24. November

Gewerbeverband erteilt der teureren Autobahnvignette wuchtige Abfuhr

Kritik am Lehrplan 21: Verbandspräsident Kurt Schmid

Kritik am Lehrplan 21: Verbandspräsident Kurt Schmid

Der Aargauische Gewerbeverband lehnt die Preiserhöhung der Autobahnvignette von 40 auf 100 Franken klar ab. Die Vorlage, die am 24. November zur Abstimmung gelangt, hatte bei den Delegierten des Verbandes keine Chance.

Die Ausgangslage für die Delegiertenversammlung des Aargauischen Gewerbeverbandes (AGV) in Villigen war spannend: denn der Vorstand des Schweizerischen Gewerbeverbandes empfiehlt die Vorlage vom 24. November zur Erhöhung des Autobahnvignettenpreises überraschend mit 9 : 3 Stimmen zur Annahme.

Klar: Entscheidend wird das Votum der Gewerbekammer sein. Doch konnte man gestern Abend gut herausspüren, wo das Gewerbe tatsächlich steht.

Im Aargau ist der Fall jedenfalls klar. Die Delegierten folgten nach kurzer Debatte mit zwei ablehnenden Delegierten-Voten der Empfehlung des kantonalen Vorstandes und sagte mit 54 : 6 Stimmen Nein.

Zuvor hatten der Präsident des Fachverbandes Infra und frühere Zürcher CVP-Nationalrat Urs Hany sowie der Grossrat und Aargauer TCS-Präsident Thierry Burkart die Klingen gekreuzt.

Hany warb unter Verweis auf die Zweckbindung der Mehreinnahmen für die Vorlage.

So könne der Bund zum Beispiel knapp 400 km Kantonsstrassen von nationaler Bedeutung ins Nationalstrassennetz aufnehmen. Auch würden so Weiterausbauten möglich. Anders, so Hany, kämen geplante Ausbauten wie die Zürcher Oberlandautobahn nicht, «weil sie dann nicht finanziert ist».

Ganz anders sah dies Burkart. Für ihn ist die Vorlage schlicht «eine Mogelpackung.» Die Strasse zahle insgesamt 9,5 Milliarden, aber nur 2,6 Milliarden flössen in die Strassen. Die teurere Vignette «würde an der Stauproblematik 0,0 ändern».

Den Netzbeschluss für Ausbauten könne man auch sonst bringen. Burkart: «Es muss Schluss sein, dass Mittel der Strassenfinanzierung dauernd zweckentfremdet werden. Deshalb: bis hierher und nicht weiter.»

Massive Kritik am Lehrplan 21

In seiner Ansprache hatte AGV-Präsident Kurt Schmid Grossratspräsidentin Vreni Friker, Landammann Alex Hürzeler und Volkswirtschaftsdirektor Urs Hofmann begrüssen dürfen.

Er nutzte die Anwesenheit des Bildungsdirektors, um geballte Kritik des Gewerbes am Lehrplan 21 vorzutragen.

Wesentliche Punkte fehlten vollständig, kritisierte Schmid. Dazu gehöre «die Koordination der Fremdsprachen sowie der Wahl- und Pflichtfächer».

Zudem würden die Stundentafeln nicht harmonisiert, obwohl das nötig sei. Und es fehle der Fachbereich «Berufliche Orientierung».

Als Tendenz sei ersichtlich, das ursprüngliche Fachwissen durch «Kompetenzen» abzulösen.

Dafür ist das Gewerbe nicht zu haben. Schmid plädierte vehement dafür, dass Kernfächer wie Schreiben, Lesen und Rechnen höchste Priorität behalten.

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