Coronavirus
Studierende wehren sich gegen die Zertifikatspflicht an der FHNW

Vergangene Woche gab die Fachhochschule Nordwestschweiz bekannt, dass sie ab dem 15. Oktober die Covid-Zertifikatspflicht einführen wird. Nun wehrt sich eine Interessensgemeinschaft dagegen. Sie sammelt Unterschriften, damit die FHNW zertifikatsfrei bleibt.

ArgoviaToday
Drucken
Teilen
Die Zertifikatspflicht an der FHNW, hier der Standort in Brugg-Windisch, wirft hohe Wellen.

Die Zertifikatspflicht an der FHNW, hier der Standort in Brugg-Windisch, wirft hohe Wellen.

Claudia Meier

«ArgoviaToday» liegt ein Brief vor, in dem Studierende von der Schulleitung fordern, den Entscheid zurückzunehmen. Dies berichtet das Newsportal am Mittwochmorgen. Die sogenannte «Interessengemeinschaft FHNW zertifikatsfrei» betont im Schreiben, dass es gewissen Personen aufgrund ihrer Religion, ihrer gesundheitlichen Vorgeschichte oder aus anderen Gründen gar nicht möglich sei, sich impfen zu lassen.

Sollte die Hochschule aber an der Zertifikatspflicht festhalten, fordert die Interessengemeinschaft, dass alle Veranstaltungen digital zugänglich sein müssen. Damit können die Studierenden Eigenverantwortung übernehmen und das Ansteckungsrisiko könne mit dem Online-Unterricht gesenkt werden.

Auch M. M. ist gegen die Einführung einer Zertifikatspflicht an der FHNW, die acht Standorte in den Kantonen Aargau, den beiden Basel und Solothurn betreibt. Erst diese Woche hat sie mit ihrem Betriebsökonomie-Studiengang begonnen – kurz nachdem die FHNW ihren Entscheid mitgeteilt hatte. Aufgrund eines medizinischen Problems sowie ihrer Überzeugung möchte sich die 20-Jährige nicht impfen lassen. Für die 20-Jährige würde das heissen, dass sie alle zwei bis drei Tage einen Covid-Test machen müsste. «Dadurch würden sehr hohe Kosten entstehen», so die Studentin.

Die entstehenden Kosten würden sich für M. M. nicht lohnen: «Ich überlege mir deshalb, das Studium zu verschieben.» Bis Ende September hat sie noch Zeit, sich zu entscheiden.

FHNW hält an Zertifikatspflicht fest

Weiter wird im Brief gefordert, dass die Schule bei Pflichtveranstaltungen die Kosten für die Covid-Tests übernehmen soll und auch vor Ort eine Testmöglichkeit angeboten wird.

Die Fachhochschule will sich noch etwas Zeit lassen, um zu klären, wie sie die Zertifikatspflicht regeln möchte. An der Pflicht selbst hält sie fest, wie es auf Anfrage von Radio Argovia und ArgoviaToday heisst. Über die weiteren Details soll Ende Woche entschieden werden. Den rund 13'000 Studentinnen und Studenten bleibt also nichts anderes übrig, als die Entscheidung abzuwarten.

Auch andere Hochschulen haben sich bereits für eine Zertifikatspflicht ausgesprochen. So startet die Uni Luzern bereits am Montag mit der Zertifikatspflicht ins neue Semester. Ebenso wird das Zertifikat an den Universitäten Zürich, Bern und Basel verlangt.

Aktuelle Nachrichten