Landwirtschaft

Agrarminister in Frick: «Zu den Aargauer Böden müssen wir Sorge tragen»

Bundesrat Johann Schneider-Ammann diskutierte in Frick mit Agrarministern der benachbarten Länder. Im Aargau ging die Landwirtschaftsfläche zuletzt leicht zurück. In den nächsten Jahren dürfte sie die Vorgabe aber nicht unterschreiten.

Die Böden im Aargau gehören mit zu den besten und fruchtbarsten im ganzen Land. «Wir haben hervorragende Böden», sagt Ralf Bucher, Geschäftsführer des Bauernverbands Aargau. «Wir stehen schweizweit im Gemüsebau auf dem zweiten, im Getreideanbau auf dem dritten und im Ackerbau auf dem vierten Platz. Zu diesen Böden müssen wir Sorge tragen.» Dies darf gerade im internationalen UNO-Jahr des Bodens hervorgehoben werden.

Der Sachplan Fruchtfolgefläche des Bundes gibt vor, dass der Aargau 40 000 Hektar Kulturland aufweisen muss. «Wir gehören zu den Kantonen, die dieses Soll noch erfüllen», so Bucher. Seit 2014 hat die Fläche aber um rund 120 auf 40 490 Hektaren abgenommen. «Dies liegt vor allem daran, dass im neuen Richtplan mehr Bauland vorgesehen ist.» In den nächsten zehn Jahren sollte die Vorgabe aber nicht unterschritten werden.

«Allerdings könnten durch den Bau eines Golfplatzes auf einen Schlag 60 Hektaren verloren gehen, und auch die Ausscheidung des Gewässerraums könnte bis zu 500 Hektaren betreffen. Jedoch wehren wir uns gegen jede Massnahme, die nicht unbedingt nötig ist. Wie beispielsweise eben ein neuer Golfplatz», hält Bucher fest.

Der internationale Ackerboden

Landwirtschaft ist im Aargau sehr wichtig. In Frick ist zudem das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FibL) beheimatet. Kein Wunder also, dass Bundesrat Johann Schneider-Ammann, Vorsteher des Departements Wirtschaft, Bildung und Forschung, sein Treffen mit Agrarministern der umliegenden Länder zum Thema Ackerboden im Aargau abgehalten hat.

Im FibL berieten sich am Donnerstag Christian Schmidt, Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft (Deutschland), Fernand Etgen, Minister für Landwirtschaft, Weinbau und Verbraucherschutz (Luxemburg) und Christa Bauer vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (Österreich) mit Johann Schneider-Ammann. «Die Sensibilisierung für den zur Verfügung stehenden Boden ist in allen vier Ländern gross», sagte der Bundesrat zufrieden.

Unkonventionelle Ideen

Christian Schmidt machte deutlich, dass Europa mit der Flüchtlingsfrage momentan durchaus grössere Probleme als die Bodenqualität zu bewältigen habe. «Dennoch darf man Themen wie die Bodennutzung und die Ernährungssicherstellung gerade jetzt nicht vernachlässigen», stellte er klar.

Seine Kollegen gaben ihm recht. «Der Besuch in der Schweiz war sehr inspirierend und hat uns gezeigt, dass wir künftig bei der Bodennutzung auch unkonventionelle Ideen weiterverfolgen müssen», so Schmidt. Er wies dabei auf ein Urban-Farmers-Projekt der Zurich International School (ZIS) in Wädenswil hin, bei dem auf einem Dach Tomaten durch nährstoffreiches Wasser aus einem Fischbecken gedüngt werden, während die Pflanzen wiederum das Wasser für die Fische reinigen.

Departementsleiter Paul Mäder führte die internationalen Gäste anschliessend durch das FibL und zeigte beispielsweise, wie das Forschungsinstitut derzeit biologische Methoden zur Rückgewinnung von Phosphor und Stickstoff im Boden in Langzeitstudien testet. Die Politiker zeigten sich sehr interessiert. Sie wollen künftig engeren Austausch über Bodenfragen pflegen und treffen sich in einem Jahr zur nächsten Konferenz in Luxemburg.

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