Statistik
Interaktive Karte: So hoch ist die Sozialhilfequote in den Aargauer Gemeinden

Die Sozialhilfequote im Kanton Aargau ist 2019 wie im Vorjahr leicht gesunken. Die Quote ging im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Prozentpunkte auf 2,1 Prozent zurück. Der Aargau liegt mit diesem Anteil deutlich unter dem Schweizer Mittelwert, der 2018 bei 3,2 Prozent lag.

Merken
Drucken
Teilen
Unsere interaktive Karte (unten) zeigt die Sozialhilfequote in den Aargauer Gemeinden.

Unsere interaktive Karte (unten) zeigt die Sozialhilfequote in den Aargauer Gemeinden.

Keystone/Montage:Kob

Im Kanton wurden im vergangenen Jahr 14'280 Personen (-3,0 Prozent) in 8957 Dossiers (-2,8 Prozent) unterstützt, wie Statistik Aargau am Donnerstag mitteilte. Ein Dossier bildet eine Unterstützungseinheit ab und kann eine oder mehrere Personen, zum Beispiel eine Familie, umfassen.

Sowohl die kantonale wie auch die nationale Sozialhilfequote war bis 2017 langsam aber stetig angestiegen, bis 2018 der Trend mit einem leichten Rückgang durchbrochen wurde. Im Aargau war 2018 die Sozialhilfequote erstmals seit einem Jahrzehnt gesunken. Die Sozialhilfequote zeigt das Verhältnis der Sozialhilfebeziehenden zur ständigen Wohnbevölkerung des Kantons auf.

Die Sozialhilfequote bei Schweizer Frauen und Männern beträgt je 1,3 Prozent, bei ausländischen Männern 4,1 Prozent und bei ausländischen Frauen 5,0 Prozent.

Grosse Unterschiede zwischen den Bezirken

Die höchste Sozialhilfequote weist der Bezirk Aarau mit 3,2 Prozent aus, gefolgt vom Bezirk Kulm mit 2,6 Prozent. Über dem kantonalen Mittelwert liegen auch die Bezirke Zofingen (2,5 Prozent) und Rheinfelden (2,2 Prozent). Deutlich darunter liegen die Bezirke Muri (1,2 Prozent), Laufenburg (1,7 Prozent), Lenzburg (1,8 Prozent) und der Bezirk Zurzach (2,0 Prozent).

Unterkulm ist die Aargauer Gemeinde mit der höchsten Sozialhilfequote. Im Jahr 2018 war dies noch Aarburg, das mittlerweile auch von Suhr überholt wurde. In Böbikon, Geltwil, Mönthal oder Wiliberg sind dagegen keine Sozialhilfebezüger gemeldet. Allerdings werden in der Statistik Gemeinden mit ein bis vier Dossiers aus Datenschutzgründen nicht ausgewiesen.

Im vergangenen Mai rechnete die Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe (SKOS) aufgrund der Covid-19-Pandemie mit einem erneuten Ansteigen der Quoten während mindestens zweier Jahre. Das Monitoring der SKOS zeigt nun, dass die Entwicklung in diesem Jahr weniger negativ ausfallen dürfte als noch während der ersten Pandemiewelle erwartet wurde.

Einelternhaushalte am häufigsten betroffen

Unabhängig von der Zahl der Erwachsenen im Haushalt steigt die Wahrscheinlichkeit, auf Sozialhilfe angewiesen zu sein, mit der Zahl der Kinder an, wie Statistik Aargau festhält. Bei einem oder zwei Kindern sei das zusätzliche Risiko ungefähr gleich hoch, bei drei und mehr Kindern verdoppele es sich.

Von den 1116 Einelternhaushalten, die im 2019 im Aargau auf Sozialhilfe angewiesen waren, wurden nur 43 von Männern geführt. Rund 40 Prozent der Alleinerziehenden in der Sozialhilfe sind erwerbstätig, in den meisten Fällen mit einem Teilzeitpensum. Weil das dabei erzielte Einkommen nur einen Teil der Lebenskosten decken kann, müssen ergänzend Sozialhilfeleistungen in Anspruch genommen werden, wie Statistik Aargau schreibt.

Je älter jemand ist, desto kleiner ist das Risiko, auf Sozialhilfe angewiesen zu sein. Die grösste Altersgruppe, fast ein Drittel aller unterstützten Personen, sind Kinder und Jugendliche.

Während des Erwerbsalters fällt der Anteil der unterstützten Personen um knapp zwei Prozentpunkte ab, um dann im Pensionsalter noch einmal stark zu sinken. Der Grund: Andere Sozialleistungen, allen voran die AHV, tragen zur Existenzsicherung bei.

Länger in Gemeinde wohnhaft

Die meisten Anträge auf Sozialhilfe werden von Personen gestellt, die seit mehr als einem Jahr in der Gemeinde wohnen. Ihr Anteil beträgt unabhängig von der Haushaltsstruktur über 90 Prozent.

Anträge von neu zugezogenen Personen kommen am häufigsten bei Einpersonendossiers vor. Im vergangenen Jahr gab es 211 entsprechende Dossiers. Bei Haushalten mit mehreren unterstützten Personen und bei anderen Haushaltsstrukturen wie beispielsweise Heimen ist der Anteil noch niedriger. (sda/phh)