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Grosse Ehre für das Aargauer Medienprojekt «DU bist Radio»

Aargauer Medienprojekt erhält viel Platz: Die Serie «DU bist Radio» von Kanal K wird im Europäischen Wissenschaftsjournal «Medicine, Healthcare and Philosophy» ausführlich gewürdigt.

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Das Europäische Wissenschaftsjournal «Medicine, Healthcare and Philosophy» berichtet in seiner aktuellen Ausgabe umfassend über das Aargauer Medienprojekt «DU bist Radio».

Das Europäische Wissenschaftsjournal «Medicine, Healthcare and Philosophy» berichtet in seiner aktuellen Ausgabe umfassend über das Aargauer Medienprojekt «DU bist Radio».

Chris Iseli/ AZ

Das Europäische Wissenschaftsjournal «Medicine, Healthcare and Philosophy» berichtet in seiner aktuellen Ausgabe umfassend über das Aargauer Medienprojekt «DU bist Radio». Die seit 2009 produzierte und preisgekrönte Serie wird regelmässig von drei nicht-kommerziellen Radiostationen – Kanal K in Aarau; Radio RaBe in Bern; Radio X in Basel – ausgestrahlt und gibt sogenannten verletzlichen Gesellschaftsgruppen die Möglichkeit, frei von jedweder journalistischer Einflussnahme das Medium Radio zu nutzen.

Der 12-seitige Artikel beschreibt Theorie und Konzept der Radioserie und analysiert die in den vergangenen vier Jahren entstandenen Sendungen. Ralf Stutzki, Produzent von «DU bist Radio», hat mit seinem Team mehr als 300 Personen vor Ort besucht, darunter Menschen in Krankenhäusern, therapeutischen Einrichtungen und Gefängnissen. «DU bist Radio», so wird Stutzki in einer Pressmitteilung von Kanal K zitiert, suche häufig jene auf, die aufgrund von beispielsweise schwerer Krankheit, Not, Sucht und anderen dramatischen Umständen vor aussergewöhnlichen Herausforderungen stünden; Menschen mit einer besonderen Lebensgeschichte. «Im Gepäck haben wir unsere Aufnahmetechnik, aber keine einzige Frage mit Bezug auf die Sendung, die vor Ort entsteht und produziert wird.» Die Teilnehmer entscheiden, so Stutzki, was sie erzählen möchten und was gesendet wird. So entstünden aussergewöhnliche, authentische Sendungen und Inhalte. «Wir erhalten andere Antworten, wenn wir keine Fragen stellen.»

Indem die alleinige Verantwortung für die Produktion auf die teilnehmenden Gruppen übertragen werde, entstehe zwischen ihnen und dem professionellen Journalistenteam, so Produzent Stutzki, eine «Beziehung auf Augenhöhe».

Auch wenn in den vergangenen Jahren deutliche Fortschritte auf dem Gebiet der Gleichstellung verletzlicher Gruppen in der Gesellschaft erzielt worden seien (Beispiel: Patientenrechte), sehen die Initiatoren von «DU bist Radio» erst den Beginn eines notwendigen Wandels: Stigmatisierung und Diskriminierung seien nach wie vor zentrale Probleme, die es gesamtgesellschaftlich zu lösen gelte.

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