Lehrerausbildung
«Die ständige Kritik an der PH von aussen ist ermüdend»

Teile der Dozenten und Studenten der Pädagogischen Hochschule (PH) der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) prangern öffentlich den fehlenden Praxisbezug in der Lehrerausbildung an. Nun verteidigt die Studierendenschaft die PH-Führung.

Daniel Fuchs
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Kritik an der PH «ist ermüdend», schreibt die offizielle Studentenvertretung.

Kritik an der PH «ist ermüdend», schreibt die offizielle Studentenvertretung.

Keystone

«Das Studieren an der Pädagogischen Hochschule ist manchmal kompliziert und unbefriedigend.» Das schreibt die Präsidentin der PH-Rats Justine Manz, die Teil der FHNW-Studierendenvertretung ist, gestern in einer Mail an die Studierenden. Die E-Mail liegt der Zeitung «Nordwestschweiz» vor. Studierende würden teilweise von Dozierenden unterrichtet, die weder eine pädagogische Hochschule absolviert haben noch über Praxiserfahrung auf der relevanten Zielstufe verfügen.

Das führe dazu, «dass die Verlinkung von theroretischen Inhalten und Schulalltag nicht immer erfolgreich gelingt».

Reaktion auf die Kritik an die FHNW

Mit diesen Worten hat es sich allerdings auch schon mit der Unterstützung jener Teile der Dozierenden und Studierenden, welche in den vergangenen Tagen die PH und insbesondere ein Missverhältnis zwischen Forschung und Lehre anprangerten. Der Fokus auf die Forschung, so die Kritiker, habe verheerende Folgen auf den Praxisbezug der Lehrerausbildung. Die praktische Ausbildung komme dabei schlicht zu kurz.

Justine Manz, die öffentlich keine Stellung beziehen will, nimmt die PH-Führung in der E-Mail an die Studierenden nämlich in Schutz: «Als Hochschule ist die PH dazu verpflichtet, Forschung in einem gewissen Umfang zu betreiben.» Die Studierendenvertretung ist der Ansicht, dass man der PH Zeit geben müsse, um sich zu festigen. Denn die Probleme hätten mit der vor Jahren – in der Nordwestschweiz sind es acht – erfolgten Überführung der Lehrerseminare zu Pädagogischen Hochschulen zu tun.

Es sei ermüdend zu beobachten, dass die PH ständig von aussen mit Vergleichen zu früheren, nicht mehr existenten Rahmendbedingungen kritisiert werde.

Evaluationen sollen Besserung bringen

Manz wünscht sich stattdessen, den Blick in die Zukunft zu richten. Sie erhofft sich insbesondere von den offiziellen Lehrevaluationen «konstruktive Kritik».

Wie aus der PH zu vernehmen ist, wird mit der Durchführung der nächsten solchen Lehrevaluation noch diesen Monat begonnen. Anders als Studierende befürchten, soll die Evaluation, die ein extern beauftragtes Büro übernimmt, tatsächliche Massnahmen zur Folge haben. Etwa dann, wenn ein Lehrbeauftragter, dessen Lehrveranstaltungen bei den Studierenden durchfallen, zu einem entsprechenden Weiterbildungskurs verknurrt werden soll.