Beschwerde

Freddy Nock wird aus der Sicherheitshaft entlassen - das sagt die Staatsanwaltschaft

Das Bezirksgericht Zofingen hatte beim Prozess letzte Woche Sicherheitshaft für den Hochseilartisten Freddy Nock angeordnet. Nun kommt er aber doch frei: Die Beschwerdekammer des Obergerichts schätzt den Fall anders ein.

Freddy Nock musste sich letzte Woche vor dem Bezirksgericht Zofingen verantworten. Die Staatsanwaltschaft hatte ihm unter anderem versuchte vorsätzliche Tötung vorgeworfen und in diesem Punkt Recht bekommen. Es ging um einen Vorfall im Jahr 2013.

Freddy Nock hatte sich während eines heftigen Streits auf den Oberkörper seiner Frau gesetzt und ihr mit beiden Händen ein Kissen aufs Gesicht gedrückt. «Er hat nicht aufgehört. Also habe ich mich totgestellt», sagte seine Frau vor Gericht. Das Bezirksgericht Zofingen verurteilte Freddy Nock dafür zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 2½ Jahren. Davon muss er zehn Monate absitzen.

Wegen Flucht- und Wiederholungsgefahr konnte Freddy Nock nach dem Prozess nicht nach Hause, sondern wurde direkt in Sicherheitshaft genommen, wie dies Staatsanwalt Simon Burger beantragt hatte. Der Hochseilartist sei international gut vernetzt und es bestehe die «ernstliche Gefahr, dass er sich entziehen wird», argumentierte der Staatsanwalt.

Der Verteidiger ist mit dem Entscheid zufrieden

Bereits am Tag nach der Verhandlung kündete Nocks Verteidiger Rudolf Studer an, dass er seinen Mandanten aus der Sicherheitshaft holen wolle. Mit Erfolg, wie sich nun zeigt. Die Beschwerdekammer des Aargauer Obergerichts hat am Donnerstag  entschieden, dass Freddy Nock aus der Sicherheitshaft entlassen wird.

«Die Beschwerdekammer hat die Flucht- und Wiederholungsgefahr abweichend von der Vorinstanz eingeschätzt», teilt die Medienstelle der Aargauer Gerichte mit. Warum die Beschwerdekammer zu einer anderen Einschätzung kam, muss an dieser Stelle offenbleiben. Aufgrund des hängigen Strafverfahrens und der Nichtöffentlichkeit solcher Beschwerdeverfahren erteilen die Aargauer Gerichte keine weiteren Auskünfte.

Verteidiger Rudolf Studer ist mit dem Entscheid erwartungsgemäss zufrieden, wie er auf Anfrage sagt. Die Staatsanwaltschaft nimmt den Entscheid zur Kenntnis und teilt auf Anfrage mit, sie werde ihn nicht ans Bundesgericht weiterziehen, weil ein Kontaktverbot verfügt worden sei.

Das Urteil des Bezirksgerichts Zofingen ist noch nicht rechtskräftig. Es ist offen, ob die Staatsanwaltschaft oder Freddy Nock das Urteil anfechten. Simon Burger hatte eine Freiheitsstrafe von 7½ Jahren gefordert. Letzte Woche sagte er zur AZ, er sehe «durchaus Ansatzpunkte für eine Berufung».

Rudolf Studer sagt, er habe das schriftliche Urteil am Donnerstag erhalten und werde das weitere Vorgehen nun mit seinem Mandanten besprechen. Vor Bezirksgericht hatte er einen vollumfänglichen Freispruch verlangt.

Studer argumentierte, dass die Ehefrau im Sorgerechtsstreit um den gemeinsamen Sohn ein Machtspiel gegen Freddy Nock führe. «Sie versuchte, ihn durch Anzeigen schlechtzumachen, um seine Chancen auf eine Obhut zu schmälern.»

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