photo16
Aargauer Fotografen an Ausstellung: Iron Man glänzt, der Po polarisiert

Mehr als 150 Fotografen zeigen bis morgen Dienstag an der photo16 in Zürich ihre Bilder des Jahres. Darunter sind auch zehn Werke von Aargauer Künstlern zu sehen. Profis haben die Werke für die az bewertet und benotet.

Andrea Weibel
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Alexandra Roth, «Der Po, der Arsch, s’Füdle»
11 Bilder
Raffael: «Dickreuter Iron Man Grounded»
Luca Schaffer, Unbesungenes
Michel Jaussi, kein Titel
Daniel Kunz, «Die Geometrie des Lichts»
Timo Lehto, «Momente in schwarz und weiss»
Markus Bucher, «Unterwasserwelt»
Sandra Brönnimann, «Einblicke 2015»
Haike Bohn, «Die mythologische Wüste Europas»
Bruno Wyss, «Berührend bewegt»
photo16: Die zehn Aargauer Fotografen an der Zürcher Fotoausstellung

Alexandra Roth, «Der Po, der Arsch, s’Füdle»

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Raffael: «Dickreuter Iron Man Grounded»

Raffael: «Dickreuter Iron Man Grounded»

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Raffael «Dickreuter Iron Man Grounded»

Der Fotograf, 3D/CGI und Action Designer aus Muri arbeitet seit elf Jahren in Hollywood. Seine Idee: Wie wäre es wohl, wenn Iron Man nicht so populär wäre und sich stattdessen mit alltäglichen Problemen beschäftigen müsste?

Fotografen/Bildredaktion, Aargauer Zeitung: «Coole Idee, ausgezeichnete Umsetzung. Die Serie macht Lust auf mehr. Spannend wäre, den Iron Man in noch mehr Alltagssituationen zu sehen, mit mehr Menschen.» Note: 6

Emanuel Freudiger Foto-Juror Medienpreis AG/SO: «Composings handwerklich solide, Licht und Tonalität harmonisch. Die Idee gefällt mir. Mich spricht die Serie nicht an, aber ich habe Respekt vor dem Können.» Note: 4,5

Ralph Diemer, Bildredaktor Blick: «Witzig, kreativ und handwerklich gelungen. Allerdings nicht Fotografie in ihrer reinsten Form. Ich würde es mir nicht an die Wand hängen.» Note: 5

Alexandra Roth, «Der Po, der Arsch, s’Füdle»

Alexandra Roth, «Der Po, der Arsch, s’Füdle»

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Alexandra Roth, «Der Po, der Arsch, s’Füdle»

Anziehend, erotisch, wohlgeformt, mal mehr – mal weniger straff, in zwei Hälften geteilt: Alexandra Roth aus Aarau fotografiert den «spannendsten Teil einer jeden Frau» – den Hintern. Ihr Ziel: Eine exotische, witzige und sexy Fotoreihe.

Fotografen/Bildredaktion, Aargauer Zeitung: «Die Bilder sind handwerklich gut umgesetzt. Die Idee selbst ist aber nichts Spezielles. Die Fotos wirken lieblos und kitschig. Und was soll die weisse Farbe?» Note: 3

Emanuel Freudiger, Foto-Juror Medienpreis AG/SO: «Technisch solide. Aber nichts, das nicht schon mal da gewesen wäre. Ich mag Schwarzweiss, Ärsche und geometrische Linien. Etwas zu wenig provokativ.» Note: 4,5

Ralph Diemer, Bildredaktor Blick: «Ein schöner Po macht alle froh.» Doch hat man das alles schon einmal gesehen. Für meinen Geschmack zu langweilig und belanglos. Technisch ok.» Note: 4

Michel Jaussi, kein Titel

Michel Jaussi, kein Titel

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Michel Jaussi, kein Titel

Michel Jaussi aus Linn gehört zum Kreis der 200 «Best Ad Photographers». Grosse Erfolge hatte er mit seiner Serie zu erneuerbaren Energien. Hier zeigt er eine Serie von Bildern, die, trotz karger Landschaft, eine gewisse Ruhe und Schönheit ausstrahlen.

