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Es geht ein zweiter Ruck durch den Aargau – das sagen die Leute zu den neuen Corona-Massnahmen

In der Aarauer Innenstadt haben viele Passanten am Mittwochnachmittag nicht auf die Weisungen des Bundes gewartet, um bereits jetzt Masken aufzusetzen. Für viele ist kein Platz für Coronamüdigkeit: Sie sehen sich in der Verantwortung, das Virus zu bekämpfen.

Jocelyn Daloz, Simone Morger
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«Ja halt mal, haben wir jetzt kein normales Unterricht mehr?», fragt eine Berufsschülerin ihre Freundin, während sie aus dem Paul-Karrer-Haus der Berufsschule schlendern und die Masken abziehen, die sie Sekunden zuvor noch in den Innenräumen trugen. «Doch, das Verbot gilt nur für Hochschulen», antwortet ihre Kollegin und lacht.

Die Medienkonferenz des Bundesrates hat gerade mal vor fünfzehn Minuten begonnen, doch bereits jetzt blinken die Smartphones auf, eine Pushnachricht jagt die andere. So kommentieren diese jungen Frauen die Entscheide der Exekutive live und rege mit. In den Gassen, die in diesem grauen Herbsttag bereits erdunkeln, tragen bereits zahlreiche Passanten Masken.

Ein Gastgewerbler erinnert uns daran, dass wir nicht auf seiner Bestuhlungszone stehen dürfen. «Die Massnahmen sind klar: Entweder ihr hockt zu viert ab oder ihr zieht weiter.» Eine Grossmutter geht an uns vorbei in Begleitung eines maskenfreien Enkelkindes, richtet ihre Maske zurecht, bevor wir uns in der engen Gasse kreuzen.

Sprechen von Verantwortung, Solidarität und Pflicht

Viele Menschen winken freundlich ab auf unsere Frage nach den Corona-Massnahmen. Was soll man schon dazu sagen, was nicht schon gesagt wurde? Alles erinnert uns an die Präsenz des Virus: Die gelben Streifen, die die Abstände beim Schlangestehen angeben, der Kirschgeruch des Coop-Desinfektionsmittels, die nur leicht bevölkerten Gassen.

Gleichzeitig legen viele Menschen, die anhalten und mit uns plaudern, eine erstaunliche Gelassenheit an den Tag: Sie sprechen von Verantwortung, Solidarität und Pflicht. Natürlich sehnen sie sich alle danach, dass dieser Corona-Film bald zu Ende geht und der Abspann kommt. Natürlich knirschen hie und da auch Zähne hinter der Maske. Natürlich fragen sich manche, ob diese Massnahmen auch wirklich nützen oder welche Auswirkungen sie haben werden fürs Geschäft. Aber sie sagen auch, dass nun nicht die Zeit sei, sich zu beklagen.

Das sagen Bar- und Clubbetreiber zu den neuen Corona-Regeln:

Maskenpflicht in Innenstädten, Sperrstunde und Verbot von Grossveranstaltungen: So will der Bundesrat die Pandemie bewältigen

Die wichtigsten Aussagen aus der Medienkonferenz des Bundesrats vom Mittwoch: