Kommende Woche starten Philipp Weiss und Martina Welti, Besitzer und Geschäftsführer von Fricks Monti, ihre 21. Open-Air-Kino-Saison. Während vier Wochen müssen die Autos auf dem grossen Parkplatz neben dem Kino den 500 Zuschauern und der Kinoleinwand weichen.

Im Programm stehen zahlreiche Filmperlen wie «Ice Age 4» oder «The amazing Spider-Man», die heuer zum ersten Mal digital und in 3-D zu sehen sein werden. Wer zu Hause noch eine 3-D-Brille liegen hat, die «RealD»-systemtauglich ist, kann diese für alle 3-D-Filme mitbringen. Wer noch keine hat, kann für 3 Franken eine stabile 3-D-Brille an der Abendkasse erwerben. «Die sieht so ähnlich aus wie eine «Ray-Ban»-Brille, ist also erst noch modisch», versichert Weiss. Er ist überzeugt, «Ice Age 4» in 3-D wird ein Renner». Dennoch ist eines seiner persönlichen Highlights der französische Megaerfolg «Intouchables».

Pioniere des Open-Air-Kinos

Als Fricks Monti 1991 in seine allererste Freiluftkino-Saison startete, gehörten Weiss und Welti noch zu den Pionieren ihrer Zunft. Vieles hat sich seither verändert. Erst vor zwei Monaten haben die beiden 140000 Franken in eine digitale Abspielanlage investiert. «Die Anlage steht auf Rädern, sodass wir sie kommende Woche einfach nach draussen rollen können», erklärt Weiss, «das ist Kino vom Feinsten, ob bei Mondschein oder Regen.»

Besonderer Gast in «Fricks Monti»

Alice Schmid, Regisseurin und Drehbuchautorin des Schweizer Films «Wir Kinder vom Napf», reiste zur Programm-Vorstellung eigens aus Romoos LU an. Ihr Film startete im vergangen Dezember hierzulande in den Kinos und wurde schlagartig zum erfolgreichsten Schweizer Film 2012. In «Fricks Monti» wird der Dokumentarfilm am 26. Juli zu sehen sein.

Jahrlang filmte Schmid die Kinder aus der Gemeinde Romoos zwischen dem Entlebuch und dem Emmental. Die Kinder und ihre Heimat wuchsen der Regisseurin so sehr ans Herz, dass sie ihre Wohnung hinter dem Zürcher Paradeplatz gegen ein Häuschen in Romoos tauschte.

Energiebündel mit Leidenschaft

Als Alice Schmid für ihren langjährigen Traum, den Film über die Kinder vom Napf, die Finanztrommeln schlug, fand sich kein einziger Investor. Einzig Romoos, die ärmste Gemeinde der Schweiz, gab der nimmermüden Filmerin 10000 Franken. Sie kaufte sich eine Kamera und realisierte das Projekt auf eigene Faust. Egal ob bei Sturm, Schnee, Stromausfall oder umgestürzten Tannen auf den Strassen, Alice Schmid drehte und drehte - nicht nur mit der Kamera, sondern auch ihre Runden mit dem Bike, denn dort oben sind die Distanzen zu gross, um zu Fuss zu gehen. Auf die Mühen und Strapazen folgte prompt eine Einladung an die Berlinale 2012.

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