Telefonseelsorge

Fast 20 Prozent mehr Anrufe: Dargebotene Hand zieht dennoch positive Bilanz

Eine Mitarbeiterin der Dargebotenen Hand nimmt das Telefon (Tel. 143) ab.

Eine Mitarbeiterin der Dargebotenen Hand nimmt das Telefon (Tel. 143) ab.

Laut dem Jahresbericht der Dargebotenen Hand wurden deutlich mehr Anrufe entgegengenommen. Das sei auch auf eine technische Umstellung zurückzuführen, wie die Geschäftsleiterin sagt.

Die Dargebotene Hand Aargau/Solothurn-Ost zieht eine positive Bilanz. Laut dem Jahresbericht 2019 wurden rund 10'000 Stunden Freiwilligenarbeit geleistet, wie aus einer Medienmitteilung hervorgeht.

50 Mitarbeitenden seien rund um die Uhr unter der Nummer 143 erreichbar gewesen. Sie konnten so mehr als 16'000 Anrufe entgegennehmen. Das seien 18 Prozent mehr als noch im Vorjahr.

«Mehr Telefonate bedeuten nicht zwangsläufig, dass es den Leuten schlechter geht», sagt Geschäftsleiterin Christina Hegi Kunz auf Nachfrage der AZ. Neu würden Anrufe umgeleitet, wenn die Leitung besetzt sei. Somit können mehr Gespräche gleichzeitig geführt werden und Anrufer müssten nicht auf später vertröstet werden. «Wir sind dankbar, dass wir genügend freiwillige Mitarbeiter haben», so Hegi Kunz. Zudem zeige der Zuwachs auch, dass es in der Bevölkerung einen Bedarf nach Angeboten wie dem der Dargebotenen Hand gebe.

Nationales Chat-Angebot der Dargebotenen Hand

Neu engagieren sich zehn Mitarbeitende von 10-22 Uhr auch in der Chat-Beratung, heisst es in der Mitteilung weiter. Auffallend dabei sei, dass in der Online-Beratung oft heiklere Themen angesprochen werden als bei der telefonischen Beratung. So sei beispielsweise Suizid mit rund 7,6 Prozent aller Chats mehr als doppelt so oft ein Thema als am Telefon. Zudem werde der Chat insbesondere von jungen Erwachsenen und Jugendlichen genutzt, während am Telefon ein grosser Teil der Anrufenden mittleren Alters (40 Jahre und älter) ist.

Auch die Jahresrechnung schliesst positiv ab, was keine Selbstverständlichkeit sei, wie Hegi Kunz betont.  «Tel 143» wird zu einem Grossteil durch Spenden finanziert. Aufgrund des Versammlungsverbots wurden die Gesamterneuerungswahlen von Vorstand und Revisoren schriftlich abgewickelt. Auch die Mitgliederversammlung von «Tel 143 – Die Dargebotene Hand Aargau/Solothurn-Ost» wurde auf schriftlichem Weg durchgeführt. Die sei laut Medienmitteilung ein Wermutstropfen. Sämtliche Aktivitäten rund um das 60-jährige Jubiläum der Geschäftsstelle müssten so auf das nächste Jahr verschoben werden. Christina Hegi Kunz: «Das Jubiläum 60 + 1 werden wir 2021 hoffentlich unbelastet und umso schöner feiern können.» (phh)

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