Fahrdienst
Nez-Rouge-Kampagne wegen Corona erneut abgesagt: «Wir wollen kein Risiko eingehen»

Der Entscheid ist gefallen: Die freiwilligen Aargauer Fahrerinnen und Fahrer der Präventionskampagne Nez Rouge werden auch in diesem Jahr nicht zum Einsatz kommen. Aus Sicherheitsgründen wird die Aktion das zweite Mal in Folge ausbleiben.

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Nächstes Jahr will Nez Rouge Aargau seinen Fahrdienst wieder anbieten.

Nächstes Jahr will Nez Rouge Aargau seinen Fahrdienst wieder anbieten.

Keystone

Auch dieses Jahr werden im Aargau keine Nez-Rouge-Autos unterwegs sein. Bei der Kampagne geht es darum, dass freiwillige Fahrerinnen und Fahrer Leute nach Hause bringen, die etwas zu viel Alkohol getrunken haben. Im Unterschied zum klassischen Taxi bringt jeweils ein zweiter Fahrer auch noch das Auto des betroffenen Kunden vor die Haustür. Auch wenn die Verantwortlichen gehofft haben, dass die Aktion dieses Jahr durchgeführt werden kann, ist jetzt klar, dass sie erneut ausbleibt.

Kein unnötiges Risiko eingehen

Vereinspräsident Heinz Fehlmann gibt im Interview mit Radio Argovia eine klare Begründung für den Entscheid: «In den letzten Tagen ist die Ansteckungszahl massiv gestiegen.» Fehlmann hat Angst, dass man im Dezember alles absagen müsste, weil aufgrund der steigenden Corona-Fälle die Fahrerinnen und Fahrer fehlen. Ausserdem möchte der Vereinspräsident für die Fahrgäste kein Risiko eingehen. Auch das Schutzkonzept sei häufig schwierig durchzusetzen, so Fehlmann.

«Zum Beispiel ist das Verständnis, um 1 Uhr morgens im betrunkenen Zustand eine Schutzmaske anzuziehen, nicht immer da.»

Light Version ausgeschlossen

Für die Aargauerinnen und Aargauer dürfte der Ausfall von Nez Rouge besonders spürbar sein. Im Aargau nutzen jeweils besonders viele Menschen das Angebot. So verbuchte die Aargauer Sektion im Jahr 2019 insgesamt 1347 Einsätze. Ein Rekordjahr. Umso mehr hätten wohl viele auf eine «Light-Version» von Nez Rouge gehofft. Diskutiert wurde eine Aktion mit weniger Einsatzteams und weniger Einsatztagen. Doch die Verantwortlichen haben sich letztlich dagegen entschieden. Für Heinz Fehlmann, Präsident von Nez Rouge Aargau, ist klar: «Die Kunden von Nez Rouge sind es sich gewohnt, dass im Dezember jeden Abend gefahren wird.

Wenn dann plötzlich nur an Weihnachten oder Neujahr Fahrerinnen und Fahrer im Einsatz sind, die Kunden aber gleichzeitig jederzeit mit dem Fahrdienst rechnen, führt dies zu Missverständnissen.» Dass Kunden sich anschliessend eventuell dazu entscheiden, trotz Alkoholkonsum selber nach Hause zu fahren, sei schliesslich das komplette Gegenteil der Präventionskampagne, sagt Fehlmann.

Hoffnung für die Zukunft

Die Verantwortlichen von Nez Rouge sind optimistisch, dass die Aktion im Jahr 2022 wieder stattfinden kann. Dass die Aktion nächstes Jahr durchgeführt werden kann, sei enorm wichtig, wie der Vereinspräsident erläutert: «Nächstes Jahr werden sich die einen oder anderen noch an unseren Dienst erinnern. Unser Ziel ist, dass die Leute dann wieder sagen: Aha, Nez Rouge ist eigentlich eine gute Sache.»

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