Corona-Massnahmen
Aargauer Gastro-Präsident befürchtet: Jedes dritte Restaurant könnte verschwinden

Bis zum 22. Januar müssen Restaurants geschlossen bleiben. Danach werden nicht alle wieder aufmachen, sagt Gastro-Aargau-Präsident Bruno Lustenberger. Die wirtschaftliche Unterstützung für Restaurants sei ungenügend.

Raphael Karpf
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Bruno Lustenberger, Gastro-Aargau-Präsident.

Bruno Lustenberger, Gastro-Aargau-Präsident.

Alex Spichale / AGR

Er habe es ja geahnt, sagt Gastro-Aargau-Präsident Bruno Lustenberger am Freitagabend. Eben hat der Bundesrat beschlossen, die Restaurants bis am 22. Januar zu schliessen. Wenig später ergänzte dann die Aargauer Regierung: Das gelte bereits ab nächstem Montag, und nicht erst ab Dienstag, wie es der Bund vorschrieb.

«Aber», so Lustenberger weiter, «das ist schon eine wahnsinnig lange Zeit.» Danach würden wohl einzelne Restaurants nicht wieder öffnen.

«Die Mahnungen und Betreibungen kommen erst später»

Zum grossen Beizensterben komme es dann aber erst später, sagt Lustenberger. Jetzt auf Ende Jahr kommen die grossen Rechnungen für Beizen. Versicherungsbeiträge, Mehrwertsteuern. Das starke Weihnachtsgeschäft helfe vielen Beizen, diese Rechnungen zu bezahlen. Das wird heuer nicht möglich sein. «Wer im Januar die Rechnungen nicht bezahlt, dem passiert noch nichts. Die Mahnungen und Betreibungen kommen erst später.»

Genaue Zahlen gibt es keine. Es sind aber schon mehrere hundert Restaurants der Krise zum Opfer gefallen. Daraus werden wohl Tausende, befürchtet Lustenberger. «Wir schätzen, dass etwa ein Drittel der Restaurants verschwinden wird.»

Das Problem: Die aktuellen finanziellen Hilfspakete seien für Gastro-Betriebe ungenügend. Bei Corona-Erwerbsersatz würden viele Wirte nicht profitieren, weil sie entweder die falsche Gesellschaftsform haben oder die Zahlen der vergangenen Jahre nicht vorweisen könnten. Und die Gelder für Härtefälle seien auch keine Lösung: «Es ist viel zu kompliziert, diese zu beantragen. Alleine schon deshalb machen es viele Wirte nicht.» Ausserdem seien die Auflagen, an das Geld zu kommen, viel zu hoch, so Lustenberger: «Die Politik hat uns in den vergangenen Wochen schwer enttäuscht.»