Am Freitagabend trafen sich Auto- und Motorradhändler auf der Kartbahn «Race Inn» im bernischen Roggwil zu einem Teamevent. Unter ihnen ein Motorrad-Mechaniker aus dem Kanton Aargau. Der 31-Jährige kollidierte in der Finalrunde in einer Linkskurve mit der Bande. Durch den Aufprall wurde er so schwer verletzt, dass er kurze Zeit später im Spital starb. Der Aargauer war laut Tele M1 ein geübter Fahrer. Vor ein paar Jahren sei er sogar Quad-Schweizer-Meister geworden.

Ein Teilnehmer des Teamevents sagte gegenüber «Blick.ch», es sei auf der Kartbahn bereits während der Einwärmerunde ziemlich zur Sache gegangen. «Es war ein Kampfgeist zu spüren und es wurde sehr aggressiv gefahren.» In der Folge habe das Bahnpersonal einige Fahrer verwarnt und gar mit einer Sperre gedroht.

Das bestätigte Vasilios Pournaras, stellvertretender Geschäftsführer des «Race Inn», gegenüber Tele M1: «Bei dieser Gruppe war es effektiv so, dass wir sie nach dem ersten Lauf herausgenommen haben und sie gebeten haben, anständiger zu fahren. Dies ging im zweiten Lauf besser und darum sahen wir keinen Grund, den Finallauf nicht durchzuführen. »

Der Unfall habe bei ihm und seinen Mitarbeitern tiefe Spuren hinterlassen. Es tue ihnen von Herzen leid, was passiert sei. «Wir stehen jederzeit sehr gerne zur Verfügung, falls die Familienangehörigen mit mir oder uns sprechen möchten», sagt Pournaras.

Unfallursache unklar

Gravierende Sicherheitsmängel an der Indoor-Anlage scheinen sich bisher nicht gezeigt zu haben. Nachdem das Rennen laut den Betreibern umgehend nach dem Unfall gestoppt und die Kartbahn gesperrt wurde, war das «Race Inn» am Samstag bereits wieder normal geöffnet.
Die Unfallursache ist noch unklar. Die Kantonspolizei Bern ermittelt. Auch Thomas Dinkel, Inhaber der Kartbahn in Spreitenbach, kann nicht beurteilen, wie es zum tödlichen Unfall kam. Ein solcher Unfall sei tragisch und «für die ganze Branche nicht gut».

Auf der Indoor-Kartbahn in Spreitenbach hätten die Besucher viel Freiheiten, sagt Dinkel gegenüber der Aargauer Zeitung. «Wenn wir aber sehen, dass sich jemand rüpelhaft verhält, können wir die Geschwindigkeit seines Gokarts reduzieren oder ihn sogar von der Bahn verweisen.» Letzteres komme aber sehr selten vor. Gemäss Dinkel etwa einmal pro Jahr.

In Bezug auf die Sicherheit achte man darauf, dass die Banden so gebaut sind, dass möglichst wenig passieren kann: «Also dass niemand unter eine Bande geraten oder über die Bande aus der Bahn fahren kann.» Ausschliessen, dass etwas passiere, könne man aber nie. Trotz hoher Geschwindigkeit auf den Kartbahnen seien Unfälle aber die Ausnahme. «Wir führen zwar keine Statistik, aber bei 60'000 Fahrten pro Jahr in Spreitenbach müssen wir etwa zweimal den Krankenwagen rufen», sagt Dinkel.