Wölflinswil/Oberhof
Warum die Badi doch öffnete und wie sich ein Marktfahrer über Wasser hielt

Die «Rückblende 2020» ist erschienen. Auf rund 80 Seiten lässt die Chronik das vergangene Jahr Revue passieren und liefert Einblicke in Schicksale und Begebenheiten, die durch die Pandemie geprägt wurden.

Dennis Kalt
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Die Schwimmbäder in der Region Fricktal bereiten sich auf die Sommersaison 2017 vor.

Die Schwimmbäder in der Region Fricktal bereiten sich auf die Sommersaison 2017 vor.

Nadine Böni

Die «Rückblende 2020» der Gemeinden Wölflinswil und Oberhof ist erschienen. Das Vorwort der Chronik findet – wie könnte es anders sein – keinen Umweg, um das omnipräsente Thema: Corona. Doch gerade auch wegen der Pandemie war es wichtig, Brücken zu schlagen; «Brücken, die ins Gute führen, Brücken, die in die Natur führen», wie es weiter heisst.

So ist denn auch die Kulturkommission auf Pirsch gegangen und hat die zuweilen doch recht eigensinnig wirkenden Brücken fotografisch und geografisch festgehalten. Während 16 dieser Brücken aus dem Gemeindegebiet von Wölflinswil zu finden sind, sind es in Oberhof deren acht.

Aber natürlich rekapituliert die Chronik auch Begebenheiten und Schicksale, die von Corona geprägt waren. Dazu zählt etwa das Freibad, das – wider den ursprünglichen Erwartungen – 4000 Eintritte über den Sommer zählte. Die Gemeinde konnte das notwendige Schutzkonzept mangels personeller Ressourcen zunächst nicht umsetzten. Aber, so heisst es in einem Beitrag:

«Kaum wurde bekannt, dass die Badi nicht öffnen sollte, wurde innert weniger Tage eine Interessensgemeinschaft (IG) zur Öffnung der Badi ins Leben gerufen.»

Zu Wort in der Rückblende kommt auch Marktfahrer Rolf Senger. Der Oberhofer erzählt, wie ihm sein Bekanntheitsgrad und Onlineshop geholfen haben, sein Unternehmen über Wasser zu halten. Jörg Lenzin, Besitzer und Geschäftsführer vom Wölfinswiler «Ochsen» erzählt, wie ihn und sein Team der Lockdown und die sich ständig ändernden Massnahmen von Bund und Kanton belasten und einen planbaren Betriebsablauf verunmöglichen.

Gelernt, für Banales dankbar zu sein

Anders der Beitrag über eine junge Familie, die in der Coronazeit gelernt habe, für Banales dankbar zu sein. Sie ist froh, in einem schönen Haus zu wohnen, sichere Arbeitsplätze zu haben und gesund zu sein.

Glücklich schätzt sich eine Berichtverfasserin, dass für den «Adler» in Oberhof neue Pächter gefunden werden konnten. Sie schreibt:

«Es braucht Mut, in dieser schwierigen Zeit ein Restaurant neu zu übernehmen.»