Covid-Impfung
Aargauer Pflegeheimbewohner stirbt einen Tag nach der Impfung – das sagt die Kantonsärztin

Der Verstorbene litt an mehreren Vorerkrankungen, die genaue Todesursache ist offen. Kantonsärztin Yvonne Hummel hat eine rechtsmedizinische Untersuchung in Auftrag gegeben, um einen möglichen Zusammenhang mit der Covid-Impfung abzuklären.

Noemi Lea Landolt
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Kantonsärztin Yvonne Hummel lässt den Todesfall untersuchen.

Kantonsärztin Yvonne Hummel lässt den Todesfall untersuchen.

Severin Bigler

Sie gehören zu den ersten Personen, die gegen Covid-19 geimpft werden: Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen. Am Mittwoch teilte das Aargauer Gesundheitsdepartement mit, dass ein Pflegeheimbewohner einen Tag nach der Impfung gestorben ist.

Der Todesfall werde nun genauer untersucht, um einen möglichen Zusammenhang mit der Impfung abzuklären, heisst es in der Mitteilung. Kantonsärztin Yvonne Hummel hat eine Obduktion in Auftrag gegeben und eine rechtsmedizinische Untersuchung eingeleitet. Sie sagt:

«Ein Todesfall kurz nach einer medizinischen Intervention oder Behandlung – in diesem Fall kurz nach der Impfung – ist aussergewöhnlich und muss abgeklärt werden.»

Dies gelte, auch wenn die Wahrscheinlichkeit eines Zusammenhangs mit der Impfung nur gering sei, so die Kantonsärztin.

Der Mann litt an mehreren Vorerkrankungen

Pflegeheimbewohner litten üblicherweise an mehreren Erkrankungen, an denen sie sterben könnten, sagt Hummel. Auch der Verstorbene hatte mehrere Vorerkrankungen.

Um welche Vorerkrankungen es sich handelte und wie der allgemeine Gesundheitszustand des Verstorbenen vor der Impfung war, gibt die Kantonsärztin auf Anfrage nicht bekannt. Ebenso macht sie keine Angaben zum Alter des verstorbenen Pflegeheimbewohners.

Yvonne Hummel rechnet «in den nächsten Wochen» mit den Ergebnissen der Obduktion.

Bisher 16 schwere Fälle von Nebenwirkungen

Über den Aargauer Todesfall wurde auch Swissmedic informiert. Die Gesundheitsinstitution, in welcher der Mann starb, habe ihn der Zulassungs- und Kontrollbehörde vorschriftsgemäss gemeldet, sagt Hummel.

Swissmedic hat am vergangenen Freitag über die bisher eingegangenen Meldungen zu unerwünschten Nebenwirkungen der Covid-19-Impfung informiert.

Bis zu diesem Zeitpunkt gingen insgesamt 42 Meldungen ein. 16 Meldungen wurden von Swissmedic als «schwerwiegend» eingestuft. Fünf Meldungen standen im Zusammenhang mit einem tödlichen Verlauf.

Die verstorbenen Patienten waren laut Swissmedic zwischen 84 und 92 Jahre alt. Sie seien «nach jetzigem Kenntnisstand» an Erkrankungen verstorben, die in diesem Lebensalter gehäuft vorkämen. Swissmedic hält fest:

«Trotz einer zeitlichen Assoziation mit der Impfung besteht in keinem Fall der konkrete Verdacht, dass die Impfung die Ursache für den Todesfall war.»

Swissmedic betonte, die eingegangenen Meldungen über unerwünschte Wirkungen änderten nichts am positiven Nutzen-Risiko-Profil der Covid-19-Impfstoffe.

Aargauer Impfkampagne läuft weiter

Darauf verweist auch das Aargauer Gesundheitsdepartement. Der Todesfall habe keine Auswirkungen auf die Impfkampagne. Diese laufe mit den bisherigen Sicherheitsvorkehrungen weiter.

Bisher sind im Kanton Aargau 15'442 Impfdosen verabreicht worden. 30 Personen haben bereits die zweite Impfung erhalten.