Gründerzentrum Solothurn
«Scheitern gehört zum Unternehmertum dazu»: Roland Brack plaudert am ersten Solothurner Gründertag aus dem Nähkästchen

Am Mittwoch führte das Gründerzentrum Solothurn den ersten «Tag des Gründens» durch. Alle jene, die mit dem Gedanken spielen, sich selbstständig zu machen, konnten sich Tipps und Tricks von Profis abholen. Unter anderem vom Gründer und Inhaber von brack.ch.

Raphael Karpf
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Roland Brack, Inhaber und Gründer von Brack.ch.

Roland Brack, Inhaber und Gründer von Brack.ch.

Bild: zvg

In Solothurn ist das Gründungsfieber ausgebrochen. Trotz, oder vielleicht gerade wegen Corona. 788 Firmen wurden alleine dieses Jahr gegründet. Das sind 16,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Am Mittwoch kam es zu einer Premiere: Das Gründerzentrum Solothurn führte erstmals den «Tag des Gründens» durch.

Thomas Heimann, Geschäftsleiter Gründerzentrum Solothurn.

Thomas Heimann, Geschäftsleiter Gründerzentrum Solothurn.

Bild: Zvg

Zielpublikum: All jene, die sich kürzlich selbstständig gemacht haben oder mit dem Gedanken spielen. «Wir wollen zeigen: Es gibt Experten, die helfen können und willens sind, Neugründungen zu unterstützen», sagt Thomas Heimann, Geschäftsleiter des Gründerzentrums. Nun müsse nur noch die Hemmschwelle fallen, sich diesen Rat auch zu holen. Das Gründerzentrum bot deshalb gleich eine ganze Reihe von Veranstaltungen an: Vorträge, Workshops. Alles, was man wissen muss, um sich selbstständig zu machen.

Dabei gabs gleich noch Tipps von einem der ganz grossen aus dem Business mit auf den Weg. In seiner Jugend begann Roland Brack damit, erste Computer zu verkaufen. Später machte er sein Hobby zum Beruf: Während des Studiums gründete er seine eigene Firma. Heute hat brack.ch mehr als 1000 Mitarbeitende und macht einen Jahresumsatz von über einer Milliarde Franken.

Probieren, probieren, probieren

Was braucht man, um so durchstarten zu können? Wichtig sei, dass man offen ist, sagte Brack. Dass man gleichzeitig aber auch loslassen könne, wenn etwas nicht funktioniere. Denn:

«Scheitern gehört zum Unternehmertum dazu.»

Es sei auch wertvoll zu wissen, dass – und vor allem wieso – etwas nicht funktionierte. Davon dürfe man sich dann allerdings nicht unterkriegen lassen. Sondern gleich wieder aufrappeln, etwas neues probieren. «Je mehr man probiert, desto mehr Projekte führen zum Erfolg.»

Nebst dieser positiven Grundhaltung brauche es nur noch eine weitere Zutat, fand Brack: Freude an dem, was man tut. «Wenn man nur ein Unternehmen gründet, damit man eins hat, wird man Schwierigkeiten haben.» Doch wenn man für ein Projekt brenne, dann habe man gute Voraussetzungen, um erfolgreich zu werden.

Ob es einen zweiten Gründertag geben wird, ist noch offen

Knapp 200 Personen lauschten Bracks Ausführungen. Und im anschliessenden, ersten digitalen Workshop fanden sich fast 100 im Livechat. Ob man den Gründertag in kommenden Jahren erneut durchführen wird, das werde man noch diskutieren, so Heimann. Allenfalls in einer etwas redimensionierten Form. Wichtig sei jetzt aber vor allem, dass es überhaupt ein solches Format gebe.

Denn auch wenn der Kanton Solothurn in den vergangenen Jahren aufgeholt habe und durchaus attraktiv für Neugründungen sei: Noch immer gebe es Luft nach oben. Seine Vision: Ein Businesspark, in den sich Unternehmen kurzfristig einmieten können, ohne das Risiko von langjährigen Mietverträgen auf sich nehmen zu müssen.

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