Weihnachten

Weihnachtsbaum-Weitwerfen oder doch Tannenbaum verbrennen? So macht man es im Fricktal

In Sisseln gab es bis vor einigen Jahren – hier im Januar 2012 – einen Weihnachtsbaum-Wettwurf. Dieses Jahr findet in Zeiningen ein Wurf-Wettbewerb statt.

In Sisseln gab es bis vor einigen Jahren – hier im Januar 2012 – einen Weihnachtsbaum-Wettwurf. Dieses Jahr findet in Zeiningen ein Wurf-Wettbewerb statt.

In Herznach werden die Weihnachtsbäume zum Ärger des Kantons öffentlich angezündet – in Zeiningen werden sie um die Wette geworfen.

Waren sie noch über die Feiertage der Blickfang in den Wohnzimmern, grünt es sich dieser Tage für sie aus – die Rede ist von den Weihnachtsbäumen. Bevor das Tannengrün zu rieseln beginnt, stellt sich für so manch einen die Frage nach der Entsorgung. Diese wird in den Fricktaler Gemeinden recht unterschiedlich gehandhabt.

Eine der spektakulärsten Entsorgungsaktionen führt der Gewerbeverein Staffeleggtal seit rund 15 Jahren in Herznach durch. Auf einem offenen Feld in der Nähe der Ballon-Müller AG werden am Samstag, ab 17.30 Uhr, zwischen 100 und 130 Tannenbäume verbrannt. «Zu sehen, wie die Bäume in der Dunkelheit in Flammen aufgehen, ist ein eindrückliches Erlebnis», sagt Roland Obrist vom Gewerbeverein Staffeleggtal.

Eine Tradition bleibt ­bestehen

Herznach gehört im Aargau nur zu einer Handvoll Gemeinden, die den Tannenbäumen mit Feuer den Garaus macht. Dies hat damit zu tun, dass solch ein Abrennen illegal ist, wie Heiko Loretan, stellvertretender Leiter der Abteilung für Umwelt des Kantons, sagt.

Erstens handle es sich um eine Abfallverbrennung in «einer nicht geeigneten Anlage». Zweitens sei das Holz noch nicht trocken genug. «Dadurch kommt es zu Feinstaubemissionen, die gerade die Gesundheit von Kindern, älteren Personen oder Personen mit Atemwegserkrankungen gefährden kann», so Loretan.

Gemeindeschreiber Harry Wilhelm sagt, dass man sich dessen bewusst ist, die Verbrennung jedoch nicht untersage, «weil es eine Herznacher Tradition ist».

Weihnachtsbaum-Weitwurf-Wettbewerb

Kunden der Raiffeisenbank Wegenstettertal sowie Einwohner von Zeiningen sind am Samstag, um 11 Uhr, zu einem Apéro bei der Raiffeisen-Filiale in Zeiningen eingeladen. Dort werden auch Werkhofmitarbeiter anwesend sein und die mitgebrachten Bäume gratis mitnehmen. Dabei führt Raiffeisen einen Weihnachtsbaum-Weitwurf-Wettbewerb durch.

«Wir werden einen Norm-Baum organisieren, damit jeder die gleichen Bedingungen hat. Für die Besten gibt es kleine Give-aways», sagt Marc Meier, Vorsitzender der Bankleitung. Die Veranstaltung sei eine Anlehnung an das nordische Knutfest, bei dem das Ende der Weihnachtszeit zelebriert wird.

Auch in Sisseln fand bis vor einigen Jahren ein Weihnachtsbaum-Weitwerfen statt. «Der Aufwand wurde jedoch zu gross», sagt Lucia Leimgruber, die mit dem Volg-Team den Anlass zum ersten Mal 2011 organisiert hat. Die Rekordweite in Sisseln betrug rund zehn Meter.

Zwischen 6000 und 8000 Bäume

In Frick können die Einwohner noch bis Mitte Januar ihren Baum an der Multi-Sammelstelle abgeben. «Pro Jahr werden dort über 200 Bäume abgegeben», schätzt Bauamtsleiter Georg Schmid. Die Bäume werden im Auftrag der Gemeinde von Landwirt Heinrich Mettler gehäckselt, der das Grüngut auf seinem Hof kompostiert und seinem Dünger zuführt.

In einer separaten Grüntour sammelt der Gemeindeverband Abfallbewirtschaftung Unteres Fricktal (GAF) die Bäume in den 16 angeschlossen Gemeinden ein. «An den Bäumen darf kein Dekomaterial mehr hängen und sie müssen kürzer als 1,50 Meter sein», sagt GAF-Geschäftsstellenleiter Markus Amsler. Auf seinen Grüntouren sammelt der GAF zwischen 6000 und 8000 Bäume ein, die der Biopoweranlage in Pratteln zugeführt werden.

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Autor

Dennis Kalt

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