Vereinbarung
Hirslanden und Kantonsspital Aarau arbeiten bei Neurochirurgie zusammen

Nach der Herzchirurgie haben die Spitäler auche inen Kooperationsvertrag für die Neurochirurgie abgeschlossen

Urs Moser
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Aminadav Mendelowitsch und Javier Fandino kenne sich bestens und werden jetzt auch offiziell enger zusammenarbeiten.

Aminadav Mendelowitsch und Javier Fandino kenne sich bestens und werden jetzt auch offiziell enger zusammenarbeiten.

ZVG

Javier Fandino ist Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie am Kantonsspital Aarau (KSA). Aminadav Mendelowitsch Leiter der Neurochirurgie an der Hirslanden Klinik Aarau. Zwei Kapazitäten ihres Fachs, die sich seit langem kennen, austauschen und fallweise zusammenarbeiten. Was bisher «schwarz» geschah, wie Fandino scherzt, gibt es jetzt schwarz auf weiss: Das KSA und Hirslanden haben eine weitreichende Kooperation auf dem Gebiet der Neurochirurgie beschlossen und vertraglich geregelt – mit sofortiger Gültigkeit.

Die Kooperation ist vielleicht nicht so spektakulär wie die in der Herzchirurgie mit der Verpflichtung des weit über Fachkreise hinaus bekannten «Starchirurgen» Thierry Carrel, aber nicht minder bedeutsam. Sie stärkt den Spitalstandort Aargau in einem Bereich der Spitzenmedizin mit hoher Spezialisierung.

Es geht nicht um die «Routine», sondern um die komplexen Fälle zum Beispiel in der Hirntumorchirurgie. Die Patienten werden hier von gemeinsamen Fallbesprechungen profitieren, sie bekommen eine Zweitmeinung quasi frei Haus. Eine Form der Kooperation kann sein: Ein Patient von Professor Fandino benötigt einen Eingriff, für den Professor Mendelowitsch die grössere Erfahrung hat. Dann führt dieser die Operation am Kantonsspital Aarau durch oder umgekehrt.

Es ist auch möglich, dass sich die beiden Ärzte gegenseitig assistieren. Oder dann geht es um die Kooperation im Bereich der Infrastruktur: Wenn Aminadav Mendelowitsch eine Operation durchführen muss, für die das Kantonsspital über die bessere OP-Ausrüstung verfügt als die Hirslanden Klinik, dann operiert er seinen Patienten im KSA. Oder Javier Fandino hat einen dringenden Fall, aber die Kapazitäten am Kantonsspital sind ausgelastet: Dann kann er in der Hirslanden Klinik operieren. Weitere Punkte der Vereinbarung betreffen die gegenseitige Unterstützung in der Fort- und Weiterbildung der Ärzte und die gegenseitige Vertretung bei Abwesenheiten von Kaderärzten in beiden Spitälern.

Die Kooperation sei eine Win-win-Situation für beide Häuser, zeigen sich Fandino und Mendelowitsch überzeugt. Sie sei im Interesse der Patienten, stärke auch das Vertrauen der Patienten in die Kliniken und trage somit dazu bei, dass keine öffentlichen Gelder für komplexe Behandlungen in andere Kantone abfliessen. Das sieht man im Management genau so: «Die Zusammenarbeit bestätigt das grosse Potenzial für einen Ausbau von Synergien zwischen privatem und öffentlichem Spital», sagt Robert Rhiner, der neue CEO des Kantonsspitals Aarau. Und Hirslanden-Direktor Philipp Keller bekräftigt: «Wir unterstreichen damit erneut, dass wir zum Wohl der Patienten in unserem Einzugsgebiet bereit sind, neue Wege zu beschreiten.»