Forderungen
Pestizide im Aargauer Trinkwasser lösen Vorstossflut in der Politik aus

Im Aargauer Parlament wie auch in Bundesbern reichten Politikerinnen und Politiker zahlreiche Fragen und Forderungen zum Thema Pestizide im Trinkwasser ein. Noch diese Woche beschäftigte das Thema die Politik.

Raphael Karpf
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Auch wegen Chlorothalonil reichten zahlreiche Politikerinnen und Politiker im Aargau Vorstösse ein.

Auch wegen Chlorothalonil reichten zahlreiche Politikerinnen und Politiker im Aargau Vorstösse ein.

Britta Gut

Als die Probleme mit dem Pestizid Chlorothalonil bekannt wurden, haben Politikerinnen und Politiker im Aargau wie auch in Bundesbern eine regelrechte Flut an Fragen und Forderungen eingereicht. Diese reichten von der Frage, wie gross das Problem nun tatsächlich sei über die Frage, wer das alles bezahlen soll bis hin zu der Forderung, dass künftig bei der Zulassung von Pestiziden genauer hingeschaut werden soll.

Noch diese Woche hat der Aargauer Grosse Rat ein Postulat von Hansjörg Wittwer (Grüne) behandelt. Wittwer forderte, dass zum einen die Messdaten zur Wasserqualität aller Gemeinden vom Kanton veröffentlicht würden – bis heute gibt es keine vollständige Übersicht, nur repräsentative Stichproben wurden veröffentlicht. Und zum anderen forderte Wittwer, dass Pflanzenschutzmittel in Zuströmbereichen von Grund- oder Oberflächenwasser nur noch unter strengsten Auflagen eingesetzt werden dürfen, sofern eine Verunreinigung des Wassers festgestellt wird.

Die Regierung anerkennt das Problem, wollte das Postulat aber abschreiben. Also nichts zusätzlich tun, weil man bereits handeln würde. Damit wollte sich Wittwer nicht zufriedengeben: «Die Antwort der Regierung zeige, dass sie eben gerade nicht bereit sei, die Forderung vollständig umzusetzen, so Wittwer. Eine grosse Mehrheit des Rates sah es anders und folgte der Argumentation der Regierung.

Noch am selben Tag hat Wittwers Parteikollegin Gertrud Häseli eine Interpellation eingereicht. Sie will von der Regierung wissen, wie der Kanton die Gemeinden unterstützt, und wie schon andere vor ihr, wie gross nun das Ausmass der Probleme mit dem Trinkwasser nun im Detail tatsächlich ist.

Und auch in Bundesbern wurde diese Woche über Pestizide diskutiert. Pestizide sollen nur noch zugelassen werden, wenn deren Abbaustoffe die zugelassenen Grenzwerte nicht überschreiten. Wenn diese Auflage die Landwirtschaft zu stark einschränken würde, kann der Bund im Einzelfall Pestizide dennoch erlauben. Der Bundesrat wie auch der Ständerat unterstützen diese Idee, im Nationalrat führte sie zu heftigen Diskussionen. Doch auch er sprach sich schliesslich knapp dafür aus.