Fiese Masche
Falsche Airlines locken mit billigen Flugtickets auf den Balkan – schon 70 Betrugsfälle im Aargau

«Germani Airways» oder «Kosovalines» verkaufen billige Flüge auf den Balkan. Der Haken: Diese Fluggesellschaften gibt es gar nicht. Die Opfer erhalten von Betrügern falsche Tickets. Die Kantonspolizei Aargau mahnt zur Vorsicht.

Cecilia Zoeller
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Vorsicht! Fantasie-Fluggesellschaften prellen Reisende mit Pseudo-Flugtickets zu konkurrenzlos günstigen Preisen. (Symbolbild)

Vorsicht! Fantasie-Fluggesellschaften prellen Reisende mit Pseudo-Flugtickets zu konkurrenzlos günstigen Preisen. (Symbolbild)

Keystone

Die Festtage mit der Familie verbringen? Die Verwandschaft auf dem Balkan endlich wiedersehen? Das ist ein Traum für viele Menschen und genau diese Gefühle machen sich Betrüger nun zu Nutze.

Seit einiger Zeit locken im Internet Angebote mit Flügen auf den Balkan zum Discountpreis. Der Haken: Die Fluggesellschaft existieren nicht. Manchmal versenden die Betrüger sogar SMS mit einer konkurrenzlos günstigen Ticket-Aktion, teilweise mit Enddatum, um die Opfer unter Druck zu setzen. Air Prishtina warnte diesen Monat bereits von solchen Aktionen.

Jetzt warnt auch die Kantonspolizei Aargau in einem Facebook-Post vor den Fake-Airlines. «Die betrügerischen Angebote häufen sich während beliebten Reisezeiten wie im Sommer oder jetzt Ende Jahr», sagt Bernhard Graser, Mediensprecher der Kantonspolizei, auf Anfrage.

In diesem Jahr wurden bereits rund Aargauer 70 Fälle verzeichnet, bei denen die Betrüger ihren Opfern Geld abknüpften. Wegen der Dunkelziffer muss die gesamte Zahl der Betrugsfälle aber höher eingeschätzt werden, so Pfister. Über Versuche, welche glücklicherweise erfolglos blieben, habe die Kantonspolizei keine Angaben. Aus vergangenen Jahren kommen ähnliche Fälle hinzu, jedoch in weniger umfangreichem Rahmen.

Kantonspolizei Aargau warnt vor betrügerischen Pseudo-Flugtickets und Fantasie-Fluglinien

Kantonspolizei Aargau warnt vor betrügerischen Pseudo-Flugtickets und Fantasie-Fluglinien

facebook.com

Die Masche der Betrüger ist der konkurrenzlos tiefe Preis. Oftmals verfügen sie auch über professionell gestaltete Websites und Social-Media-Profile und verwenden einen vertrauenserweckenden Namen wie «Kosovalines» oder «Germani Airways» (in Anlehnung an die echte Airline «Germania») Flüge in Richtung Balkan an. Manchmal erfinden die Betrüger auch Flüge auf den Balkan von existierenden Airlines, obwohl diese Verbindungen in der Realität gar nicht angeboten werden, erzählt Graser.

Besonders dreist seien die Fälle, bei denen Opfer ein gefälschtes Flugticket erhalten und kurz vor dem Flugdatum feststellen müssen, dass weder der Flug noch die Airline existieren.

Wer auf solche Pseudo-Fluganbieter hereinfällt, kann sein Geld abschreiben. Graser weiss von Personen, die Tickets für die ganze Familie buchten und 2000 bis 3000 Franken verloren haben. Bei anderen liegt der Deliktsbetrag im dreistelligen Bereich.

Solche Betrugsfälle beschränken sich nicht nur auf den Aargau. Graser bestätigt, dass die Fake-Airlines auch international Personen hinters Licht führen. Möglicherweise operieren die Betrügerbanden von Deutschland aus, so Pfister. Bis jetzt gab es aber keine Verhaftungen. die Ermittlungen dauern an. Die Kantonspolizei kooperiere mit anderen Polizeien.

Die Kantonspolizei warnt explizit vor den Fantasie-Fluglinien «Germani Airways» und «Kosovalines». Sie rät auch zu Vorsicht bei SMS mit Flugangeboten zu Discountpreisen. Falls man eine Flugreise auf den Balkan plane, empfiehlt Graser, sich zu erst ausgiebig im Internet über die Reiseanbieter zu informieren. Dem Druck von Lockvogel-Aktionen mit Enddatum sei unbedingt Stand zu halten.

Impressionen aus dem Kosovo:

Der Blick über das Tal von Zubin Potok. Die Landschaft erinnert an das Schweizer Mittelland, wär da nicht die von Saudi-Arabien finanzierte Moschee.
12 Bilder
Auf dem Friedhof im westkosovarischen Dorf Gllogjan, der Heimat von Premierminister Ramush Haradinaj, liegen viele gefallene UCK-Kämpfer begraben.
Das offizielle 10-Jahres-Feier-Plakat auf einem Feld ausserhalb der südostkosovarischen Stadt Gjilan.
Vorbereitungen auf die 10-Jahres-Feier in der Mutter-Theresa-Fussgängerzone in Pristina.
Luzerner Nummernschilder vor dem luxuriösen Hotel der Vali Ranch im Südosten Kosovos.
Diese 'Kulla' (so heissen die für den Kosovo typischen, festungsartigen Steinhäuser) liess sich die Familie von Premierminister Ramush Haradinaj in ihrem Heimatdorf Gllogjan nach dem Krieg bauen.
Die bronzene Bill-Clinton-Statue am 'Boulevardi Bill Klinton' in Pristina.
Der Kodak-Film-Laden in der nordkosovarischen Gemeinde Zubin Potok ist seit Monaten geschlossen.
Der Gazivodastausee im Norden Kosovos versorgt 600'000 Kosovaren mit Trinkwasser.
Am Rande des nordkosovarischen Dorfes Cabra hat sich ein 'Schatzi' eine schöne Bleibe eingerichtet.
Eigentlich idyllisch, dieser Blick hinunter auf den Gazivodastausee. Das Ruderboot hat aber ein Leck. Über den See rudern lässt sich damit nicht mehr.
Im Süden Pristinas schiessen die Hochhäuser wie Pilze in die versmogte Luft.

Der Blick über das Tal von Zubin Potok. Die Landschaft erinnert an das Schweizer Mittelland, wär da nicht die von Saudi-Arabien finanzierte Moschee.

Samuel Schumacher

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