«Giezi-Fescht»

Alt-Bundesrat Ogi als Stargast an Giezendanner-Fest

Noch nicht der letzte Diesel-Lastwagen, aber die Rothrister Giezendanner Transport AG will ihre Flotte mit wasserstoffbetriebenen LKWs erweitern und erneuern. Von links: Benjamin Giezendanner, Nationalrat Heinz Brand, alt Bundesrat Adolf Ogi, Nationalrat Ulrich Giezendanner und Stefan Giezendanner.

Noch nicht der letzte Diesel-Lastwagen, aber die Rothrister Giezendanner Transport AG will ihre Flotte mit wasserstoffbetriebenen LKWs erweitern und erneuern. Von links: Benjamin Giezendanner, Nationalrat Heinz Brand, alt Bundesrat Adolf Ogi, Nationalrat Ulrich Giezendanner und Stefan Giezendanner.

Alt-Bundesrat Adolf Ogi war am Samstag Stargast des 9. «Giezi-Feschts» der Giezendanner Transport AG in Rupoldingen. Das ist der traditionelle Kunden-Anlass des Unternehmens.

Zeit zu feiern – steht auf der Einladung zum «Giezi-Fest». Am Samstag feierte die Rothrister Giezendanner Transport AG ihr 85-jähriges Bestehen mit 100 Gästen aus Politik und Wirtschaft, Kunden und Weggefährten in Ruppoldingen im Neubau neben dem Restaurant Aareblick. «Es ist ein Ort der Kraft und Energie, nicht spirituell gesehen, sondern weil das Flusskraftwerk in der Nähe ist», sagte Geschäftsführer und Mitinhaber Benjamin Giezendanner und fuhr fort: «Es freut uns, heuer nahe der bedeutenden, heimischen Verkehrsachse im Wiggertal zu sein.»

Seit 85 Jahren ist das Transportunternehmen auf Achse. Ulrich Johann Giezendanner legte 1934 in Rothrist den Grundstein. «Mein Grossvater brauchte für seine Kohlehandlung ein Fuhrwerk. Er war mit Ross und Wagen auf Achse und wir sind es nach wie vor mit den Lastwagen.» Brauchte es damals Hafer als Kraftstoff, sei es heute Diesel und künftig Wasserstoff. «Wir möchten unsere Flotte mit wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen erweitern und erneuern», betonte Benjamin Giezendanner, der das Unternehmen seit letztem Jahr alleine führt. Sein älterer Bruder Stefan und Vater Ulrich Giezendanner sitzen im Verwaltungsrat. Läuft alles nach Plan, soll in eineinhalb Jahren der erste H -LKW auf der Strasse rollen. Pionierarbeit sei gefragt, denn hierzulande besteht noch kein entsprechendes Tankstellennetz.

Legte 1934 in Rothrist den Grundstein, Firmengründer Ulrich Johann Giezendanner (l.) mit seinem ersten Chauffeur.

Legte 1934 in Rothrist den Grundstein, Firmengründer Ulrich Johann Giezendanner (l.) mit seinem ersten Chauffeur.

Waren umweltfreundlich und preiswert ans Ziel zu bringen: Das war dem heutigen SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner schon immer wichtig. Er übernahm 1972 die Firma, erweiterte sie und setzte zwölf Jahre später auf den kombinierten Verkehr. Seit 1994 steht auf dem Rothrister Firmengelände der eigens gebaute Bahncontainerterminal. War bei der damaligen Eröffnung Adolf Ogi als Bundesrat dabei, blickte er 25 Jahre später nun als alt Bundesrat darauf zurück und erzählte am «Giezi-Fest» von seinem ungewöhnlichen Leben.

«85 Jahre Giezendanner und erfolgreich auf Achse, das ist eine ausserordentliche unternehmerische Leistung», sagte Adolf Ogi. Er lobte den Durchhaltewillen, die Bereitschaft, Probleme zu lösen und Mitarbeiter «bei der Stange zu halten» und ihnen einen Verdienst zu ermöglichen. «Respekt herrscht, Anerkennung herrscht, Dankbarkeit herrscht. Freude herrscht!» Mit seinem legendären Ausruf trumpfte Ogi am «Giezi-Fest» genau wie 1992, als er dies zum im Weltraum kreisenden Astronauten Claude Nicollier über eine Direktverbindung zum Space Shuttle Atlantis gesagt hatte. Unbeirrt ging auch Ogi seinen Weg, der ihn von Kandersteg nach Polit-Bern und als UNO-Sonderberater für Sport im Dienste von Entwicklung und Frieden nach New York führte. «Mein Vater hatte recht, wenn man will, kann man sehr viel erreichen», sagte Ogi. Er habe als Mensch und Führungsperson immer einige Regeln beherzigt. So jeden Menschen zu respektieren. In der Zusammenarbeit mit Mitarbeitern habe er auf eine klare Erteilung der Aufträge geachtet. Zudem habe er bewusst für sich beantwortet, wie und mit welchen Mitteln er führen wollte. Und: «In allen Bereichen ist eine überlegte Kommunikation nach aussen wichtig.»

Er habe sich als «Dienender» gesehen – ein Anspruch, dem die Rothrister Firma Giezendanner als Dienstleistungsunternehmen täglich nachkomme.

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