Kommentar

Das Energiegesetz ist kein grosser Wurf - doch die Kosten müssen erst wieder eingespielt werden

Bei Neubauten soll vermehrt auf Solarenergie gesetzt werden. (Symbolbild)

Bei Neubauten soll vermehrt auf Solarenergie gesetzt werden. (Symbolbild)

Der Grosse Rat hat nach einer zweieinhalbstündigen Debatte das neue Energiegesetz verabschiedet. Der Kommentar.

Der Kanton Aargau bekommt nach jahrelangem Ringen ein neues Energiegesetz. Dieses bringt schärfere Bestimmungen im Gebäudebereich, zum Beispiel, wenn es um den Heizungsersatz oder um einen Hausneubau geht. Es ist kein grosser Wurf, das stimmt. Für Hauseigentümerinnern und -eigentümer sowie letztlich auch für die Mieterinnen und Mieter bringt es aber spürbar höhere Investitionskosten, die erst langfristig durch Einsparungen und höhere Effizienz möglichst ausgeglichen werden.

Nun geht es hier nicht um einen Schönheitswettbewerb, sondern darum, ob der Aargau mit verhältnismässigem und bezahlbarem Aufwand Energie effizienter einsetzen, genug CO2 und Strom sparen sowie genug erneuerbare Energie produzieren kann, um die eigenen Ziele zu erreichen. Laut dem zuständigen Departement sollte das gehen. Falls sich später zeigen sollte, dass es doch nicht reicht, kann man die Bestimmungen immer noch weiter hinauf schrauben.

Jetzt geht es darum, die Bevölkerung vom Gesetz zu überzeugen. Das wird alles andere als leicht sein, wenn SVP und Hauseigentümerverband dagegen kämpfen. FDP und CVP schaffen es nicht allein. SP und Grüne müssen sich entscheiden, ob sie mitziehen, obwohl ihnen das Gesetz längst nicht genügt. Ein allfälliges Volksnein nach einem Abseitsstehen des linken Lagers würde aber niemand so interpretieren, dass ein schärferes Gesetz nötig sei. So gilt: Es geht nur miteinander oder gar nicht.

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