Sicherheit

Nach Todesdrama in Lenzburg: Diese fünf Aargauer Fussgängerstreifen bergen Konfliktpotenzial

Beim Neumarkt in Brugg findet man auf nur wenigen Metern sechs Fussgängerstreifen.

Beim Neumarkt in Brugg findet man auf nur wenigen Metern sechs Fussgängerstreifen.

Nach mehreren schweren Unfällen in den Jahren 2010 bis 2013 überprüfte der Kanton die Sicherheit aller Fussgängerstreifen. Trotzdem gibt es Fussgängerstreifen mit Konfliktpotenzial. Wie haben fünf risikoreiche Beispiele aufgelistet.

Daniel Schwerzmann von der Abteilung Tiefbau des Baudepartements betont: «Es gibt heute keine Fussgängerstreifen mehr im Aargau, die gravierende Mängel aufweisen.» Das Baudepartement sei kontinuierlich daran, Verbesserungen vorzunehmen, wo das nötig sei. Häufig geschieht dies im Rahmen von Strassensanierungen, dabei ist die Überprüfung und allfällige Optimierung der Fussgängerstreifen ein fester Bestandteil des Projekts.

Lenzburger kritisieren Verkehrssicherheit

Lenzburger kritisieren Verkehrssicherheit

Bereits vor dem tödlichen Unfall in Lenzburg wurde die Verkehrssicherheit beim Zebrastreifen kritisiert. Nachbarn bemängeln erneut, er sei zu dunkel.

Trotzdem gibt es Fussgängerstreifen, die für Passanten und Autofahrer ein Risiko- oder Konfliktpotenzial darstellen. Hier fünf Beispiele aus den Aargauer Regionen:

Ehrendingen, Bushaltestelle Höhtal

Insel fehlt, Sicht zum Teil verdeckt

Der Fussgängerstreifen liegt rund 30 Meter von der Haltestelle versetzt in Richtung Baden. Um ihn zu benutzen, müssen die Passagiere eine kurze Einbahnstrasse überqueren, dem Trottoir um eine Kurve folgen, dann stehen sie unmittelbar vor dem Fussgängerstreifen.

Die Autofahrer von Baden her sehen die Fussgänger erst dann, was im Dunkeln gefährlich ist. In der Strassenmitte – ohne Insel – wird es nochmals heikel: Autofahrer von Tiefenwaag herkommend sehen die Fussgänger erst kurz vor dem Streifen, da der Bus an der Haltestelle und Autos auf der Gegenfahrbahn die Sicht verdecken. (sga)

Küttigen, Hauptstrasse

Kanton skeptisch, Anwohner begeistert

Auf der Hauptstrasse in Küttigen gibt es seit einigen Jahren einen Fussgängerstreifen, der blinkt, wenn er betreten wird. Entstanden ist er als Ersatz für den Schülerlotsendienst. Kai Schnetzler, Leiter der Sektion Verkehrssicherheit beim Kanton, sagte vor einem Jahr, der blinkende Streifen sorge für Unsicherheit.

Der Kanton ist also nicht begeistert von der Küttiger Lösung, die Einheimischen allerdings schon: «Die Bevölkerung findet die Wirkung absolut gut und würde es nicht verstehen, wenn man die Blinklichter rückbauen müsste», betont Gemeindeschreiber Robert Rütimann. (nro)

Brugg, Neumarkt bis Altstadt

Auf wenigen Metern sechs Streifen

Speziell ist die Situation in Brugg im Bereich zwischen Neumarkt und Altstadt, wo sich auf wenigen Metern gleich sechs Fussgängerstreifen befinden. Diese werden von vielen Jugendlichen, insbesondere auch Berufsschülern benutzt.

Zudem queren auch zahlreiche Kunden, die im Neumarkt einkaufen, die Strasse. Zwei dieser Fussgängerstreifen liegen überdies im Bereich der Kurve beim Eisi-Parkhaus. Im Bereich City-Galerie plante der Stadtrat eine Begegnungszone. Der Budgetkredit sorgte für intensive Diskussionen im Einwohnerrat im Oktober 2013 – und wurde schliesslich gestrichen. (mhu) 

Wohlen, Bremgarterstrasse

Fussgängerstreifen auf einer Kuppe

Wer vom Wohler Kirchenplatz her in Richtung Bremgarten fährt, sieht die Fussgänger auf dem Übergang beim ehemaligen Restaurant «Chäber», der sich auf einer Kuppe befindet, erst spät. Im weiteren Verlauf der Bremgarterstrasse wurden bei der Sanierung zusätzliche Fussgängerübergänge erstellt.

Diese sind mit aufgemalten Mittelzone und Inselschutzpfosten versehen. Der Wunsch nach weiteren Fussgängerstreifen kam aus der Bevölkerung. Es hatten sich immer wieder Leute gemeldet, die mit der Situation unzufrieden waren. (fh) 

Frick, Hauptstrasse

Zwischen «Rebstock» und Café Kunz

Der Fussgängerstreifen befindet sich an der vielbefahrenen Kantonsstrasse zwischen dem Café Kunz und dem Restaurant Rebstock. Rund 15 000 Fahrzeuge rollen auf der Strasse täglich durchs Dorf. Der Streifen liegt direkt an einer Einfahrt zu einem öffentlichen Parkplatz und bei Kolonnenverkehr ist die Sicht eingeschränkt.

Zudem ist er im Winterhalbjahr schlecht sichtbar. Um das Dorfzentrum aufzuwerten, sind derzeit verschiedene Massnahmen geplant. Im Zug davon sind für den Fussgängerstreifen Mittelinseln angedacht. (mf)

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