Fotografen/Bildredaktion, Aargauer Zeitung: «Karge Landschaften ist man sich von Jaussi nicht gewohnt. Sein Stil bleibt unverfälscht, nur sind wir uns nicht ganz einig, ob er zu solchen Landschaften passt.» Note: 5

Emanuel Freudiger, Foto-Juror Medienpreis AG/SO: «Klar mein Favorit: Jaussi ist ein Könner seines Fachs, die Bilder sind eine Wohltat und strahlen viel Ruhe aus. Ich bin ein Fan wohlkomponierter Landschaften.» Note: 6

Ralph Diemer, Bildredaktor Blick: «Mich sprechen die Motive sehr an. Handwerklich einwandfrei, hohe Schule. Ausdrucksstarke Motive. Würde ich mir jederzeit an die Wand hängen.» Note: 6

Daniel Kunz, «Die Geometrie des Lichts»

Daniel Kunz, «Die Geometrie des Lichts»

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Daniel Kunz, «Die Geometrie des Lichts»

Daniel Kunz aus Aarau hielt in seiner aktuellen Arbeit, die er an der photo16 ausstellt, Ausschau nach dem Spiel des Lichts. Entstanden ist eine Serie von geometrischen Linien und Ecken umgeben von Licht und Schatten.

Fotografen/Bildredaktion, Aargauer Zeitung: Die Fotos sehen eher aus wie gemalt. Obwohl es um Geometrie geht, sind die Bilder zu wenig kontrastreich und zu weit entfernt von Fotografie. Note: 2

Emanuel Freudiger Foto-Juror Medienpreis AG/SO: Die Bilder scheinen solide zu sein. Gemäss Beschreibung wurde nach dem Spiel des Lichts Ausschau gehalten – dafür sind sie zu kontrastarm. Note: 4

Ralph Diemer, Bildredaktor Blick: Das ist die Art Fotografie, die mich null anspricht. Auf der Website des Fotografen sieht man, der kann schon was. Aber das hier interessiert mich nicht. Keine Bewertung.

Sandra Brönnimann, «Einblicke 2015»

Sandra Brönnimann, «Einblicke 2015»

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Sandra Brönnimann, «Einblicke 2015»

Sandra Brönnimann aus Baden ist freischaffende Fotografin. Ihr Fokus liegt auf Kunst-, Mode- und Porträt-Fotografie. Zu ihrer Arbeit sagt sie: «Ich bin immer wieder fasziniert, wie man ein Bild mit einfachen Hilfsmitteln spannender machen kann.»

Fotografen/Bildredaktion, Aargauer Zeitung: Lieblos zusammengestellte Modebilder. Einige sind unscharf, das passt überhaupt nicht. Einzig ein Schwarz-Weiss-Bild mit Schleier ist spannend. Note: 2

Emanuel Freudiger Foto-Juror Medienpreis AG/SO: Solide Porträts. Scharf, unscharf, farbig, schwarz-weiss – alles vertreten. Mir wäre mehr Einheit lieber. Nicht gut, nicht schlecht, jedem, wie es ihm gefällt. Note: 4,5

Ralph Diemer, Bildredaktor Blick: Variantenreich, verspielt, experimentierfreudig. Aber auch ein wenig nichtssagend, hart an der Grenze zur Belanglosigkeit. Als einfach gestrickter Mann gefällts mir. Note: 4,5

Timo Lehto, «Momente in schwarz und weiss»

Timo Lehto, «Momente in schwarz und weiss»

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Timo Lehto, «Momente in schwarz und weiss»

Ursprünglich aus Finnland, lebt Timo Lehto heute in Jonen. Er sei ein «Sammler von Formen, Linien, Mustern, Licht und Schatten und Momenten der Vergangenheit». Seine Bilder lassen Spielraum für eigene Interpretationen.

Fotografen/Bildredaktion, Aargauer Zeitung: Damit können wir wenig anfangen. Es ist kein roter Faden und auch kein Konzept ersichtlich. Zudem sind die Bilder technisch schlecht umgesetzt. Note: 1

Emanuel Freudiger, Foto-Juror Medienpreis AG/SO: Klassische, abstrakte Schwarzweiss-Fotografie, etwas, das mir sehr gefällt. Vor allem tut es auch gut, wenn man einmal zweimal hinsehen muss. Note: 5

Ralph Diemer, Bildredaktor Blick: Kunst vermutlich. Kann ich nicht viel anfangen mit. Berührt mich gar nicht. Der Fotograf wird sich dabei seine Gedanken gemacht haben. Keine Bewertung.

