Wahlkampf

Abfuhr für SVP-Glarner: Plakate mit IS-Symbolik werden nicht aufgehängt

Deshalb gibt es keine Glarner-Plakate

Warum die blutigen Wahlkampf-Plakate von SVP-Hardliner Andreas Glarner im Aargau nicht auf Plakatwänden auftauchen.

Während sich die einen Plakatgesellschaften weigern, haben die anderen einfach zu schlechte Plätze im Angebot.

Der SVP-Grossrat Andreas Glarner hat vor rund einem Monat aufs Neue auf Provokation im Wahlkampf gesetzt und zwei Plakat-Sujets mit IS-Symbolen online präsentiert. Auf Aargauer Plakatwänden sie diese aber nie aufgetaucht – und werden sie auch nicht.

Mit zwei neuen Plakat-Sujets hat SVP-Nationalratskandidat Andreas Glarner Anfang September seine politischen Gegner provoziert. «Kopf hoch, statt Kopf ab» und «...sie sind unter uns» lauteten die Sprüche auf den Plakaten mit IS-Symbolik und blutigem Messer daneben.

Andreas Glarner provoziert mit blutigen Wahlplakaten – das sagen Parlamentarier in Bern dazu.

Andreas Glarner provoziert mit blutigen Wahlplakaten – das sagen Parlamentarier in Bern dazu.

Der SVP-Hardliner wollte mit diesen Sujets im Aargau seine Wahlkampf-Kampagne starten. Aus dieser ist nun nichts geworden.

Eine Plakatgesellschaft habe sich geweigert, die Plakate aufzuhängen, sagt Glarner auf Anfrage des Fernsehsenders Tele M1. Des weiteren seien bei anderen Anbietern nur noch drittklassige Standorte frei gewesen. Der SVP-Hardliner teilt mit, dass er weswegen nun gänzlich auf Wahlplakate verzichtet.

Provokation ist Programm

Es ist nicht das erste Mal, dass der Freiämter Andreas Glarner mit provokanten Sprüchen auffällt: Schon früher lancierte der SVP-Kandidat umstrittene Kampagnen. 2007 zeigten seine Plakate ein Minarett und eine Frau mit Schleier, dazu die Slogans «Baden oder Bagdad» und «Aarau oder Ankara.» Bei den Grossratswahlen 2007 warb die SVP im Bezirk Bremgarten mit «Maria statt Scharia» um Wählerstimmen.

SP-Nationalrätin Yvonne Feri hatte Glarners neuste Kreationen als «menschenverachtend» bezeichnet, der Verband Aargauer Muslime kritisierte den Stil der Kampagne, weil so die Angst der Menschen geschürt werde.

Falsche Flagge

Der SVP-Politiker hat es bei der Korrektheit seiner Plakate zudem nicht so genau genommen: Eine kurze Bildrecherche im Internet zeigte, dass die Flagge überhaupt nichts mit der Terrormiliz zu tun hat, vor der Glarner warnt. «Es handelt sich um die irakische Flagge, die von 2004 bis 2008 in Gebrauch war», bestätigt Reinhard Schulze, Professor am Institut für Islamwissenschaft der Universität Bern. Der Islamwissenschaftler bezeichnete das Plakatsujet als «vollkommen unsinnig».

Immer wieder gab es Anzeigen und Klagen, unter anderem wurden Andreas Glarner auch Verstösse gegen die Rassismus-Strafnorm vorgeworfen. Verurteilt wurde der SVP-Politiker aber nie. (edi)

Widerspruch auf dem Wahlplakat: Die rot-weiss-schwarze Flagge links hat nichts mit dem Islamischen Staat zu tun.

Widerspruch auf dem Wahlplakat: Die rot-weiss-schwarze Flagge links hat nichts mit dem Islamischen Staat zu tun.

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