Leserwandern
Die umgekehrte Königsetappe: Von ganz oben bis nach ganz unten

Vom nördlichsten Punkt des Schwarzbubenlandes auf dem Gempen ging es auf der 14. Etappe des Leserwanderns in die Niederungen des Birstals nach Arlesheim.

Boris Burkhardt
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Die Leserwanderer hören gespannt den Ausführungen der Wanderleiterin zu.
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In einer Höhle in der Ermitage in Arlesheim.
In der Ermitage in Arlesheim.
In der Ermitage in Arlesheim.
In der Ermitage in Arlesheim.
Die Leserwanderer in der Ermitage in Arlesheim.
Die Leserwanderer in der Ermitage in Arlesheim.
In der Ermitage in Arlesheim.
Die beiden politischen Gegner im Gleichschritt: Urs Hess (SVP, links) und Andreas Bammatter (SP, rechts).
Wanderleiterin Sibylle von Heydebrand (Mitte) bei ihren Ausführungen.
Wanderleiterin Sibylle von Heydebrand und Bojan Stula, stv. Chefredaktor «bz Basel»/«bz Basellandschaftliche Zeitung»
Ausblick vom Gempenturm.
Ausblick vom Gempenturm.
Ausblick vom Gempenturm.
Ausblick vom Gempenturm.
Ausblick vom Gempenturm auf die Bärgbeiz Gempenturm.
Blick aufs Goetheanum in Dornach.
Blick vom Gempenturm aus.
Blick vom Gempenturm aus.
Eine wagemutige Leserwanderin auf einem Felsvorspitz.
Eine wagemutige Leserwanderin auf einem Felsvorspitz.
14. Etappe: Vom Gempenturm bis hinunter ins Birstal
Leserwanderer auf dem Gempenturm.
bz-Verlagsmanagerin Myriam Born (l.) und Wanderleiterin Sibylle von Heydebrand.
Der Gempenturm ist rund 20 Meter hoch.
Aussicht vom Gempen.

Die Leserwanderer hören gespannt den Ausführungen der Wanderleiterin zu.

Boris Burkhardt

Es fing eigentlich ganz bodenständig an mit der Leserwanderung am Donnerstag. Etwas luftig, zugegeben, auf 788 Metern Höhe auf dem Aussichtsturm der Schartenfluh oberhalb Gempens, aber doch mit einem Panoramablick auf vertraute Gefilde. Exakt wegen des grenzenlosen Blicks auf den funktionalen Raum der Region Basel hatte sich SP-Landrat Andreas Bammatter diese Etappe ausgesucht: eine klare politische Botschaft des Allschwiler Fusionsbefürworters. Sein SVP-Kollege Urs Hess aus Pratteln hatte sich die Etappe rein pragmatisch ausgesucht, weil er donnerstags am besten freinehmen konnte: Seine politische Botschaft prangte auf seinem Hemd mit Siebedupf: «Mir si und bliibe Baselbieter.»

Reinigung der Seele

Doch für Fusionen interessierten sich die meisten der über 80 Leserwanderer nicht sonderlich, zumal die Mehrheit treue Begleiter aus dem Aargau waren. Und vor allem befand man sich auf dem Gempen im solothurnischen Schwarzbubenland auf fusionsneutralem Boden. Auch sportlich war die Route mit 426 Höhenmetern bergab sicher keine Königsetappe. Unter der kundigen Führung der Arlesheimer Wanderleiterin Sibylle von Heydebrand war jedoch zunehmend mit dem Abstieg die spirituelle Kraft der Teilnehmer gefordert.

Während der nördlichste Schwarzbubenzipfel mit seinen 1200 Kirschbäumen der Seele noch die Freiheit zum Baumeln liess, wurde es unterhalb des Restaurants Schönmatt eng für das spirituelle Heil: Keiner der Leserwanderer konnte den spirituellen Test bestehen, den einst Anthroposophie-Gründer Rudolf Steiner auf dem Hornichopf stellte. Dort auf dem Arlesheimer Hausberg fand Steiner nämlich die Gralsburg, auf der Ritter Parsifal am 13. Mai 848 zum Gralskönig gekrönt worden sei. Bis heute könne die Burg nur sehen, wer nach Steiners Kriterien «reinen Herzens» ist.

Um wieder seelische Kraft zu tanken, empfahl von Heydebrand einen Abstecher in die Arlesheimer Ermitage. In dem Englischen Garten, der 1785 angelegt wurde, soll das Qi besonders gut fliessen. Von Heydebrand ist nämlich überzeugt, dass englische Missionare die Idee des künstlich angelegten, aber natürlich wirkenden Landschaftgartens aus China mitbrachten, wo er zur Reinigung der Seele gedient hatte. Wer wollte, konnte sich aber auch ganz bodenständig an der idyllischen Landschaft oder den frechen Enten erfreuen.

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