Markus Bucher, «Unterwasserwelt»

Markus Bucher, «Unterwasserwelt»

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Markus Bucher, «Unterwasserwelt»

Markus Bucher aus Oberentfelden fotografierte rund um die Inseln Sulawesi und Halmahera bei Tag- und Nachttauchgängen die wundersame und farbenfrohe indonesische Unterwasserwelt. An der photo16 stellt er einen Ausschnitt der skurrilen Unterwasserlebewesen aus.

Fotografen/Bildredaktion, Aargauer Zeitung: Etwas Überraschendes. Und sicher keine einfache Aufgabe, dies unter Wasser so zu fotografieren. Die Bilder gefallen sehr. Note: 5

Emanuel Freudiger, Foto-Juror Medienpreis AG/SO: Unterwasserfotografie ist anspruchsvoll! Technisch solide. Die Bilder sind wohl primär für den Urheber emotional, ob sie auch andere begeistern, sei dahingestellt. Note: 4

Ralph Diemer, Bildredaktor Blick: Nachdem ich kürzlich das Wesen der Unterwasserfotografie erklärt bekommen habe, habe ich massiven Respekt vor dieser Arbeit. Bildschnitt: schwierig. Note: 5

Luca Schaffer, Unbesungenes

Luca Schaffer, Unbesungenes

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Luca Schaffer, Unbesungenes

Der HSLU-Student aus Aarau widmet seine Arbeit dem «Unbesungenen». Seine Bilder seien «ein Tribut an die Schönheit von geknipsten Bildern, welche technisch völlig verkehrt erscheinen». Sie sind unterbelichtet, unscharf und mit Kratzern versehen – eine Ode an die Imperfektion.

Fotografen/Bildredaktion, Aargauer Zeitung: «Es scheint, als hätte ein junger Fotograf, der nicht zu Zeiten der analogen Fotografie aufgewachsen ist, diese nun als etwas ganz Neues, Cooles entdeckt.» Note: 1

Emanuel Freudiger, Foto-Juror Medienpreis AG/SO: «Unschärfe und knappe Belichtung stören mich weniger als Staub auf den Bildern. Um die Arbeit zu verstehen, muss man sich in den Künstler reinversetzen können.» Note: 4,5

Ralph Diemer, Bildredaktor Blick: «Roh. Wild. Ecken, Kanten und Unschärfe. In jedem Bild steckt eine Geschichte. Tolle Arbeit, gefällt mir. Ob es Kunst ist, ist eine andere Frage.» Note: 6

Bruno Wyss, «Berührend bewegt»

Der Windischer Skilehrer und Bergführer entdeckte seine Leidenschaft für die Fotografie 2013. Für die photo16 entstand eine intime Bilderserie im Pflegezentrum Entlisberg, welche die Vielfältigkeit und Freude in der täglichen Arbeit von Therapeuten zeigt.

Fotografen/Bildredaktion, Aargauer Zeitung: «Ganz okay, aber das könnte auch ein interessierter Hobbyfotograf sein, der die Bilder für die Altersheimzeitung knipst.» Note: 3

Emanuel Freudiger, Foto-Juror Medienpreis AG/SO: «Technisch einwandfrei, solide Reportage-Serie. Die zarte Farbigkeit auf den Bildern, die man auf der Website sieht, hätte gerne beibehalten werden können.» Note: 5

Ralph Diemer, Bildredaktor Blick: «Anspruchsvolles Thema. Die Bilder scheinen aber lieblos und flau. Die farbigen auf der Website wären viel ansprechender. Warum die Reduktion? Keine Bewertung.»

Haike Bohn, «Die mythologische Wüste Europas»

Haike Bohn aus Biberstein verbrachte das vergangene Frühjahr in Kreta, der mythologischen Wiege Europas. Dort machte sie sich auf die Suche nach spirituellen Sinnbildern. Diese fand sie meist sich selbst überlassen. Entstanden ist eine mystisch, fast schon traurige Fotoserie.

Fotografen/Bildredaktion, Aargauer Zeitung: Die Idee ist nicht neu. Okay umgesetzt, aber nicht auf professionellem Niveau. Note: 3

Emanuel Freudiger, Foto-Juror Medienpreis AG/SO: Technisch schöne Schwarzweiss-Umsetzung. Der Grundgedanke gefällt mir, jedoch zu wenig einheitlich. Zu wenig stringent. Note: 4

Ralph Diemer, Bildredaktor Blick: Interessante Arbeit. Spricht mich von Thematik und Technik her an. Im Querformat würde es mir noch besser gefallen, hätte gern noch etwas Raum. Note: 5

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