Laufenburg

Angriff mit Samurai-Schwert: Täter muss drei Jahre hinter Gitter

Der 48-Jährige, der mit einem Samurai-Schwert auf seine Mutter losging, muss für 3 Jahre ins Gefängnis. (Symbolbild)

Der 48-Jährige, der mit einem Samurai-Schwert auf seine Mutter losging, muss für 3 Jahre ins Gefängnis. (Symbolbild)

Er wollte seine Mutter besuchen und ging am Ende mit einem Samuraischwert auf sie los. Am Donnerstag musste sich Adrian, 48, am Bezirksgericht Laufenburg dafür verantworten.

Die Anklagepunkte: Drohung, einfache Körperverletzung, versuchte vorsätzliche Tötung. Die Staatsanwaltschaft forderte eine Freiheitsstrafe von drei Jahren.

Zwei Beamte führen den Beschuldigten in Handschellen zum Gerichtssaal. Gesenkter Blick, grauer Trainingsanzug, schwarze Sandalen. Beim Eingang trift er auf das Opfer: seine 82-jährige Mutter.

Sie umarmt ihn kurz und sagt: «Er soll wieder freikommen.» Ihr Sohn sei doch nur ausgerastet, damals. Sonst sei er ein Lieber. Ausgerastet ist Adrian am 19. Juni 2014. Er war stationiert in einer psychiatrischen Klinik – wegen Alkoholsucht und depressiver Störung. Bald sollte er entlassen werden.

Für ein Wochenende erhielt Adrian einen Probeurlaub, den er mit einem Besuch bei seiner Mutter nutzen wollte. Nur: Als Erstes kaufte er sich Alkohol. Einen Liter Bier, den er noch im Zug trank. Am Bahnhof in Zofingen besorgte er sich eine Flasche Wodka und füllte diese um in eine halbvolle Colaflasche. 

Streit eskalierte

Zuerst lief alles gut. Bei seiner Mutter assen sie am Mittag gemeinsam Rehpfeffer, tranken Kaffee. Adrian trank auch von seinem Wodka-Cola und setzte sich dann an den Computer. Er wollte sich auf einer Kontaktplattform nach einer neuen Partnerin umsehen. Eine aus der Region, sagt er dem Gerichtspräsidenten, mit Fremdländischen sei er durch.

Die spätere Untersuchung ergab, dass er damals mindestens 1,39 Promille Alkohol intus hatte. Doch was führte zu seinem Ausraster? Irgendwann fand seine Mutter, er solle doch aufhören. In seinem Alter müsse er nicht mehr nach einer Frau suchen.

Das war zuviel. Adrian war bereits verzweifelt, weil er kurz davor erfuhr, dass seine beiden Kinder, die bei seiner Ex-Frau leben, fremdplatziert würden. Ein Streit brach aus.

Dann drehte er durch: Er holt aus einem Schrank das Samuraischwert, geht auf die Mutter los und schlägt auf sie ein. Mehrfach. Er verletzt sie an der Schulter, am Oberarm und an den Händen. Dann zieht er das Samuraischwert über sich auf – bereit seiner Mutter auf den Kopf zu schlagen.

Diesen vielleicht tödlichen Schlag lässt er bleiben. Stattdessen holt er in der Küche ein Brotmesser, setzt es ihr an den Hals und sagt: «Ich mache dich fertig.» Und: «Du wirst weggeräumt, du kommst nie ins Altersheim.» In einem lichten Moment begreift Adrian, dass er zu weit geht.

Er verständigt die Polizei. Doch als diese einrücken, rastet er wieder aus – und richtet das Schwert auf die Polizisten. Diese drohen zu schiessen. Adrian legt das Schwert nieder, zieht aber aus der Schwertscheide ein Messer und streckt es in die Höhe.

Wieder drohen die Polizisten zu schiessen. Endlich legt er auch das Messer auf den Boden und kann festgenommen werden. Aggressiv bleibt Adrian noch immer.

Wiederholt sagt er einem Polizisten, er werde ihn an den Füssen aufhängen und aufschlitzen. Später sagt er, die Kinder des Polizisten – sofern er welche habe – würden nicht mehr lange leben.

Zuerst eine Suchtbehandlung

Im Gericht bewegt sich Adrian kaum. Er spricht ruhig und besonnen. Das Samuraischwert sei stumpf gewesen, sagt er. Die Mutter schaut zu ihm, Tränen in den Augen. Das fünfköpfige Gericht verurteilt ihn zu drei Jahren Freiheitsstrafe.

Als Erstes kommt er in eine stationäre Suchtbehandlung und erhält eine ambulante Behandlung für seine psychischen Störungen. Zudem soll er einen Beistand erhalten, der ihm helfen soll, nach der Haft sein Leben wieder in den Griff zu bekommen.

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