, FDP und Grünliberale. Die Sicherheit sei bisher schon sehr hoch gewichtet worden, sagte Suzanne Marclay-Merz (FDP). Das Problem lasse sich nicht mit mehr Pensen lösen, es fehle an Infrastruktur, also an Schwimmbädern, sagte Béa Bieber (GLP). Martin Bossert sagte für die SVP-Fraktion, es sei nicht einzusehen, warum mehr Ressourcen nötig seien.

Bildungsdirektor Alex Hürzeler sagte, bereits heute könnten Schulen Mittel für mehr Personen im Schwimmunterricht einsetzen. Es sei Idee des Systems, dass die Schule vor Ort selber entscheide, wie sie die Mittel sinnvoll und effizient einsetze. Es wäre falsch, beim Schwimmen eine kantonale Regelung zu erlassen. Der Grosse Rat folgte ihm mit 61 zu 60 Stimmen ganz knapp.

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