Frick
Wegen Altlasten: Fricker «Rebstock» ist doch nicht verkauft

Finanziell schien alles schon klar, dann liess ein Altlasten-Eintrag im kantonalen Kataster den Verkauf des Fricker "Rebstocks" platzen. Der Verkäufer hat nicht darauf hingewiesen.

Marc Fischer
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Die Zukunft ist ungewiss: Weil die Parzelle, auf der die Migros-Bank steht, im Altlastenkataster verzeichnet ist, ist der Verkauf des «Rebstocks» gescheitert. mf/archiv

Die Zukunft ist ungewiss: Weil die Parzelle, auf der die Migros-Bank steht, im Altlastenkataster verzeichnet ist, ist der Verkauf des «Rebstocks» gescheitert. mf/archiv

Marc Fischer

Vor drei Monaten schien alles klar. «Der Verkauf war ein langer Prozess, der reifen musste», sagte Irène Bürgi damals zur Aargauer Zeitung. Nachdem das Hotel seit 1931 im Besitz der Familie war, sei der Entscheid aus «gesundheitlichen Gründen» gefallen. Als neuer Eigentümer trat damals Werner Diem aus Gipf-Oberfrick auf. Er plane rund 30 alters- und behindertengerechte Wohnungen, sowie Räumlichkeiten für sieben bis neun Unternehmungen, so Diem damals. Auch ein Bistro sei in Abklärung.

Knackpunkt: Altöl

Nun ist alles ganz anders. Der «Rebstock» ist zwar geschlossen, doch Irène Bürgi und Werner Diem erzielten letztlich keine Einigung über den Kaufvertrag. «Es scheiterte jedoch nicht am Geld», betont Werner Diem gegenüber der Aargauer Zeitung, «der Kauf ist infolge Altlasten auf dem Grundstück gescheitert.» Laut Diem handelt es sich dabei um Altöl.

Tatsächlich ist im online öffentlich einsehbaren Kataster der belasteten Standorte des Kantons Aargau eine der beiden Parzellen – diejenige rechts neben dem Gasthaus – eingetragen. Und zwar als Betriebsstandort. Dies bedeutet laut Werner Baumann von der Sektion Abfall und Altlasten des kantonalen Departements Bau, Verkehr und Umwelt, dass früher auf dem Grundstück «mit grosser Wahrscheinlichkeit» einmal Gewerbe- oder Industriebetriebe ansässig waren, in denen umweltgefährdende Stoffe eingesetzt wurden. «Das heisst allerdings nicht, dass auf dem Grundstück etwas gemacht werden muss», so Baumann.

Da er ein Umbauprojekt mit Grabungsarbeiten im Untergrund geplant habe, sei diese Altlastenbelastung für ihn relevant gewesen, so Diem. Von der Verkäuferin sei er nicht auf die Belastung hingewiesen worden. Irène Bürgi ihrerseits betont: «Die Belastung der Parzelle ist minim.» Dies sei in einem Dossier dargelegt. Detaillierter wollte sie nicht Stellung nehmen.

Obwohl Verkäufe von belasteten Parzellen seit Kurzem bewilligungspflichtig sind, sei der Eintrag im Kataster selten ein Hindernis beim Verkauf oder beim Bau, so Werner Baumann weiter. Meist werde die Kostenübernahme für allfällige Sanierungen vertraglich beim Verkauf geregelt. Diese Regelung wurde beim «Rebstock» nicht erzielt. Sowohl Irène Bürgi als auch Werner Diem bestätigen, dass die Verhandlungen letztlich von Verkäuferseite abgebrochen wurden. «Damit habe ich auch meine Pläne, die im Vorprojektstadium waren, fallen gelassen», so Diem.

Laut Irène Bürgi ist nun wieder offen, wie es mit dem «Rebstock» weitergeht. Sie wolle zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Aussagen machen.