Argovia Fäscht
Mehr Sicherheit wegen Terrorgefahr? So wird auf dem Birrfeld kontrolliert

Das Beizlifest ist heute Freitag ruhig gestartet. Die Besucher kamen mit Bussen, Velos oder Privatautos aufs Birrfeld. Eines hatten sie aber gemeinsam: Alle mussten beim Eingang die Sicherheitskontrollen passieren.

Sandra Meier
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Am Einlass zum «Beizlifest» warteten neun Personen des privaten Sicherheitsdienstes SAS, um Taschen und Rucksäcke zu überprüfen.
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Das Sicherheitskonzept hat der Festivalveranstalter Radio Argovia gemeinsam mit der Aargauer Kantonspolizei und dem Sicherheitsdienst erarbeitet.
Auf das Festivalgelände im Birrfeld dürfen im Vergleich zu anderen Schweizer Open Airs weder Esswaren noch Flüssigkeiten jeglicher Form mitgenommen werden.
Wer trotzdem eine Flasche Wasser oder ein Deodorant mit sich trägt, hat schlechte Karten. Der Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes schüttelt den Kopf und zeigt auf den Müllsack, in dem die Flasche schliesslich landet.
Nach den Terroranschlägen im Ausland in den letzten Wochen dauern die Einlasskontrollen am «Argovia Fäscht» dieses Jahr länger.
Argovia Fäscht 2017 – Sicherheitskontrollen

Am Einlass zum «Beizlifest» warteten neun Personen des privaten Sicherheitsdienstes SAS, um Taschen und Rucksäcke zu überprüfen.

Sandra Ardizzone

Neun Personen des privaten Sicherheitsdienstes SAS warteten dort, um Taschen und Rucksäcke zu überprüfen. «Wir legen ein Augenmerk auf Effektenkontrolle», bestätigt Marco Kugel, seit neun Jahren Marketingleiter von Radio Argovia und zugleich Festivalleiter des Argovia Fäscht. Das Sicherheitskonzept hat der Radiosender gemeinsam mit der Aargauer Kantonspolizei und dem Sicherheitsdienst erarbeitet.

Auf das Festivalgelände im Birrfeld dürfen im Vergleich zu anderen Schweizer Open Airs weder Esswaren noch Flüssigkeiten jeglicher Form mitgenommen werden. Wer trotzdem eine Flasche Wasser oder ein Deodorant mit sich trägt, hat schlechte Karten. Der Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes schüttelt den Kopf und zeigt auf den Müllsack, in dem die Flasche schliesslich landet. So auch bei Jay aus Buchs (ZH). «Eigentlich wusste ich ja, dass ich keine Getränke mitnehmen darf. Ich hab es aber wieder vergessen.» Verärgert darüber ist er nicht, denn: «Es ist so viel passiert in letzter Zeit und hier hat es viele Leute – ich finde es richtig, dass sie sorgfältig kontrollieren.»

Notausgänge werden bewacht

Am 22. Mai hat sich ein Selbstmordattentäter am Konzert von Popstar Ariana Grande in Manchester in die Luft gesprengt. Die Terrorattacke hat zu einer Schockwelle geführt – weltweit. Trotzdem spürt man am Argovia Fäscht rund zwei Wochen später wenig von Anspannung oder Angst.

Kugel hatte bereits im Vorfeld angekündigt, es würden sich durch diese weitere Terrorattacke keine Änderungen im Sicherheitskonzept aufdrängen. Neben der Prüfung von Taschen und Rucksäcken tasten die Sicherheitsleute auch stichprobenweise Leute ab. Eine persönliche Kontrolle bei allen Besuchern oder gar ein Scannersystem wie an Flughäfen sei aber unrealistisch.

Impressionen vom «Argovia Fäscht» 2017:

Das Festgelände von oben.
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Einen Boxen-Stop einlegen
Nicole aus Däniken, Steffi aus Nebikon und Mel aus Aarburg
Der Platz füllt sich allmählich.
Ein paar Regentropfen und alle flüchten unters Zelt.
Auf dem Riesenrad.
Auf dem Riesenrad.
Eine Fahrt auf dem Nostalgie-Rad gefällig?
Regen und Sonne wechseln sich ab.
Dieser Sonnenuntergang!
Die Sanitäter haben noch nicht viel zu tun.
Eine Fahrt mit dem Riesenrad gefällig? So sieht das Festgelände von oben aus.
Toitoi-Toiletten am Argovia-Fäscht 2017
Eine süsse und herzige Angelegenheit
André Sauser moderiert für Radio Argovia aus dem Argovia-Tower.
Die ersten Besucher des «Beizlifäscht» treffen auf dem Birrfeld ein.
Dieses findet traditionellerweise am Freitag vor dem Argovia Fäscht statt und der Eintritt ist kostenlos.
Die Eintrittskontrollen dauern nach den Terroranschlägen im Ausland der letzten Wochen ein wenig länger.
Bereitwillig öffnen die Besucher ihre Taschen für den Check durch das Sicherheitspersonal.
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Die Besucher strömen Richtung Sicherheitskontrolle
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Auf der Bühne.
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Maya Hauri ist mit ihren Autoscootern seit 1996 am Argovia Fäscht dabei.
«Kei Festplatz oni Hauri» ist ihr Slogan.
Marco Kugel, Marketingleiter von Radio Argovia, fährt das Gelände mit dem Quad ab.

Das Festgelände von oben.

Sandra Ardizzone

«Wir sind mit einer hohen Präsenz vor Ort», sagt Sicherheitschef Dominik Aebi. 90 Mitarbeiter sind am Argovia Fäscht im Einsatz. «Auch alle Notausgänge werden bewacht», fügt Kugler an. Diese Notausgänge sind rund um das Gelände verteilt. Die Massnahmen scheinen Wirkung zu zeigen: Die Besucher fühlen sich sicher. «Ich mache mir im Allgemeinen keine Sorgen – sonst könnte man nirgends mehr hingehen», sagt Romana Blättler aus Niedergösgen.

Die Sicherheitskontrollen stören auch Roman Burkhard aus Birrhard nicht; im Gegenteil: «Im Moment finde ich sie sogar gut.» Von verschärften Sicherheitskontrollen weiss er nichts: «Das war doch schon immer so.» Richtig «happy» über die Kontrollen zeigen sich Eugen und Vreni Frozza aus Neuenhof. «Wir fanden es das Allerletzte, als wir in der az lasen, dass sich Besucher beim Guns’n’Roses-Konzert über die verschärften Sicherheitskontrollen beschwerten», sagt Vreni Frozza und fügt an: «Wer ein reines Gewissen hat, kommt auch rein. Die anderen sollen sowieso draussen bleiben.»

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