Veltheim
Besucher müssen länger warten, bis Schloss Wildenstein geöffnet wird

Der Umbau in Veltheim verzögert sich. Anwohner sollen sich an der geplanten Anfahrts- und Parkplatz-Situation stören. Der Schlossbesitzer dementiert, es gäbe bereits einen guten Lösungsvorschlag. Der aufwendige Umbau dauere vor allem länger.

Elia Diehl
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Das Schloss Wildenstein soll im Herbst 2015 für alle offen sein.

Das Schloss Wildenstein soll im Herbst 2015 für alle offen sein.

Mathias Marx

Erstmals schriftlich erwähnt wurde das Schloss Wildenstein im Jahre 1301. Seit vier Jahren ist der Name wieder vermehrt in der Presse zu finden. Damals kaufte der Suhrer Unternehmer Samuel Wehrli den denkmalgeschützten Bau auf dem Felsvorsprung zwischen Veltheim und Wildegg, um ihn zu renovieren und wieder Leben einzuhauchen.

Seit Frühling 2012 wird das Schloss unter Betreuung des Kantonsarchäologen saniert und umgebaut. Ursprünglich wollte man es diesen Sommer bereits der für die Bevölkerung zugänglich machen. Denn Samuel Wehrli möchte nicht nur mit seiner Frau Hannelore ins Schloss einziehen. Ein Grossteil des «Wildensteins» soll ein «Ort der Künste und der Begegnung» sein. So plant der Beauty-Unternehmer mehrere Museen und eine Schlossschenke im «Wildenstein».

Die sorgfältige Renovation des über 700 Jahre alten Gebäudes benötigt aber immer mehr Zeit. Die zuletzt per Mai 2015 geplante Öffnung für die Bevölkerung verzögere sich um mindestens ein weiteres halbes Jahr, berichtete Radio «SRF Aargau/Solothurn» am Mittwoch. Als Gründe wurden vor allem planerische Probleme und die Anwohner genannt.

Verzögerung wegen Renovation

Das Schloss liegt direkt neben einem Bauernhof und damit in der Landwirtschaftszone. Für die geplante Nutzung muss es also umgezont werden. Die Gemeinde will dafür die Bau- und Nutzungsordnung (BNO) mit einer speziellen Schlosszone ergänzen. Statt an der heutigen Gemeindeversammlung soll diese aber erst im Juni 2015 abgesegnet werden. Darin enthalten sind auch die für den Betrieb eines Restaurants und der Museen zu schaffenden neuen Parkplätze und die Zufahrstrasse. Diese führe durch ein Wohnquartier, hält Radio SRF fest, sodass die halbjährige Verzögerung den Widerständen aus der Bevölkerung wegen des künftigen Autoverkehrs geschuldet sei.

Schlossherr Samuel Wehrli

Vor 51 Jahren hat Samuel Wehrli das Beauty-Unternehmen Dobi Inter AG in Suhr gegründet. Das Haus der Schönheit hat sich prächtig entwickelt, der 71-jährige Wehrli ist Präsident des Verwaltungsrates. Vor vier Jahren kaufte Samuel Wehrli als anonymer Mitbieter das Schloss Wildenstein für rund 2,5 Millionen Franken. Damit erfüllte sich der Sammler einen Lebenstraum. Die für Sanierung und Betrieb gegründete Stiftung Schloss Wildenstein ist mit mehreren Millionen Franken ausgerüstet. Samuel Wehrli hat auch die Stiftung Soliday gegründet, um armen Kindern zu helfen.

Dem widerspricht ein leicht verärgerter Schlossherr gegenüber der az und ruft zur Sachlichkeit auf. «Seit Mitte letzten Jahres musste damit gerechnet werden, dass sich die Eröffnung um einige Monate verzögern wird», sagt der 71-Jährige. Grund dafür seien in erster Linie aber die aufwendigen Renovationsarbeiten an der historischen Bausubstanz für das Restaurant. Diese mussten unter anderem mit der Denkmalpflege abgestimmt werden. In den Jahrhunderten wurde der «Wildenstein» oft umgebaut, sodass neben zugemauerten Fenstern und Türen in den Räumen bis zu zehn Farbschichten und teils historische Wandmalereien entdeckt wurden. «Beim Schloss Wildenstein sind grundsätzlich sehr viele Voraussetzungen zu erfüllen», sagt der Bauherr.

Unternehmer und Schlossbesitzer Samuel Wehrli mit seiner Frau Hannelore. Sie werden nach der Sanierung ins Schloss Wildenstein in Veltheim einziehen.

Unternehmer und Schlossbesitzer Samuel Wehrli mit seiner Frau Hannelore. Sie werden nach der Sanierung ins Schloss Wildenstein in Veltheim einziehen.

André Albrecht

Dazu gehöre auch die Schaffung der neuen Schlosszone in der BNO. Dass auch die komplexe Planung der verkehrsmässigen Erschliessung Zeit brauche, bestreitet Wehrli nicht. Diese ist hinsichtlich der längeren Umbaudauer aber vorhanden, eine frühzeitige Umzonung hätte für das ganze Projekt keine beschleunigende Wirkung. «Ich pflege daher gemeinsam mit dem Gemeinderat nach wie vor den Dialog mit allen Beteiligten», sagt Wehrli, damit sei er bei all seinen Bauvorhaben in Vergangenheit gut gefahren.

So konnte man den Planungsbericht, der für die Teiländerung der BNO notwendig ist, entsprechend ausarbeiten. Dieser beinhalte nun ein umweltschonendes und für die Bevölkerung zumutbares Zufahrts- und Parkierungskonzept und werde kommenden Freitag mit dem Gemeinderat erörtert. «Der Lösungsansatz beinhaltet eine Zufahrt, von der kein Wohnquartier beeinträchtigt wird», betont der Schlossbesitzer. Er sei zuversichtlich, dass der Kanton bereits Anfang 2015 die Vorlage vorprüfen könne.

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