Kaiseraugst

Zuckerwatte und ein Silberschatz: Die Chilbi lockt

An der Chilbi kommen junge Besucher in den vielen Fahrgeschäften auf ihre Kosten.

Am Wochenende kommen viele Exil-Kaiseraugster heim – Fahrgeschäfte, Gaumenfreuden und Geselligkeit locken ins Römerdorf.

Durch die schmale Dorfstrasse vorbei am Kaiseraugster Gemeindehaus zwängt sich ein Lastwagen mit einem langen Anhänger. «Heute werden die ersten Fahrgeschäfte angeliefert», sagte René Käslin, Präsident der IG Chilbi, gestern Nachmittag als er auf den verwaisten Schulhausplatz blickte, wo schon bald Karussell, Autoscooter und die Riesenschaukel für leuchtende Kinderaugen sorgen werden.

Am Samstag und Sonntag findet in Kaiseraugst die alljährliche Chilbi statt, an der zwischen 200 und 300 Helfer aus verschiedenen örtlichen Vereinen in den Beizen entlang der Dorfstrasse Pilzpasteten, Crêpes und Schoggibananen kredenzen. Käslin tut sich schwer, zu schätzen, wie viele Besucher an den zwei Chilbi-Tagen im Dorf zusammenkommen werden.

Zwar heisst es in der Bewilligung, dass die Veranstaltung für bis zu 14'000 Besucher ausgelegt ist, ob man denn die 10'000er-Marke knacke, sei aber auch immer eine Frage des Wetters – derzeit sagen die Prognosen Niederschläge mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 60 Prozent voraus.

Sicher ist jedoch, dass auch dieses Jahr wieder viele «Heimweh-Kaiseraugster» an die Chilbi kommen werden. «Manchmal reisen die Grosseltern an, um mit ihren Enkeln an die Chilbi zu gehen und ihnen Zuckerwatte oder Magenbrot zu kaufen», sagt Käslin, der immer wieder an der Veranstaltung auf altbekannte Gesichter trifft, die er seit Jahren nicht mehr gesehen hat.

«So manch einer erlebt an der Chilbi unverhoffte und schöne Zusammenkünfte.» Grund weshalb so viele Exil-Kaiseraugster an die Chilbi kämen, sei, dass fast ausschliesslich lokale Vereine und Privatpersonen aus der Gemeinde das Angebot und Programm stellten.
Nachdem es an der letzten Chilbi zu Engpässen beim Geldbezug kam, hat die Gemeinde dieses Jahr einen Bancomaten angemietet, den sie am Gemeindehaus aufstellt.

«Der Silberschatz von Kaiseraugst»

Neben den Gaumenfreuden, Fahrgeschäften, einem Flohmarkt und musikalischen Auftritten wie etwa der Guggenmusik, können die Besucher auch etwas über den «Silberschatz von Kaiseraugst» am Stand von Augusta Raurica erfahren. «Der Schatz besteht aus 270 Objekten wie etwa verzierten Silberplatten, Löffeln, Münzen, Silberbarren und einem zusammenschiebbaren Kerzenständer», sagt Käslin.

An der Chilbi können Kinder und Erwachsene, nahe beim Fundort, ausgewählte Teile einer Silberplatte, die mit der Lebensgeschichte des griechischen Helden Achill dekoriert ist, in Gips abgiessen und nach Hause nehmen. Wichtig, so Käslin, sei es, auch das lokale Gewerbe miteinzubeziehen. So bietet etwa das Team von Coiffeur Hoorscharf Kinderschminken und Flechtfrisuren an und auf dem Roten Platz kredenzt die Garage Rinau Elsässer Flammkuchen.

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Autor

Dennis Kalt

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