Ja, manchmal war es sogar für Glacé zu heiss. Das hat Federico Hochreuter, Gelati-Spezialist aus Frick, diesen Sommer mehrmals festgestellt. «Gerade, wenn es am Nachmittag weit über 30 Grad heiss war, blieben die Leute lieber irgendwo in der Kühle», sagt er. Insgesamt aber zieht er ein positives Fazit über den bisherigen Sommer: «Es lief gut.» Vor allem die Desserts und Kühlboxen mit Gelati, welche die Kunden nach Hause mitnehmen können, seien nachgefragt gewesen, sagt Hochreuter. Und viele Leute hätten sich nach der Abkühlung in der Badi auf dem Heimweg auch noch ein Glacé gegönnt.

Aber nicht nur mit Speiseeis versuchten sich die Fricktaler abzukühlen. Auch «Crushed Ice» und normales Eis waren stark gefragt. Bei der «Coop Pronto»-Tankstelle in Frick etwa war die Nachfrage an den Hitzetagen gross. So gross, dass der Hersteller teilweise Lieferschwierigkeiten hatte.

Poulet statt Steak auf dem Grill

Auch andere Betriebe bekamen die Auswirkungen der Hitze zu spüren. «Wir haben etwas weniger Grilladen verkauft», sagt Markus Müller, der zusammen mit seinem Bruder Urs die Metzgerei Gebr. Müller in Stein führt. Einfluss habe dabei einerseits die Hitze gehabt, andererseits auch das übergreifende Feuerverbot. Dieses zwang die Metzgerei dazu, bei Catering-Aufträgen auf Holzkohlegrills zu verzichten. «Stattdessen setzten wir Gasgrills ein», sagt Müller.

Trotzdem zieht er keine schlechte Zwischenbilanz. Die Kunden hätten nicht unbedingt weniger eingekauft, sondern einfach anders. «Statt eines grossen Steaks legten sie eher einmal ein ‹Pouletbrüstli› auf den Grill und assen einen Salat dazu», sagt Müller. Er glaubt daher, dass «wir umsatzmässig keine grossen Auswirkungen spüren». Die Grillsaison dauere ausserdem noch bis in den Oktober hinein. «Sobald es etwas angenehmer ist, kriegen die Leute wieder Lust aufs Grillieren.»

Minigolf bleibt im Programm

Ähnlich tönt es bei Johannes Oehler, Geschäftsführer des Sport- und Freizeitcenters Bustelbach in Stein. Der Sommer sei bisher «durchzogen» gelaufen. «Die Minigolf-Anlage wurde an den Hitzetagen kaum besucht, und auch die Nachfrage bei den Tennisplätzen hielt sich stark in Grenzen», sagt er. Das wiederum hatte einen Einfluss auf die Besucherzahlen der Gartenwirtschaft.

Aber wie Metzger Markus Müller bleibt auch Oehler zuversichtlich. «Über ein ganzes Jahr gesehen, gleicht sich so etwas in der Regel aus», sagt er. Der Frühling sei dieses Jahr toll gewesen. Und auch auf den Herbst setzt er: «Vielleicht holen die Leute das nach, auf was sie im Sommer verzichtet haben. Die Minigolf-Anlage bleibt auf dem Familienprogramm», so Oehler.

Ruhe im Wellness-Bereich

Ebenfalls eher wieder auf dem Programm steht dann auch ein Besuch im Wellness-Bad «Sole Uno» in Rheinfelden. Den Sommer über sei es dort «ziemlich ruhig» gewesen, sagt Betriebsleiter Sven Malinowski. «Wenn es über eine längere Zeitperiode so heiss ist, weichen die Leute auf Schwimmbäder oder den Rhein aus.» Entsprechend weniger Eintritte wurden verkauft. «Das ist aber kein neues Phänomen. Es kam dieses Jahr einfach stärker zur Geltung, weil es so lange so heiss war», sagt Malinowski. Ihm ist bewusst: Die Zeit des Wellness-Betriebs kommt noch – dann, wenn es im Herbst kühler und das Wetter schlechter wird.

Dann wird sich Patrick Peter, Badmeister in Möhlin, eine Pause gönnen. Während die Hitze in einigen Betrieben der Region für eine Flaute sorgte, konnten die Badmeister kaum einmal durchschnaufen: «Es waren strenge Wochen für das ganze Team», sagt Peter. «Es herrschte stetig Hochbetrieb.»