Infrastruktur
55 Millionen für den Verkehr in Region Aarau, Zofingen, Olten

55 Millionen Franken will der Bund in den nächsten 4 Jahren für die Verkehrsinfrastruktur in der Region Olten, Aarau, Zofingen ausgeben. Er übernimmt damit 40 Prozent der Kosten von diversen Projekten.

Beat Kirchhofer
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9 Millionen Franken sollen allein bei der Wiggertalstrasse eingesetzt werden.

9 Millionen Franken sollen allein bei der Wiggertalstrasse eingesetzt werden.

Aargauer Zeitung

Das eidgenössische Parlament hat in der Herbstsession die Freigabe von 1,68 Milliarden Franken aus dem Infrastrukturfonds für die Agglomerationsprogramme Siedlung und Verkehr beschlossen. Davon fliessen 55 Millionen Franken Projekten des Vereins AareLand (Aarau-Olten-Zofingen) zu, in welchen die Region Zofingen mit ihrem Agglomerationsprogramm eingebettet ist. Sie erhält 16,6 Millionen Franken für sogenannte A-Massnahmen und 7,9 Millionen für B-Massnahmen. «Diese Summen entsprechen einem im nationalen Vergleich sehr hohen Beitragssatz von 40 Prozent», freut sich der Zofinger Stadtammann Hans-Ruedi Hottiger, welcher zugleich Präsident von zofingenregio und des Vereins AareLand ist.

9 Mio. für die Wiggertalstrasse

Teil der A-Massnahmen ist der Bauabschnitt erzo–Bernerstrasse der Wiggertalstrasse. «Dass wir an diese Strasse 9 Millionen Franken bekommen – eine gewaltige Summe –, verdanken wir dem Umstand, dass der Bund diese als einen wichtigen Mosaikstein des Gesamtverkehrskonzepts Wiggertal anerkannt hat», sagt Hottiger. Andere Elemente sind die Umsetzung des Langsamverkehrskonzepts, Betriebs- und Gestaltungskonzepte für die Aarburger Bahnhofstrasse und den Zofinger Altstadtring.
Für das Gebiet Untere Grabenstrasse und Bahnhof soll zudem ein Gesamtverkehrsprojekt ausgearbeitet werden. «Hier gibt es einen enorm breiten Nutzer-Mix.» Da sind Leute, die Kurzzeitparkplätze für den Besuch von Post und Aperto-Laden benötigen, das Parkhaus (Park and Ride), die Busse des öffentlichen Verkehrs, Velo, Fussgängerinnen und Fussgänger. Eng sei es nicht nur auf der Strasse geworden, sondern zu Stosszeiten auch in Bus und Bahn, stellt Hottiger fest.

öV-Drehscheibe in Oftringen

Als B-Massnahme ist die «intermodale öV-Drehscheibe» Oftringen ins Programm aufgenommen worden. Bei ihr geht es um die neue SBB-Haltestelle im Zentrum. Intermodal ist, dass hier der Bus neben dem Gleis halten wird, problemlos umgestiegen werden kann. In Franken geht es um 5 Millionen an Bundesbeiträgen.

Die verantwortlichen Projektträger, Kantone und Gemeinden, seien nun gefordert, die Vorhaben zügig voranzutreiben und die Finanzierung sicherzustellen. «Wir müssen alles daransetzen, das Agglomerationsprogramm fristgerecht umzusetzen, damit wir die Bundesgelder abholen können und diese nicht verfallen», sagt Hans-Ruedi Hottiger. Er ist äusserst optimistisch, dass dies auch gelingt.

Haltestelle Küngoldingen

Bereits aus der ersten Generation (oder Zahlungstranche) der mit 6 Milliarden geäufneten Agglomerationsprogramme fliessen rund 25 Millionen Franken in die Region Zofingen. Mit diesem Beitrag wurden oder werden Projekte wie die Strassenknotensanierungen Unterer Stadteingang Zofingen, Lanz, Wirtshüsli und EO-Kreuzung oder Verlegen der SBB-Haltestelle Küngoldingen unterstützt. Andere subventionierte Vorhaben sind das Verkehrsmanagement Region Wiggertal sowie die Umsetzung von Langsamverkehrskonzepten (Verbesserung von bestehenden und Neuanlage von Velowegen).

Dritte Projektgeneration

In Angriff genommen worden ist die Ausschreibung für die Projektbegleitung der dritten Programmgeneration, welche für die Jahre 2019 bis 2022 geplant ist. Hier geht es um «Modellvorhaben zur Nachhaltigen Raumentwicklung» des Bundes. «Bei den Modellvorhaben werden uns im raumplanerischen Bereich thematisch grosse Freiheiten gelassen», sagt Hottiger.

Eines der Projekte heisst «Fit für den demografischen Wandel. Plattform für Wohnraum und -form der Lebensphase 55plus». Mit ihm sollen Informationen bereitgestellt, aber auch (baulich) koordiniert werden, ein Wissensaustausch stattfinden. Das andere befasst sich mit dem Lebensraum AareLand. Dessen Freiflächen sollen mit Velo- und Fusswegen gut erschlossen sein oder werden.

In der näheren Region geht es dabei um die Optimierung und den Ausbau des «Wiggerparks». Dieser ist Natur-, aber auch Erlebnispark, erzählt die Geschichte der Industrie entlang der Wigger. Solche Industrieparks gibt es beispielsweise auch in der Region Baden oder am Wasserschloss, am Zusammenfluss von Aare, Reuss und Limmat.

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