Die aktuell gültige Konzession für das Wasserkraftwerk Gösgen endet zwar erst im November 2027. Wegen grösseren Investitionen beim Stauwehr Winznau (SO) hat die Alpiq Hydro Aare AG als Konzessionärin aber schon 2010 um eine vorzeitige Erneuerung der Konzession ersucht.

Nun hat die Aargauer Regierung der Erneuerung der Konzession für die nächsten 70 Jahre zugestimmt. Der Solothurner Kantonsrat hatte sie bereits Mitte Mai 2018 beschlossen. Den Kanton Aargau betrifft dies insofern, als 7 Prozent der Konzessionsstrecke in seinem Gebiet liegen. Konkret handelt es sich um die rechte Aare-Seite ab Strassenbrücke Aarburg bis zur Kantonsgrenze. Für die neue Konzession erhält der Kanton Aargau einmalig 297'000 Franken sowie jährliche Wasserzinsen. Der Kanton Solothurn erhält nebst den Wassergebühren einmalig eine Gebühr von 1 Million Franken. 

Keine Massnahmen auf Aargauer Gebiet

Das Kraftwerk soll ohne konzeptionelle Veränderungen weiterbetrieben werden, teilt die Aargauer Regierung mit. Die Anlage soll aber an den aktuellen Stand der Technik sowie an die Anforderungen der Hochwasser- und Erdbebensicherheit und der Ökologie angepasst werden. Dabei soll die maximale Nutzwassermenge von 380 auf 405 Kubikmeter pro Sekunde leicht erhöht werden. Auf dem Aargauer Abschnitt des Konzessionsgebiets (Gemeinde Aarburg) sind weder technische noch ökologische Massnahmen vorgesehen. 

Der grösste Änderung betrifft das Wehr Winznau. Der Wehroberbau wird abgerissen, die Pfeiler werden verstärkt, alle Wehröffnungen werden mit neuen Schützen ausgestattet und das Tosbecken erneuert.

Die wichtigste ökologische Massnahme ist die Erhöhung der Dotierwassermenge. Das ist die minimale Wassermenge, mit der beim Wehr Winznau die Restwasserstrecke der Aare beschickt werden muss. Bisher sind es 7,5 Kubikmeter pro Sekunde im Winter, 10 im Frühling und Herbst sowie 15 im Sommer. Sie werden auf 15, 20 respektive 25 Kubikmeter pro Sekunde erhöht werden. (pz)