Alle vier Jahre fühlt die Stadt Rheinfelden ihrer Bevölkerung den Puls. Das Link- Institut befragte in den ersten vier Monaten des Jahres in einer repräsentativen Umfrage 500 Personen. Dabei zeigte sich auch in diesem Jahr, dass die Beliebtheit Rheinfeldens bei allen Altersgruppen gleichermassen sehr hoch ist. Dies geht aus einer Mitteilung der Stadt hervor. Lediglich ein Prozent gibt an, eher oder ganz ungern in Rheinfelden zu leben.

In der Befragung wurde auch danach gefragt, welche drei Punkte in Rheinfelden jeweils als besonderes positiv und als besonders negativ betrachtet werden. Am meisten schätzen die Befragten demnach das Ortsbild von Rheinfelden. Rund ein Fünftel (19 Prozent) nannte dies spontan zuerst. Die allgemeine Lage und der öffentliche Verkehr werden am zweit- und dritthäufigsten genannt. Hohe Wertschätzung erhalten auch die Verkehrsverbindungen, die Lage am Rhein und die Natur- und Grünflächen.

Altstadt bereitet Sorge

Die Rheinfelder halten sich gern und häufig in «ihrer» Altstadt auf, bewerten diese positiv, sehen aber auch Herausforderungen, unter anderem beim Angebot von Läden und Gastronomie. So wird das Ladensterben am häufigsten spontan zuerst als Problem in Rheinfelden genannt (11 Prozent). Alle Nennungen zusammengefasst sieht fast jeder Vierte (23 Prozent) darin ein Problem. Hinzu kommt, dass insgesamt 11 Prozent der Befragten das Aussterben der Altstadt als konkretes Problem nennen. Die jüngere Entwicklung der Geschäfte in der Altstadt steht damit bei den Rheinfeldern zuoberst auf dem Sorgenbarometer, gefolgt von der Verkehrsbelastung (19 Prozent) und hohen Mieten (18 Prozent).

Die Verkehrssituation in Rheinfelden birgt aus Sicht der Befragten sowohl Vor- als auch Nachteile: Ein Viertel schätzt den öffentlichen Verkehr, knapp ein Fünftel (18 Prozent) die guten Verkehrsverbindungen als vorteilhaft ein. Jedoch wird die zu hohe Belastung durch den Verkehr ebenfalls von fast jedem Fünften (19 Prozent) als Problem empfunden. In puncto Einkaufsmöglichkeiten zeige sich ein auch schon früher beobachteter Widerspruch erneut, schreibt die Stadt weiter. Elf Prozent der Befragten nennen die Einkaufsmöglichkeiten in Rheinfelden als positiven Aspekt, während neun Prozent die Einkaufsmöglichkeiten allgemein und weitere 23 Prozent das Ladensterben speziell als problematisch einordnen.

Die medizinische Versorgung vor Ort sowie die öffentliche Sicherheit sind den Einwohnern Rheinfeldens unter den Wohnorteigenschaften am wichtigsten. Ebenfalls sehr hohe Werte erreichen das Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln, die Sauberkeit der Strassen und öffentlichen Plätze sowie die Grünanlagen und Pärke. Am wenigsten Bedeutung haben die Möglichkeiten zum Ausgehen, Kulturangebote sowie Parkplatzmöglichkeiten im Zentrum.

Auf die Frage nach der Zufriedenheit mit den Wohnortseigenschaften zeigte sich folgendes Bild: Die höchste Zufriedenheit erreichte die medizinische Versorgung vor Ort, gefolgt von den Naherholungsmöglichkeiten und dem öV-Angebot. Am anderen Ende der Skala liegt die Zufriedenheit mit dem Wohnungs- sowie Kulturangebot und den Möglichkeiten zum Ausgehen.

In der Bewertung von Wichtigkeit und Zufriedenheit liegen die Massnahmen der städtischen Entwicklung der letzten zehn Jahre nah beieinander. Höchste Wichtigkeits- und Zufriedenheitswerte erhält die Stabilisierung der Gemeindefinanzen. Bei der Einführung von Tempo 30 in den Quartieren sieht die Gesamtbevölkerung Bedarf für weitere Anpassungen.

Bildungsangebot sichern

Neben der Evaluation bereits umgesetzter oder sich in der Umsetzung befindender Massnahmen der Stadtentwicklung, wurde mit der Befragung ermittelt, in welchen Bereichen die Rheinfelder Bevölkerung künftig Entwicklungsschwerpunkte gesetzt sehen möchte. Dabei zeigte sich, dass die Sicherung einer guten Gesundheitsversorgung, die Aufwertung und Belebung der Altstadt und die Sicherung eines guten Bildungsangebots aus Sicht der Bevölkerung die zentralen Schwerpunkte der Weiterentwicklung sind.

Mehr als die Hälfte der Befragten (54  Prozent) gab an, innerhalb der letzten zwölf Monate Kontakt mit der Stadtverwaltung gehabt zu haben, wobei dieser am häufigsten persönlich stattfand. Dabei zeigten sich die Befragten mit der Arbeit des Stadtrates und der Verwaltung gleichermassen zufrieden wie vor vier Jahren.

Im Auftrag der Stadt Rheinfelden führte das LINK Institut von Januar bis April 2018 zum vierten Mal nach 2006, 2010 und 2014 eine repräsentative Bevölkerungsbefragung durch. Es wurden insgesamt 500 Personen befragt. «Aus den Resultaten der Befragung sollen wiederum konkrete Zielsetzungen und Massnahmen für die neue Legislaturplanung abgeleitet werden», schreibt die Stadt zum Schluss ihrer Mitteilung. (AZ)