Test

Was haben die Bahnhöfe im Fricktal den Reisenden zu bieten?

Die az hat das Banhofsangebot im Fricktal getestet. Von den 9 Bahnhöfen haben nur noch 2 einen bedienten Schalter – dafür kann man sich an allen verpflegen.

Der Kluge benutzt das WC im Zuge: Dies gilt zumindest für jene Passagiere, die ein dringendes Bedürfnis verspüren und in Eiken, Mumpf oder Rheinfelden Augarten den Zug verlassen. Denn an diesen drei Stationen gibt es kein öffentliches WC mehr, das rund um die Uhr frei zugänglich ist. An den übrigen sechs Bahnhöfen im Fricktal ist nach wie vor für Erleichterung gesorgt, wie ein Augenschein der az zeigt.

Für das umgekehrte Bedürfnis, also den Hunger oder Durst stillen, ist hingegen an allen neun Stationen zumindest rudimentär gesorgt: Ein Snackautomat wartet an allen Stationen auf Kundschaft. An sechs Bahnhöfen bieten zudem Kioske ein deutlich breiteres Sortiment an – und das stets auch sonntags (in Stein-Säckingen allerdings nur am Vormittag).

Wer sein Bier oder seinen Kaffee beim Warten auf den nächsten Anschluss lieber in geselliger Runde konsumiert, der kommt in Rheinfelden, Frick, Laufenburg, Kaiseraugst, Möhlin und Eiken auf seine Rechnung – die Rechnung kann er sich in einem Restaurant unmittelbar beim Bahnhof servieren lassen.

Ins richtige Bild rücken kann man sich an fünf Bahnhöfen, den Abschiedsbrief wird man an acht Stationen los (gemeint ist: im Briefkasten, nicht im Mülleimer) und an sieben Bahnhöfen ist man, Publifon sei Dank, nicht ganz aufgeschmissen, sollte man sein Handy für einmal zu Hause liegen gelassen haben.

Bestens gesorgt ist überall für die zweirädrigen Partner: Die Velos bekommen an sämtlichen Stationen ein Dach über dem Kopf. Zu acht Stationen muss man nicht einmal selber radeln – ausser Rheinfelden Augarten bieten alle Bahnhöfe über einen P+R-Parkplatz an.

Das Schliessfach macht es aus

In der Gesamtbilanz schneiden die Bahnhöfe von Frick und Rheinfelden klar am besten ab. Das verwundert wenig, weisen sie doch auch das mit Abstand grösste Passagieraufkommen auf. Rheinfelden schlägt Frick nur in einem Punkt: Im Zähringerstädtchen können, und das ist im Fricktal inzwischen einzigartig, Koffer und Co. für 6 Franken in einem von 12 Schliessfächern verstaut werden.

Wer wieder einmal von einem realen (also lebenden) Menschen bedient werden will statt von einem Klick-dich-durch-das-Menü-Gerät, dem empfiehlt sich ein Besuch in Frick oder Rheinfelden: An diesen beiden Bahnhöfen befinden sich die letzten bedienten Schalter im Fricktal. Sie fungieren zugleich als SBB-Reisebüro.

Auf Platz 3 der az-Bahnhof-Hitliste landet mit 12 von 18 Punkten Laufenburg. Das erstaunt auf den ersten Blick, denn der Bezirkshauptort liegt in Sachen Passagieraufkommen mit nur 900 Ein- und Ausstiegen pro Tag an zweitletzter Stelle. Das überdurchschnittlich gute Angebot ist zum einen historisch gewachsen, zum anderen fehlen bei der von den SBB erhobenen Passagierzahl jene Reisenden, die per Bus unterwegs sind – und das sind nicht wenige.

Mit einem mittelgrossen Angebot warten neben Laufenburg die drei Stationen Kaiseraugst, Möhlin und Stein-Säckingen auf, wobei Letzteres doch schon deutlich distanziert wird, weil ihm erstens ein Restaurant in unmittelbarer Nähe fehlt, man hier, zweitens, ein Mobility-Auto vergeblich sucht und, drittens, auch kein Foto von sich selber schiessen kann. Wie (überlebens-)relevant das ist, ist eine andere Frage.

Gratis-WiFi lässt auf sich warten

Kein Glück hat, wer im Fricktal beim Warten gratis surfen will: An keinem der neun Bahnhöfe bieten die SBB bislang Gratis-WLAN an. Bis Ende 2015 wollen die SBB an 80 Bahnhöfen einen kostenlosen Zugang ins Internet sicherstellen. Ob ein Fricktaler Bahnhof – infrage kämen wohl einzig Rheinfelden und allenfalls Frick – zum WiFi-Kuss kommt, wollen die SBB nicht sagen. «Wir kommunizieren Standorte für SBB-WiFi erst bei der Umsetzung und Einführung des Angebots», erklärt Mediensprecher Christian Ginsig auf Anfrage.

Dafür bietet die Post an den beiden grössten Fricktaler Bahnhöfen eine Besonderheit: PickPost. Wer sich anmeldet, kann seine Pakete an die Bahnhöfe von Frick und Rheinfelden liefern lassen. Sobald die Lieferung eingetroffen ist, wird der Kunde per SMS oder Mail benachrichtigt. Ganz nach dem Motto: Wartest du noch oder pickst du schon?

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