Möhlin

Zwei Tonnen aus Stahl und Holz: ein neues Mühlerad für das Mühlehäuschen

Das Mühlerad wird ins Möhliner Mühlehäuschen gehievt

Das Mühlerad wird ins Möhliner Mühlehäuschen gehievt

Die Anwohner staunten über das Manöver: Das neue Mühlerad wurde ins Mühlehäuschen gehievt. Nun soll das Wasser leiser plätschern.

Das rund zwei Tonnen schwere Mühlerad, das in luftiger Höhe baumelte, bereitete am Montag so manch einem Bewohner des Alters- und Pflegeheims Stadelbach in Möhlin einen kurzweiligen Nachmittag. Mit Spannung verfolgten die Senioren von den Balkons aus, wie Werner Looser von der gleichnamigen Transport AG das Eichenholzrad mit viel Augenmass in Richtung des alten Mühlehäuschens manövrierte. Dort mussten jedoch zunächst drei Mitarbeiter des Holzbauunternehmens Lützelschwab mit einer Flex das Metallgestänge eines Gartenzauns entfernen, bevor sie den Koloss aus Stahl und Holz im richtigen Winkel in das Häuschen hieven konnten.

Das in 150 Arbeitsstunden von der Lützelschwab AG erstellte Wasserrad ersetzt jenes, das an gleicher Stelle rund 28 Jahre in Betrieb war. Besonders die Zeit, in der das 1991 erstellte Rad wegen der Umbauarbeiten am Wohnzentrum stillstehen musste, haben ihm zugesetzt, erklärt Max Mahrer von der Arbeitsgruppe Möhliner Mühlerad. «Wenn das Holz nicht im Wasser steht, trocknet und blättert es aus.» So musste denn auch die Lützelschwab AG das Mühlerad, das bei ihr über mehrere Wochen nach der Fertigstellung lagerte, täglich 15 Minuten mit Wasser besprühen.

Beim Bau des Mühlerads orientierte sich die Lützelschwab AG an Plänen und Bauteilen des alten Wasserrads, um dieses möglichst genau nachbauen zu können. Bewusst habe man jedoch die Anzahl der Wasserkammern von 21 auf 24 erhöht sowie die Schaufelblätter in einem steileren Winkel angebracht. «Dies soll für einen besseren Lauf sorgen und dafür, dass das Wasser aus Rücksicht auf die Anwohner leiser plätschert», so Geschäftsführer Markus Lützelschwab.

Mahrer freut sich, dass sich nun das Rad ganz in der Nähe der Villa Kym, die 1689 erstmals als Sägemühle erwähnt wurde, wieder dreht. «Mühleräder sind ein Wahrzeichen unseres Dorfes», sagt Mahrer. So klapperten in längst vergangenen Zeiten bis zu sieben Mühleräder gleichzeitig in Möhlin. Somit sei mit dem der Erneuerung und Wiederinbetriebnahme auch eine Brücke zur Historie des Dorfes geschlagen, so Mahrer.

Autor

Dennis Kalt

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