Fricktal
Wittnau feierte den 250. Geburtstag seines Gotteshauses

Mit einem Festakt in der Kirche wurde das Chilbifest «250 Jahre Kirchenbau Wittnau» am späten Sonntagnachmittag abgeschlossen.

Dieter Deiss
Drucken
Teilen
Mittelpunkt der Feier war das Referat der Kunsthistorikerin Susanne Ritter-Lutz, das die Geschichte der Kirche nachzeichnete.

Mittelpunkt der Feier war das Referat der Kunsthistorikerin Susanne Ritter-Lutz, das die Geschichte der Kirche nachzeichnete.

Dieter Deiss

«Die Wittnauer Kirche thront nicht über dem Dorf, sie steht vielmehr mitten im Dorf», begrüsste Gemeindeleiter Christoph Küng die Gästeschar und Gemeindeammann Werner Müller meinte in seinen Grussworten, die Kirche stehe exakt am richtigen Ort, nämlich an der Grenze zwischen Oberdorf und Unterdorf.

Im Mittelpunkt der mit Liedern des Kirchenchors umrahmten Feier stand ein Referat der Kunsthistorikerin Susanne Ritter-Lutz, welche die Entstehungsgeschichte der Wittnauer Kirche nachzeichnete, deren Grundsteinlegung nachweislich 1765 stattgefunden habe. Vermutlich sei jedoch bereits vor dem Jahr 1000 in Wittnau eine Kirche gestanden. 1760 sei diese zu baufällig geworden, weshalb der Bischof 1761 den Wittnauern einen Neubau gestattete.

Gut dokumentierter Bau

«Über den 1765 begonnenen Kirchenbau ist man recht gut unterrichtet, gibt es doch dazu im Staatsarchiv Aarau einige Akten», erzählte die Kunsthistorikerin. So kenne man beispielsweise die Namen des Baumeisters und des Zimmermanns. Namentlich erwähnte sie insbesondere den damals in Laufenburg wohnhaften Stuckateur Lucius Gambs. Er schuf in Wittnau die beiden Seitenaltäre aus Stuckmarmor. Im Staatsarchiv gebe es ein Dokument, das sich mit der Angelegenheit «zweyer übel ausgefallener neben Altären in der Kirche Wittnau» befasst. Es geht hier um einen Vergleich zwischen den Wittnauern und dem Künstler, weil Erstere mit den ausgeführten Arbeiten nicht zufrieden waren. Man einigte sich schliesslich in einem Vergleich.

Die dem Heiligen Martin gewidmete Kirche wurde in den Jahren 1952 bis 1954 grundlegend modernisiert. Vom Neubau aus dem Jahre 1765 seien Umfassungsmauern von Chor und Schiff erhalten geblieben. Einige wenige Ausstattungsteile würden im Pfarreiarchiv sorgsam aufbewahrt. Ein paar davon hatte die Referentin zur Illustration im Chor aufgestellt und fügte an: «Ich bin froh, dass diese gut aufbewahrt sind.»

Den Abschluss der Feier machten die Mitglieder der Kirchenpflege, die einige der in den letzten Wochen gesammelten Wünsche und Anregungen, die in ein Modell der Wittnauer Kirche gelegt werden konnten, vorlasen. Währen der dreimonatigen Reise des Kirchleins habe diese in 62 Familien Station gemacht. «Die Wittnauer Kirche ist für mich ein Fels in der Brandung», war da zu hören, oder «Liebe Kirche. Es ist schön, dass es dich gibt!» Aber auch kritische Töne wurden angeschlagen: «Ich wünsche mir eine moderne Kirche. Weg mit den alten Zöpfen!» Mit einem gemeinsamen «Vater unser» schloss die Feierstunde.

Aktuelle Nachrichten